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46. Weltcup-Sieg in Vikersund

Gregor Schlierenzauer hat am Samstag beim Skifliegen in Vikersund Skisprung-Geschichte geschrieben. Der Tiroler landete im zweiten Durchgang nach Rang zwei zur Halbzeit bei der Tageshöchstweite von 240 Metern und sicherte sich seinen bereits 46. Weltcup-Sieg.

Damit hat der 23-Jährige in der ewigen Bestenliste an Siegen mit dem Finnen Matti Nykänen gleichgezogen. Schon am Sonntag (14.30 Uhr, ab 14.55 Uhr live in ORF eins) hat Schlierenzauer auf der größten Schanze der Welt die Chance, diesen Rekord weiter zu verbessern.

Gregor Schlierenzauer jubelt vor der Schanze in Vikersund

GEPA/Oliver Lerch

Schlierenzauer ist mit 23 Jahren schon die Nummer eins der ewigen Bestenliste

Mit nur einem halben Runkt Rückstand wurde der Schweizer Simon Ammann Zweiter, der Slowene Robert Kranjec und der Norweger Andreas Stjernen lagen als Dritter und Vierter auch nur 1,1 bzw. 1,5 Zähler zurück. Als zweitbester ÖSV-Adler belegte Wolfgang Loitzl unmittelbar vor Martin Koch Rang 13, auch Michael Hayböck (19. mit persönlicher Bestweite von 214,0 m) und Lukas Müller (30.) punkteten.

Erklärtes Ziel fast erreicht

„Das ist natürliche eine geile Geschichte. Es ist irgendwo ein Meilenstein in der Karriere, trotzdem ist immer mein ganz großes Ziel 47. Aber bleiben wir einmal am Boden“, freute sich Schlierenzauer, der in der Minute des Triumphes schon das nächste Ziel vor Augen hatte. „Es ist auf jeden Fall ein besonderer Tag, zu dem sicherlich nicht jeder in der Karriere die Möglichkeit hat. Da muss ich auf jeden Fall Danke sagen an meine Wegbegleiter“, sagte der Stubaier.

Ein wenig feiern wollte er am Abend mit seinen Kollegen schon noch. „Wir werden ein bisserl anstoßen und genießen und vielleicht auch die letzten Jahre ein bisserl Revue passieren lassen“, sagte Schlierenzauer. Den Weltrekord hält er auch mit neuem, engeren Anzug für möglich. „Ich glaube schon, aber da muss wirklich alles perfekt zusammenpassen.“

Angriff im zweiten Durchgang

Der Team-Olympiasieger von Vancouver 2010 und insgesamt neunfache Weltmeister (fünf bei Nordischen Weltmeisterschaften, vier im Skifliegen) konnte im zweiten Durchgang so richtig angreifen. Im ersten Durchgang war die Jury beim ersten Skifliegen überhaupt seit der Regeländerung mit den engeren Anzügen noch auf Nummer sicher gegangen. Nur von Luke 15 ließ man das Feld ab, Schlierenzauer landete bei 216,5 m, war damit zwar Weitester, lag aber 1,4 Punkte hinter dem überraschend führenden Ammann (215,5).

Extrem knappe Abstände gab es vor allem im ersten Durchgang, die Top Fünf lagen innerhalb von 4,4 Zählern. „Das ist ungewöhnlich, aber ich glaube, dass einfach jeder noch nach dem richtigen Set-up auf Skiflug-Schanzen sucht. Durch die engeren Anzüge verschieben sich einige Druckverhältnisse in der Luft und mit dem kämpfe ich auch noch ein bisserl“, sagte Schlierenzauer nach dem ersten Flug.

Zittern nach nicht perfekter Landung

Mit der Verlängerung um drei Luken für das Finale sahen die Fans endlich die großen Weiten. Als Kranjec, Stjernen und der Pole Kamil Stoch unmittelbar vor Schlierenzauer jeweils bei 232,5 m landeten, blickte alles gespannt nach oben. Und Schlierenzauer enttäuschte seine Anhänger nicht. Mit 240 m zeigte er die größte Weite des Tages, allerdings mit nicht perfekter Landung.

Ammann setzte einen sicheren Flug bei 229,5 m und so lag Schlierenzauer am Ende nur hauchdünn vorne. Die Top Fünf waren neuerlich lediglich 4,9 Punkte getrennt.

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