Verschiebung und Abbruch
Das Wetter ist auch am zweiten Tag beim Weltcup-Finale in Lenzerheide zum Spielverderber geworden. Nachdem der Super-G der Herren am Donnerstag zuerst mehrmals verschoben worden war, wurde er nach einem schweren Sturz von Klaus Kröll nach zehn Läufern abgebrochen. Der Steirer musste verletzt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus abtransportiert werden.
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Das Rennen konnte erst mit großer Verspätung gestartet werden. Zuerst wurde der geplante Start aufgrund der Schneefälle in der Nacht von 9.30 Uhr um zwei Stunden verschoben. Später wurde die Startzeit noch weiter nach hinten versetzt. Um 13.00 Uhr wurde das Rennen schließlich doch noch gestartet. Nachdem Gauthier de Tessieres mit Nummer eins im Ziel war, wurde das Rennen erneut für mehr als eine halbe Stunde unterbrochen. Starke Windböen sorgten für unberechenbare Verhältnisse auf der Strecke.
Oberarmbruch bei Kröll
Nach Wiederbeginn hatten alle Läufer mit den widrigen Bedingungen und der Kurssetzung zu kämpfen. Mehrere Läufer vermieden mit Mühe einen Sturz. Kröll wurden die diffusen Lichtverhältnisse schließlich zum Verhängnis. Der Steirer übersah eine Welle auf dem selektiven Kurs und flog unkontrolliert ins Netz. Für Kröll endete die Super-G-Farce mit einem Bruch des linken Oberarms unter Beteiligung des Oberarmkopfes. Der 32-Jährige wurde per Hubschrauber ins Kantonsspital Graubünden in Chur gebracht, wo er noch am Donnerstagnachmittag operiert werden sollte.

Reuters/Denis Balibouse
Kröll konnte den Sturz an der schwierigen Stelle nicht mehr verhindern
„Es ist ein Witz“
Marcel Hirscher, der als Letzter ins Rennen gegangen wäre, hatte bereits vor dem Abbruch seine Zelte zusammengepackt. „Ich habe schon vor dem Beschluss der ganzen Mannschaft für mich beschlossen, dass ich es bleiben lasse und am Pistenrand gemütlich runterschwinge“, sagte der Salzburger. Hirscher übte gleichzeitig Kritik an der Rennleitung: „Wenn die Gesundheit nicht mehr im Vordergrund steht, dann steht gar nichts mehr dafür, sondern es ist ein Witz.“
„Es war extrem wechselhaft“, sagte auch Romed Baumann, der im Unterschied zu Kröll die Strecke unversehrt meistern konnte. Der Kombi-Bronzene von Schladming schloss sich der Kritik von Hirscher an, den Bewerb bei den widrigen Verhältnissen durchzuboxen. „Klaus ist, glaube ich, schon ein guter Skifahrer und wenn er solche Probleme hat und keine Zeit hat zum Korrigieren, dann war es sicher am Limit“, sagte Baumann.
Weltcup entschieden
Der Abbruch bedeutete aber auch die Entscheidung im Rennen um den Gesamtweltcup, in dem Titelverteidiger Hirscher mit 149 Punkten Vorsprung auf Aksel Lund Svindal führt. Der Norweger gab seinen Verzicht auf den Slalom am Sonntag bekannt und kann daher Hirscher nicht mehr einholen. Svindal hat seit Jänner 2012 in Kitzbühel keinen Weltcup-Slalom mehr bestritten. Die Abfahrten bei Damen und Herren am Mittwoch wurden wegen Nebels abgesagt.
Hirschers Interesse galt aber trotzdem der Gesundheit seines Teamkollegen. „Es relativiert sich in so einem Moment alles. Ich bin mit Klaus oben noch zusammengesessen, und dann passiert so etwas im letzten Rennen“, sagte Hirscher. „Ich wünsche ihm alles Gute.“
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