Stoch erstmals Weltmeister
Kamil Stoch hat sich am Donnerstag den WM-Titel auf der Großschanze von Predazzo geholt. Der Pole setzte sich vor dem Slowenen Peter Prevc durch, der nach Rang drei auf der Normalschanze seine zweite Medaille bei dieser WM holte. Bronze ging an den Norweger Anders Jacobsen. Die Österreicher konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen.
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Wolfgang Loitzl musste sich 4,2 Punkte hinter Jacobsen mit Rang vier begnügen. Titelverteidiger Gregor Schlierenzauer verbesserte sich nach einem verpatzten ersten Durchgang zwar, kam aber nicht über den achten Endrang hinaus. Manuel Fettner belegte unmittelbar vor Thomas Morgenstern den 15. Rang, Stefan Kraft landete auf Platz 23.
Schlierenzauer „auch nur ein Mensch“
„Ich glaube, ich habe mich im Material vergriffen“, erklärte Weltcup-Dominator Schlierenzauer. „Es war auch Rückenwind, da habe ich noch Aufholbedarf in den nächsten Jahren. Ich war 2013 nie schlechter als heute, aber naja. Ich bin an und für sich gut vom Tisch gesprungen, dann aber nicht ins Fliegen gekommen. Ich bin auch nur ein Mensch und keine Maschine. Ich habe ja schon zwei Medaillen.“

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Schlierenzauer konnte seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden
Der 33-jährige Loitzl, Normalschanzen-Weltmeister von 2009, nahm „Blech“ gefasst zur Kenntnis: „Ich muss sagen, es überwiegt eher die Freude über Platz vier. Hätte ich vor ein paar Tagen erfahren, dass ich Vierter werde, hätte ich es dankend angenommen. Es ist sich leider nicht ganz ausgegangen, aber es stimmt mich sehr positiv. Ich hätte es mir auch von der unteren Luke zugetraut, weit zu springen. Es ist ein guter vierter Platz, es ist halt undankbar.“
„Wer gewinnen kann, muss auch verlieren können“
ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner sah es ähnlich: „Gratulation an Wolfgang, Vierter muss man auch einmal werden. Er hat eine unheimliche Leistungssteigerung erfahren und es gut rübergebracht. Ich hätte ihm vom Herzen her eine Medaille vergönnt. Gregor wollte mehr auf eine Karte setzen, das ist sich leider im ersten Durchgang nicht ganz ausgegangen. Im zweiten war es ein wesentlich besserer Sprung. Wer gewinnen kann, muss auch einmal verlieren können. Deshalb Gratulation an alle Medaillengewinner.“
Fettner war mit seiner Leistung nicht unzufrieden: „Es waren zwei passable Sprünge. Bei einer WM darf man sich eben keine Fehler erlauben, das habe ich aber vorher gewusst. Dem ‚Wuff‘ (Loitzl, Anm.) hätte ich eine Medaille vergönnt, es war ein schöner Sprung. Aber das Niveau ist derzeit so hoch.“
Morgenstern muss in den Schnee
Für Morgenstern, der von so manchem Insider wie zum Beispiel Adam Malysz als Medaillenkandidat gehandelt worden war, reichte es nach Rang fünf vom kleinen Bakken auch auf dem großen zu keiner Medaille. Im Auslauf des ersten Durchgangs stürzte der dreifache Olympiasieger nach seinem 126-m-Satz nach dem Telemark nahe der Sturzlinie und ging so nur als 22. in das Finale.
