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Lieber Janko als Hosiner

Die Vorgabe für Irland vor dem WM-Qualifikationsspiel am Dienstag im Dubliner Aviva Stadion unterscheidet sich nicht von jener für Österreich: Drei Punkte sind Pflicht, um im Rennen um das Ticket für Brasilien zu bleiben. „Wir müssen gewinnen, aber wir müssen intelligent spielen“, sagte Teamchef Giovanni Trappatoni. Denn vor Österreichs Kreativabteilung hat der 74-jährige Startrainer Respekt.

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Anders als ÖFB-Teamchef Marcel Koller präsentierte Trapattoni bereits am Montag die Aufstellung für das vorentscheidende Spiel am Dienstag. Der 74-Jährige nahm dabei zwei Änderungen im Gegensatz zum 0:0 am Freitag gegen Schweden vor. Anstelle von Paul Green kehrt Glenn Whelan ins Mittelfeld zurück, für den verletzten Torjäger und Kapitän Robbie Keane rückte überraschend Conor Sammon vom englischen Zweitligisten Derby County in die Startelf. Verteidiger Marc Wilson ist mit einer Leistenverletzung fraglich.

„Vertrauen in mein Team“

Zumindest für die irischen Journalisten war Sammon eine große Überraschung. Die lokale Presse hatte sich den routinierten Kevin Doyle erwartet. Denn Sammon durfte bisher erst zweimal in Testspielen das grüne Trikot mit dem Kleeblatt tragen. Tor gelang ihm in beiden Kurzeinsätzen keines. Trapattoni stärkte seiner Mannschaft im noblen Grand Hotel von Malahide nördlich der irischen Hauptstadt jedoch den Rücken. „Ich habe großes Vertrauen in mein Team“, sagte Trapattoni.

Die Nullnummer in Stockholm ist für den 74-Jährigen auch der Maßstab für die Partie gegen Österreich. „Wir müssen 90, 94 oder 95 Minuten voll konzentriert sein“, sagte Trapattoni, der seine Mannschaft noch einmal für das Spiel in Schweden lobte. „Ich bin mit der Entwicklung des Teams sehr zufrieden. Aber wir können noch viel besser sein“, sagte Trapattoni. Für Irland geht es um den ersten Sieg gegen Österreich seit einem 3:2 im Jahr 1963. Die letzten beiden Duelle in der EM-Qualifikation 1995 endeten jeweils 3:1 für Österreich.

Mehr Angst vor Hosiner

Trapattoni will den Österreichern mit seinen Iren nicht ins offene Messer laufen. Zu stark schätzt der Trainerveteran die ÖFB-Kreativabteilung ein. „Österreich ist sehr agil und kann schnell spielen“, sagte Trapattoni, „Sie haben kreative und technisch gute Spieler, wie Alaba, Arnautovic, Ivanschitz oder auch Janko, wenn er spielen sollte.“ Andreas Ivanschitz und Marc Janko kennt der 74-Jährige noch aus seiner Zeit bei Red Bull Salzburg.

Philipp Hosiner am Ball

GEPA/Christian Walgram

Trapattoni zeigt sich von Hosiner beeindruckt

Trotzdem ließ Trapattoni mit der Andeutung aufhorchen, Janko wäre ihm im Sturm der Österreicher lieber. Denn mehr „Angst“ als vor dem ehemaligen Torschützenkönig der österreichischen Bundesliga hat der 74-Jährige überraschenderweise vor dem aktuell besten Torjäger Philipp Hosiner. Obwohl er den 23-Jährigen nur von Videoaufzeichnungen kennt. „Hosiner ist aber schneller, er kann uns damit mehr Probleme bereiten“, sagte Trapattoni, „aber wer bei Österreich spielt, damit muss sich mein Kollege beschäftigen.“

Beeindruckende Bilanz

Und noch ein Name kam dem irischen Teamchef beim Thema Österreich in den Sinn: Christian Fuchs. Der 26-jährige ÖFB-Kapitän hat gegen die lebende Trainerlegende nämlich eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Während seiner Zeit beim SV Mattersburg feierte Fuchs gegen die Salzburger „Bullen“ von „Maestro“ Trapattoni in acht Spielen vier Siege, zwei Remis, aber nur zwei Niederlagen.

„I know very well Fuchs“, sagte Trapattoni in seiner Version von Englisch. Und sorgte damit nicht nur bei den einheimischen Journalisten in Malahide für Schmunzeln. Denn der Nachname von Österreichs Teamkapitän hat eine große Ähnlichkeit mit einem im englischen Sprachraum gerne benutzten Schimpfwort - vor allem für irische Ohren. Ein Schimpfwort, dass den „Boys in Green“ am Dienstag tausendfach entgegenschallen könnte, wenn man gegen Österreich erneut verliert.

Karl Huber, ORF.at aus Dublin

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