„Das war komplett unverantwortlich“
Schlechte Bodensicht und vor allem immer wieder durchziehende dichte Nebelbänke haben am Dienstag dem ersten Training für die Hahnenkamm-Abfahrt am Samstag (11.30 Uhr, live in ORF eins) auf der Kitzbüheler Streif die Aussagekraft genommen.
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Schnellster im wegen zahlreicher Unterbrechungen 3:15 Stunden dauernden Zeitlauf war der Norweger Aksel Lund Svindal in 1:59,34 Minuten, mit Hannes Reichelt wurde der beste Österreicher 0,25 Sekunden zurück Zweiter. Das Gros der Topathleten hatte sich in der Früh für eine Absage des Trainings ausgesprochen, um die aufgeweichte Piste zu schonen, fand aber kein Gehör.

APA/Robert Jäger
Svindal sah zumindest genug, um als Schnellster ins Ziel zu kommen
Sprung in eine Nebelbank
Äußerst wütend war Klaus Kröll, der bei der Hausbergkante voll in eine Nebelbank gesprungen war. „Ich habe nichts mehr gesehen, habe nicht einmal mehr gewusst, wo ich lande. Ich hätte abgewunken gehört. Das war komplett unverantwortlich. Ich habe das Richtige getan und bin stehen geblieben, sonst hätte ich mich im Netz gefunden - Vollwahnsinn“, machte der Steirer seinem Ärger Luft.
Mehr als eine Besichtigungsfahrt sei es nicht gewesen, meinte der Titelverteidiger im Abfahrtsweltcup. „Es war okay. Wenn es jetzt kälter wird, wird es im Rennen von den Bedingungen her sowieso komplett anders. Mit dem von heute hat das dann nichts mehr zu tun.“
Angst vor zweitem „Sotschi“
Die Befürchtung, dass die entstandenen Löcher gefrieren und die Athleten ein zweites „Sotschi“ erleben, sind groß. Seit der äußert rumpeligen Olympiageneralprobe im Februar 2012 in Krasnaja Poljana klagen viele Läufer über Knieprobleme. Die Liste führen Beat Feuz (SUI), Ivica Kostelic (CRO), Bode Miller (USA) und Romed Baumann an.
„Wenn die Löcher frieren, wird es ähnlich wie in Sotschi werden“, befürchtete deshalb auch Baumann (31.). „Ich bin normal durchgefahren, vom letzten Anschlag fehlt noch viel. Bei mir war der Nebel dicht, ich bin froh, dass ich gesund herunten bin.“ So sah es auch Reichelt, der wie Kröll und Co. eine Trainingsabsage gewünscht hatte. „Sonst wird das hier Sotschi.“
Der an FIS-Renndirektor Günter Hujara vom kanadischen Athletensprecher Erik Guay herangetragenen Bitte wurde nicht entsprochen, die Jury entschloss sich zur Austragung. Benjamin Raich verzichtete allerdings wie Kostelic auf einen Start.
Neuschnee beschädigt Piste
„Die Oberfläche ist vom Neuschnee aufgeweicht, gesehen hat man auch nicht viel. Und meine Fahrt war Käse“, sagte Georg Streitberger (13.), bei dem „immer noch der Wurm drinnen“ ist. „Der Schnee hat nicht viel hergegeben, die Sicht war auch nicht prickelnd. Zäh wie immer“, meinte Joachim Puchner (25.). „Hoffe, die Piste entwickelt sich noch.“ Auch Florian Scheiber störte sich am „Grieß“ auf der Oberfläche.
Auf der an sich hart präparierten Piste hatte der Neuschnee der vorangegangenen Nacht die Oberfläche aufgeweicht, stellenweise brachen Stücke raus. Die nun löchrige Piste wieder in eine Topzustand zu bringen, wird eine Herausforderung für die Organisatoren. Es stehen auf der Streif noch zwei Trainings (Mittwoch und Donnerstag), der Super-G (Freitag) und die Abfahrt (Samstag) auf dem Programm.
Jerman zusammengebrochen
Für eine Schrecksekunde sorgte Andrej Jerman. Der Slowene war nach seinem Sturz ins B-Netz geflogen, allerdings sofort wieder aufgestanden. Den herbegeeilten Personen teilte Jerman mit, er sei okay und fuhr weiter. Nach der Hausbergkante wurde ihm dann aber schlecht, er brach zusammen und wurde nach der Erstversorgung mit dem Helikopter abtransportiert.
Erste Untersuchungen im Krankenhaus St. Johann ergaben, dass sich Jerman bei seinem Sturz eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Der Slowene wurde zu weiteren Tests nach Innsbruck geflogen.
Herren-Abfahrt in Kitzbühel
| Erstes Training am Dienstag: |
| 1. |
Aksel Lund Svindal |
NOR |
1:59,34 |
| 2. |
Hannes Reichelt |
AUT |
+ 0,25 |
| 3. |
Kjetil Jansrud |
NOR |
0,66 |
| 4. |
Marc Gisin |
SUI |
1,22 |
| 5. |
Erik Guay |
CAN |
1,23 |
| 6. |
Travis Ganong |
USA |
1,30 |
| 7. |
Adrien Theaux |
FRA |
1,31 |
| 8. |
Matthias Mayer |
AUT |
1,33 |
| 9. |
Siegmar Klotz |
ITA |
1,41 |
| 10. |
Peter Fill |
ITA |
1,52 |
| 11. |
Dominik Paris |
ITA |
1,65 |
| 12. |
Andrej Sporn |
SLO |
1,81 |
| 13. |
Georg Streitberger |
AUT |
1,95 |
| 14. |
Johan Clarey |
FRA |
2,00 |
| 15. |
David Poisson |
FRA |
2,01 |
| 16. |
Didier Defago |
SUI |
2,09 |
| 17. |
Florian Scheiber |
AUT |
2,10 |
| 18. |
Manuel Osborne-Paradis |
CAN |
2,13 |
| 19. |
Benjamin Thomsen |
CAN |
2,14 |
| 20. |
Vitus Lüönd |
SUI |
2,21 |
| 21. |
Christof Innerhofer |
ITA |
2,22 |
| 25. |
Joachim Puchner |
AUT |
2,46 |
| 31. |
Romed Baumann |
AUT |
2,85 |
| 37. |
Max Franz |
AUT |
3,36 |
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