„Im zweiten Durchgang musste ich alles auf eine Karte setzen. Die Bombe ist mir nicht gelungen, aber er war tadellos“, sagte der Kärntner zu seinem 125,5-m-Sprung. „Aber ansonsten war es ein vergeigter Wettkampf“, stellte Morgenstern, unmittelbar hinter Fettner 16., fest. Youngster Stefan Kraft wurde 24. „Es passt ganz gut, ich habe mich wieder gesteigert, ich bin wieder fast da, wo ich sein wollte. Es war zweimal nicht ganz perfekt.“

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Auf den Schultern seiner Teamkollegen genoss Kamil Stoch den Sieg
Weltmeister keine Überraschung
Im Gegensatz zu den Auftritten des neuen Weltmeisters Stoch. „Es war ein großartiger Tag für mich, ich bin überglücklich“, jubelte der Pole, der auf der Normalschanze zur Halbzeit Zweiter gewesen war, dann aber auf Rang acht zurückfiel.
„Ich habe etwas weniger Druck gespürt als vor einigen Tagen, ich habe sehr viel beim Wettbewerb auf der Normalschanze gelernt. Die große Party kommt dann nach der Saison.“ Stoch ist kein Überraschungsweltmeister: Schlierenzauer hatte ihn als Konkurrenten Nummer eins genannt, Ex-Springer Malysz hatte den Sieg seines Landsmanns vorausgesagt.
Herren-Springen, Großschanze
| 1. |
Kamil Stoch |
POL |
131,5 / 130,0 |
295,8 |
| 2. |
Peter Prevc |
SLO |
130,5 / 130,5 |
289,7 |
| 3. |
Anders Jacobsen |
NOR |
129,0 / 131,0 |
289,1 |
| 4. |
Wolfgang Loitzl |
AUT |
128,5 / 132,5 |
284,9 |
| 5. |
Jan Matura |
CZE |
127,5 / 132,0 |
281,4 |
| 6. |
Richard Freitag |
GER |
129,0 / 128,5 |
280,4 |
| 7. |
Simon Ammann |
SUI |
127,5 / 132,5 |
279,8 |
| 8. |
Gregor Schlierenzauer |
AUT |
125,0 / 128,5 |
279,2 |
| 9. |
Severin Freund |
GER |
126,5 / 129,5 |
277,4 |
| 10. |
Daiki Ito |
JPN |
127,5 / 127,0 |
276,9 |
| 11. |
Anders Bardal |
NOR |
127,5 / 129,0 |
276,4 |
| . |
Andreas Wank |
GER |
127,5 / 129,5 |
276,4 |
| 13. |
Michael Neumayer |
GER |
130,5 / 124,0 |
274,3 |
| 14. |
Tom Hilde |
NOR |
127,5 / 129,0 |
273,6 |
| 15. |
Manuel Fettner |
AUT |
126,5 / 125,5 |
272,7 |
| 16. |
Thomas Morgenstern |
AUT |
126,0 / 125,5 |
271,8 |
| 17. |
Taku Takeuchi |
JPN |
126,0 / 126,0 |
270,5 |
| 18. |
Andreas Stjernen |
NOR |
125,0 / 127,0 |
268,9 |
| 19. |
Piotr Zyla |
POL |
124,0 / 126,5 |
268,1 |
| 20. |
Dawid Kubacki |
POL |
126,5 / 126,0 |
265,3 |
| 21. |
Robert Kranjec |
SLO |
123,0 / 126,5 |
264,5 |
| 22. |
Noriaki Kasai |
JPN |
125,0 / 125,0 |
263,7 |
| 23. |
Stefan Kraft |
AUT |
124,5 / 124,5 |
262,3 |
| 24. |
Lukas Hlava |
CZE |
121,5 / 126,5 |
260,3 |
| 25. |
Jaka Hvala |
SLO |
122,0 / 125,0 |
259,8 |
| 26. |
Kaarel Nurmsalu |
EST |
121,0 / 122,5 |
259,4 |
| 27. |
Maciej Kot |
POL |
125,0 / 122,5 |
258,7 |
| 28. |
Jurij Tepes |
SLO |
122,0 / 124,5 |
258,1 |
| 29. |
Vincent Descombes Sevoie |
FRA |
122,0 / 126,5 |
256,7 |
| 30. |
Roman Koudelka |
CZE |
120,5 / 121,5 |
250,5 |
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