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Starker Skiathlon-Auftritt von Dürr

Dario Cologna hat am Samstag in Lago di Tesero im Skiathlon das erste WM-Gold für die Schweiz im Langlaufen geholt. Der Weltcup-Spitzenreiter setzte sich in einem spannenden Rennen über jeweils 15 Kilometer in klassischer Technik und Freistil knapp vor den Norwegern Martin Johnsrud Sundby, Sjur Roethe und Petter Northug durch.

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Aus österreichischer Sicht lieferte Johannes Dürr eine äußerst starke Vorstellung ab. Der ÖSV-Aufsteiger der Saison aus Niederösterreich lief fast bis zum Ende in der Spitzengruppe mit und landete nur 16,7 Sekunden hinter Cologna auf Rang 15.

Dario Cologna

APA/AP/Arno Balzarini

Dario Cologna auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel

Bei den Damen verteidigte Marit Björgen ihren Skiathlon-Titel und eroberte ihr insgesamt zehntes WM-Gold. Die Norwegerin, die schon im Sprint triumphiert hatte, siegte nach zweimal 7,5 km vor ihren Landsfrauen Therese Johaug, Heidi Weng und Kristin Störmer Steira. Die Österreicherinnen hatten mit der Medaillenvergabe nichts zu tun. Katerina Smutna wurde 18., WM-Debütantin Teresa Stadlober 29.

„Es fehlt nicht mehr viel“

Dürr lag bei Halbzeit des 30-km-Rennens nach der klassischen Technik im Spitzenfeld und wechselte als 16. auf die Skating-Ski. Auch dort gelang es dem 25-Jährigen, sich lange in der Spitzengruppe zu halten. "Ich bin überglücklich. Mir ist es abgesehen von der ersten Skating-Runde immer sehr gut gegangen. Dort habe ich ziemlich gekämpft, weil das Tempo enorm hoch war, sagte Dürr unmittelbar nach dem Rennen.

„Als es zum Schluss voll zur Sache ging, habe ich leider eine schlechte Position gehabt. Ansonsten bin ich mit dem Finish aber super zufrieden. Es fehlt nicht mehr viel. Heute war ich wieder mittendrin in der Weltspitze, ein tolles Gefühl. Der Skiathlon taugt mir einfach, weil ich mich in beiden Techniken sehr wohlfühle.“

Zufrieden war auch ÖSV-Cheftrainer Gerald Heigl: „Sensationell, was ‚Joe‘ heute wieder gezeigt hat. Bei der Tour de Ski ist ihm der Knopf aufgegangen. Seitdem weiß er, dass er ganz vorne mitmischen kann, und die Psyche macht in diesem Sport enorm viel aus. Seine Konstanz - er war jetzt fünfmal hintereinander in den Top 16, davon dreimal in den Top Ten - ist einfach beeindruckend. Ich weiß nicht, wann es das zuletzt im österreichischen Langlaufsport gegeben hat.“

Norwegerinnen eine Klasse für sich

Der Damen-Bewerb mutierte zu norwegischen Festspielen. Im Quartett zermürbten die Skandinavierinnen auf der zweiten Rennhälfte im Skating-Stil die große Rivalin Justyna Kowalczyk. Die Polin, die zu Jahresbeginn im nahen Cavalese die Tour de Ski gewonnen hatte, wurde nur Fünfte.

Vor wenigen Wochen hatte Björgen wegen Herzrhythmusstörungen noch eine Pause einlegen müssen, bei der WM präsentiert sich die 32-Jährige in der von ihr bei Großereignissen gewohnten Topform. Mit einem unglaublichen Stakkato erklomm sie den letzten Anstieg und verteidigte auch den zweiten ihrer vier Titel von Oslo 2011 erfolgreich. Vier WM-Goldmedaillen fehlen Björgen noch auf den Rekord der Russin Jelena Wälbe.

Smutna und Stadlober zufrieden

Die beiden Österreicherinnen waren mit ihrem Rennen zufrieden. Die 29-jährige Smutna landete mit 1:54,5 Minuten Rückstand an der 18. Stelle, die erst 20-jährige Stadlober erreichte als 29. (2:41,0) ihr selbst gestecktes Ziel.

Smutna hatte sich in den wenigen Tagen seit dem 13. Sprint-Platz von der Verkühlung erholt. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte die Wahltirolerin. „In der letzten Runde hatte ich schwere Beine, aber die Ski waren gut.“ Die Klassik-Spezialistin hatte den ersten 7,5-km-Abschnitt als 15. absolviert, musste da aber schon die Überlegenheit der Topläuferinnen anerkennen. Nach gut vier Kilometern musste sie abreißen lassen. „Die Spitze war einfach zu schnell, das ging nicht mehr.“

Stadlober war nach ihrem ersten Rennen bei den „Großen“ aufgekratzt. Das Rundherum sei fast das Schwierigste gewesen, sagte die Juniorenweltmeisterin. Im Rennen war die Nervosität rasch weg. „Da gibt es nur von Anfang an Vollgas und kein Taktieren“, so die Tochter von Ex-Weltmeister und ORF-Kommentator Alois Stadlober. „Ich habe mich sehr gut gefühlt. In die Top 30 muss man es erst einmal schaffen.“

Herren-Skiathlon (15 km klassisch, 15 km Freistil)

1. Dario Cologna SUI 1:13:09,3
2. Martin Johnsrud Sundby NOR + 1,8
3. Sjur Roethe NOR 2,0
4. Petter Northug NOR 5,2
5. Maxim Wylegschanin RUS 6,1
6. Alexander Legkow RUS 10,1
7. Calle Halfvarsson SWE 11,6
8. Marcus Hellner SWE 12,0
9. Tobias Angerer GER 12,4
10. Jean-Marc Gaillard FRA 12,7
15. Johannes Dürr AUT 16,7

Damen-Skiathlon (7,5 km klassisch, 7,5 km Freistil)

1. Marit Björgen NOR 39:04,4
2. Therese Johaug NOR + 3,4
3. Heidi Weng NOR 14,9
4. Kristin Störmer Steira NOR 16,3
5. Justyna Kowalczyk POL 27,1
6. Charlotte Kalla SWE 41,2
7. Julia Tschekalewa RUS 46,9
8. Krista Lähteenmäki FIN 48,8
9. Astrid Uhrenholdt Jacobsen NOR 1:06,5
10. Masako Ishida JPN 1:07,5
18. Katerina Smutna AUT 1:54,5
29. Teresa Stadlober AUT 2:41,0

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