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„Ich bin jetzt das schwarze Schaf“

Sebastian Vettel hat nach seinem umstritten Sieg in Malaysia seinen australischen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber öffentlich um Verzeihung gebeten. „Ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich hätte meine Position halten müssen. Ich will bei der Wahrheit bleiben und mich bei Mark entschuldigen“, sagte der nun 27-fache Grand-Prix-Sieger.

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Vettel hatte im turbulenten Rennen in Sepang einen „Waffenstillstand“ bedeutenden Code ins Cockpit gefunkt bekommen, Webber kurz vor Schluss aber trotzdem mit einem gefährlichen Manöver überholt. „Ich hätte die Teamanordnung nicht ignorieren dürfen, hätte mich besser benehmen müssen“, gab Vettel zu. „Wenn es etwas zu sagen gibt, dann sprechen wir intern darüber. Wir haben genug Zeit dafür. Ich bin jetzt das schwarze Schaf. Ich kann mich nur bei Mark entschuldigen.“

Mark Webber und Sebastian Vettel

GEPA/XPB Images

Freunde werden Mark Webber und Sebastian Vettel wohl keine mehr

Doch der Australier ging nicht darauf ein. „Es ist noch zu früh, zu frisch“, antwortete der 36-Jährige mit starrer Miene. „Am Ende hat Seb wieder seine eigene Entscheidung getroffen, wie immer wird er vom Team beschützt werden“, klagte Webber. Bis dahin hatte der Routinier das Rennen angeführt, von der Box war er dann um schonende Fahrweise bis ins Ziel gebeten worden. Vettel aber ignorierte den Befehl.

Schon in der 28. Runde hatte er unwirsch gefunkt: „Mark ist zu langsam, schafft ihn aus dem Weg.“ Dann aber fiel er noch einmal zurück, ehe er nach dem letzten Boxenstopp wieder zu Webber aufschloss - und seinen Kopf durchsetzte. „Das ist dumm, was soll das“, beschwerte sich Teamchef Christian Horner via Boxenfunk. „Seb hat sein Interesse über das des Teams gestellt“, urteilte Horner später.

„Mark hätte gewinnen sollen“

Das Manöver sei natürlich mit Absicht geschehen, betonte Vettel. „Aber ich wollte die Strategie nicht ignorieren. Man hat eine gewisse Verantwortung für das Team und die Leute, die das ganze Jahr in der Fabrik arbeiten“, ergänzte der deutsche Dreifachweltmeister, der mit diesem Erfolg die WM-Führung nach zwei von 19 Rennen übernahm. Dass das ohnehin angespannte Verhältnis zu Webber nun nicht besser geworden ist, war Vettel daher durchaus bewusst.

„Wir haben schon schwierige Situationen in der Vergangenheit gehabt. Wir sind nicht die besten Freunde, aber es ist schwer, mit irgendjemandem im Fahrerlager befreundet zu sein“, sagte Vettel dann bei der Pressekonferenz. „Ich respektiere Mark als Fahrer. Wir haben in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet. Ich bin nicht stolz auf das, was ich getan habe. Wenn ich nochmals in dieser Situation wäre, würde ich es anders machen. Aber ich kann es jetzt nicht mehr ändern.“

Sebastian Vettel und Mark Webber

APA/AP/Andy Wong

Die Red-Bull-Kontrahenten Rad an Rad - Vettel zeigte wenig Teamspirit

Er habe die Strategie nicht mit Absicht ignoriert, beteuerte der 25-Jährige. „Ich wusste erst nicht, dass ich einen Fehler gemacht habe. Erst als ich zurück an die Box gekommen war, vom Team gehört und ein paar kurze Worte mit Mark gewechselt hatte, wusste ich: Ich habe Mist gebaut.“ Die Freude über den Sieg fiel daher zunächst auch nicht überschäumend aus. „Es tut mir nicht leid, dass ich gewonnen habe. Aber Mark ist auch ein starkes Rennen gefahren. Er hätte gewinnen sollen“, sagte Vettel.

Horner bemühte sich indes krampfhaft, zumindest ein wenig Spannung aus der Situation zu nehmen. „Das bestimmende Gefühl ist, dass wir 43 Punkte geholt und eine großartige Vorstellung vom gesamten Team gezeigt haben“, meinte der Brite. „Wir haben den Fahrern angeordnet, ihre Positionen im Finish zu halten, um die Reifen zu schonen. Dann hat es Sebastian alleine in die Hand genommen, um das Rennen zu gewinnen. Wir werden uns hinsetzen und intern darüber reden.“

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