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Teenager Hölzl mit Talentprobe

Jacqueline Seifriedsberger hat bei der WM in Val di Fiemme am Freitag die erste Medaille für Österreichs Skispringer geholt. Die 22-Jährige segelte von der Normalschanze zu Bronze. Seifriedsberger musste sich nur der neuen Weltmeisterin, der US-Amerikanerin Sarah Hendrickson, und der Japanerin Sara Takanashi geschlagen geben.

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Seifriedsberger legte bereits im ersten Durchgang mit einer Weite von 104 Metern den Grundstein zu ihrer ersten WM-Medaille. Im Finale behielt die Oberösterreicherin bei Schneefall den Durchblick und landete bei 98,5 Metern und 16,5 Punkte hinter der Siegerin auf dem Podest. Hendrickson trat mit Sprüngen auf 106 und 103 Meter die Nachfolge der verletzten Österreicherin Daniela Iraschko an. Takanashi fehlten mit 104,5 und 103 Metern 2,7 Zähler auf Gold.

Sara Takanashi (JPN), Sarah Hendrickson (USA) und Jacqueline Seifriedsberger (AUT)

GEPA/Wolfgang Jannach

Takanashi, Hendrickson und Seifriedsberger durften auf das Podest

„Das ist ein super Gefühl“

„Ich kann es gar nicht glauben, das ist ein super Gefühl“, sagte Seifriedsberger, die heuer in Sapporo ihren ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte und als größte Medaillenhoffnung aus österreichischer Sicht galt. Im zweiten Durchgang behielt die 22-Jährige ihre Nerven. „Ich war schon ein bisserl mehr nervös vor dem zweiten Durchgang. Aber es hat gut funktioniert, und jetzt freue ich mich einfach“, sagte Seifriedsberger, die im Zielraum von ihrer Familie angefeuert wurde. „Alle sind aus dem Häuschen, so wie ich“, so die Bronzemedaillengewinnerin.

15-jährige Hölzl: „echt cool“

Eine Talentprobe lieferte auch Chiara Hölzl ab. Die erst 15-Jährige belegte bei ihrem WM-Debüt den sensationellen neunten Platz. Nach Rang zwölf im ersten Durchgang (95,5 m) schob sich Hölzl in der Entscheidung mit 94,5 Metern in die Top Ten. „Ich freue mich riesig. Das ist echt cool, ich kann es gar nicht fassen“, sagte Hölzl. „Ich bin stolz, dass ich im zweiten Durchgang einen Telemark gemacht habe“, fügte die Salzburgerin lachend hinzu. Für Katharina Keil lief es nicht nach Wunsch, sie verpasste als 36. die Qualifikation für das Finale.

Katharina Keil, Jacqueline Seifriedsberger und Chiara Hölzl

APA/EXPA/Jürgen Feichter

Auch Katharina Keil (li.) und die Neunte Chiara Hölzl (re.) freuten sich

Neidlos mit ihren Teamkolleginnen freuen konnte sich auch Titelverteidigerin Iraschko, die wegen einer Knieverletzung nur als Zuschauerin nach Val di Fiemme gekommen war. „Das war super Werbung für Damen-Skispringen. Es freut mich für Jaci, dass sie es runtergebracht hat“, sagte Iraschko.

Hoffnung für den Mixed-Bewerb

Das ausgezeichnete Resultat lässt nun auch für den Mixed-Bewerb am Sonntag mit je zwei Damen und zwei Herren pro Team die Chancen steigen. „Ich bin überzeugt, dass die Österreicherinnen zweimal zur Siegerehrung gehen werden“, meinte Iraschko optimistisch.

Die „bronzene“ Seifriedsberger hat nun freilich gar nichts mehr zu verlieren. „Nach der Einzel-Medaille freue ich mich umso mehr. Wir werden voll angreifen.“ Und Hölzl, die natürlich im Team stehen wird, möchte einfach „noch einmal zwei Sprünge runterbekommen“ - in der Qualität vom Freitag.

Das Resultat ließ auch Herren-Cheftrainer Alexander Pointner das Herz höher schlagen. Einerseits hat das Skisprung-Team damit schon vor dem ersten Herren-Bewerb eine Medaille, zweitens ist die Mixed-Konkurrenz wohl zusätzlich spannend. „Herzliche Gratulation für die erste Skisprung-Medaille. Sie sind sehr gut gesprungen. Jetzt freuen wir uns auf den Mixed-Bewerb“, meinte Pointner.

Damen-Springen, Normalschanze

1. Sarah Hendrickson USA 106,0 / 103,0 253,7
2. Sara Takanashi JPN 104,5 / 103,0 251,0
3. Jacqueline Seifriedsberger AUT 104,0 / 98,5 237,2
4. Coline Mattel FRA 102,0 / 95,5 229,5
5. Carina Vogt GER 99,5 / 96,0 225,4
6. Jessica Jerome USA 100,0 / 98,0 224,9
7. Anette Sagen NOR 97,0 / 94,5 213,3
8. Evelyn Insam ITA 96,0 / 92,5 210,5
9. Chiara Hölzl AUT 95,5 / 94,5 204,3
10. Julia Kykkänen FIN 92,5 / 90,0 203,2
11. Ulrike Gräßler GER 89,5 / 95,0 201,9
12. Elena Runggaldier ITA 89,0 / 93,0 200,9
13. Irina Awakumowa RUS 94,0 / 91,0 200,4
. Spela Rogelj SLO 91,0 / 93,5 200,4
15. Atsuko Tanaka CAN 92,0 / 93,0 200,2
16. Lindsey Van USA 89,0 / 93,5 198,4
17. Ursa Bogataj SLO 90,0 / 92,0 195,7
18. Katja Pozun SLO 91,0 / 90,5 195,0
19. Maja Vtic SLO 86,0 / 94,5 194,8
20. Yuki Ito JPN 90,5 / 91,0 194,3
21. Svenja Würth GER 93,0 / 89,0 193,9
22. Misaki Shigeno JPN 91,0 / 88,0 191,1
23. Bigna Windmüller SUI 89,5 / 87,5 189,6
24. Yurika Hirayama JPN 90,5 / 86,5 188,0
25. Maren Lundby NOR 85,5 / 92,5 187,7
26. Anastasija Gladischewa RUS 89,5 / 88,5 180,7
27. Wendy Vuik NED 88,5 / 85,5 177,8
28. Michaela Dolezelova CZE 85,0 / 87,5 171,8
29. Manuela Malsiner ITA 87,0 / 87,0 165,8
30. Xinyue Chan CHN 89,5 / 83,5 162,4
Nicht für das Finale qualifiziert:
36. Katharina Keil AUT 85,0 77,6

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