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Mit Nummer 23 zu Weltruhm

Michael Jordan feiert am Sonntag seinen 50. Geburtstag. Der in Brooklyn geborene Ausnahmekönner gilt allgemein als bester Basketballer der Welt. Einige halten ihn sogar für den besten Athleten der Sportgeschichte. Boston-Celtics-Legende Larry Bird ging noch weiter und bezeichnete ihn einmal als „Gott, verkleidet als Michael Jordan“.

Für Jordan braucht man eigentlich keine weiteren Erklärungen. Muhammad Ali steht für Boxen, Pele für Fußball, die Leichtathletik hat Fabelsprinter Usain Bolt - und der Basketball eben „His Airness“ Jordan.

Geburtstagsfeier beim Allstar-Wochenende

Die bekannteste Rückennummer 23 der Sportgeschichte feiert ihr halbes Jahrhundert im Rahmen des NBA-Allstar-Wochenendes in Houston. Und es ist leicht möglich, dass Jordan dort den heutigen Stars wie LeBron James („Ich wollte immer wie Michael sein“), Kobe Bryant oder Kevin Durant locker die Show stiehlt. „Keine Frage, er ist der beste Basketballer, den es jemals gab“, betonte Earvin „Magic“ Johnson, der ebenfalls als Legende der National Basketbal Association (NBA) gilt.

Dunk von Michael Jordan im Dress der Chicago Bulls

Reuters/Sue Ogrocki

Der „Überflieger“ war die dominierende Figur des Sports

Michael Jordan - der Name steht immer noch für den Inbegriff eines Siegers. In den Neunzigern führte er die Chicago Bulls in acht Jahren zu sechs NBA-Meisterschaften, wurde in allen sechs Endspielserien zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt. Fast alle sind sich einig, dass die Bulls auch 1994 und 1995 Champion geworden wären, hätte ihr Superstar nicht ein 18-monatiges Baseball-Intermezzo eingelegt.

Immense Schmerzen, intensive Freude

Basketball habe ihm immer alles bedeutet, betont Jordan immer wieder. Durch ihn habe er immense Schmerzen und intensive Freude erlebt. „Und er hat mir die Chance gegeben, meine Leidenschaft mit Millionen anderen zu teilen - und zwar auf eine Art, die ich nicht erwartet habe und mir auch niemals hätte vorstellen können“, sagte der Jubilar.

Wenn er mit ausgestreckter Zunge durch die Arenen Richtung Korb flog, schauten selbst die Gegner fasziniert zu. „Er hat in dir das Verlangen geweckt, nur einen Tag einmal fliegen zu können“, gab Johnson einst voller Bewunderung zu Protokoll. „Es war das Schlimmste, wenn er auf dich zudribbelte, dir in die Augen schaute und du absolut keine Ahnung hattest, was er als nächstes mit dir macht“, erinnerte sich Bird.

Botschafter des Basketball

Zusammen mit „Magic“ Johnson hatte Jordan die NBA in den 1980er Jahren salonfähig gemacht und dafür gesorgt, dass die Endspielserien wieder live und zur besten Sendezeit übertragen werden. Doch damit nicht genug, vollzog „Air Jordan“ auch den nächsten Schritt: Er trug Basketball in die Welt hinaus, machte den Sport rund um den Globus populär.

Michael Jordan bei einem Benefiz-Golfturnier

APA/EPA//Erik S. Lesser

Jordan kann auf eine einmalige Karriere zurückblicken

„Seinetwegen habe ich mir die Rückennummer 23 ausgesucht“, betonte etwa Englands Fußballsuperstar David Beckham. „Wir sind weltweit in die Kinderzimmer gekommen, aber ohne Michael wäre das nie möglich gewesen“, weiß Johnson. „Michael war nicht nur Basketballspieler, sondern eine Berühmtheit.“

Schwierige Anfangszeit

Doch Jordans einzigartige Karriere hatte einen extrem steinigen Beginn. In Wilmington im US-Bundesstaat North Carolina durfte er als 16-Jähriger nicht im Team seiner High School mitspielen - seine 1,80 Meter erschienen dem Coach als schlichtweg zu klein, um auf höchstem Level mithalten zu können. „Anschließend wollte ich ihm beweisen, du hast einen Fehler gemacht, Kerl“, erzählt der nun 1,98 Meter große Jordan stets, wenn er sich an diesen Moment erinnert.

Jenes Feuer in ihm sei bereits im Elternhaus entfacht worden. Später sei es dann nur noch stärker geworden, wenn Gegenspieler, Trainer und Medien an ihm gezweifelt hätten. „Das hat das Feuer so zum Lodern gebracht, dass ich jeden Tag als Basketballer besser werden wollte.“ Er habe in seinem gesamten Leben niemanden getroffen, der so ehrgeizig gewesen sei wie er selbst, hatte Jordan einst betont. Sein größter Gegner war nicht der beste Verteidiger der NBA, sondern stets er selbst.

Noch nicht beim alten Eisen

Bei seiner Aufnahme in die Hall of Fame im Jahr 2009 sagte Jordan, dass man ihn eventuell mit 50 wieder spielen sehen werde. Als daraufhin Gelächter ausbrach, warnte er: „Lacht bloß nicht.“ Alle wussten, dass das alte Feuer in ihm immer noch loderte. Antawn Jamison ist überzeugt, dass Jordan heute noch in der NBA mithalten könnte. „Ich würde nicht bezweifeln, dass er in der richtigen Situation mit LeBron oder Kobe in seinem Team zehn oder elf Punkte erzielen würde“, sagte der Profi der Los Angeles Lakers.

Die „Marke“ Michael Jordan ist auf jeden Fall immer noch ein Verkaufserfolg. Auch fast ein Jahrzehnt nach seinem Karriereende kommen neue „Air Jordan“-Schuhe auf den Markt - und die alten Modelle werden wieder neu aufgelegt. Der Sportartikelgigant Nike hat 20 Designer, die sich ausschließlich damit beschäftigen, und macht jährlich mehr als eine Milliarde US-Dollar (750,36 Mio. Euro) Umsatz mit den Schuhen. 58 Prozent der heute in den USA verkauften Basketballschuhe sind „Air Jordan“. Für „Magic“ Johnson ist klar: „Michael wird in die Geschichte eingehen wie Muhammad Ali - vielleicht sogar noch größer als er.“

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