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Junuzovic-Ausfall wog schwer

Sechs Punkte waren der Wunsch von Österreichs Team vor dem WM-Qualifikationsdoppel gegen die Färöer und Irland. Zu Buche stehen am Ende vier. Aber das nur, weil David Alaba am Dienstag in Dublin in letzter Sekunde den Ball noch im Tor versenkte und ein 1:2 in ein 2:2 verwandelte. Das Spiel war eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Auf einen guten Start folgten ein Leerlauf und doch noch ein „Happy End“.

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„Natürlich sind wir alle froh, dass wir etwas mitnehmen können, besonders nach dem Spielverlauf“, sagte Alaba nach der Partie in den Katakomben des Aviva-Stadions. Für den Bayern-Legionär war der späte Ausgleich die Belohnung für den großen Kampfgeist des ÖFB-Teams, das mit einer robust auftretenden irischen Mannschaft, mehr als 30.000 sangesfreudigen irischen Schlachtenbummlern und arktischen Temperaturen zu kämpfen hatte.

David Alaba erzielt das 2:2 gegen Irland

Reuters/Russell Cheyne

In der Nachspielzeit ernteten Alaba und Co. die Früchte der harten Arbeit

„Wir haben einfach an unsere Stärken geglaubt und immer gewusst, dass wir noch ein Tor erzielen können“, sagte Alaba, der zwar keinen guten Tag erwischte, aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand - nämlich in der Nachspielzeit am irischen Strafraum, von wo aus er den Ball nach Zuspiel von Martin Harnik und der Hilfe eines irischen Beines doch noch zum Ausgleich im Tor versenkte. „Sicher ist es irgendwo glücklich, dass es so spät passiert ist. Aber wir sind alle froh und erleichert“, so der Bayern-Legionär.

Attacke als Knackpunkt

Erleichtert war auch Teamchef Marcel Koller. Der Schweizer sah einen starken Beginn und ein noch stärkeres Nachlassen - vor allem in Sachen Spielwitz. Ausschlaggebend war für Koller die Verletzung von Junuzovic. Diese „hat uns aus dem Spiel geworfen“, sagte der Teamchef. Junuzovic war bis zur brutalen Attacke James McCarthys, der dafür nur Gelb sah, die auffälligste Figur auf dem Rasen des Aviva-Stadions. Ciaran Clark wird sich noch lange daran erinnern, wie ihm der 25-Jährige in der elften Minute den Ball abnahm und danach Martin Harnik ideal zum 1:0 bediente.

Zlatko Junuzovic liegt nach einem Foul am Boden

GEPA/Christian Ort

Nach dem Ausfall von Junuzovic riss der Faden im Spiel der Österreicher

Doch nachdem McCarthy sprichwörtlich die „Blutgrätsche“ - Junuzovic erlitt eine mehrere Zentimeter lange Rissquetschwunde am Knie, die mit fünf Stichen genäht werden musste - auspackte, war das Spiel für den Legionär von Werder Bremen vorbei. „Ich habe den Gegenspieler zu spät gesehen, normalerweise muss ich mich in so einer Situation cleverer verhalten. Ich habe nur ihn gesehen und mir in dem Moment gedacht, das wird wehtun“, sagte Junuzovic, der von einer zweiwöchigen Pause ausgeht.

Zwei Fehler, zwei Tore

Obwohl für Kapitän Christian Fuchs Österreich über 90 Minuten die „klar bessere Mannschaft war“, war es mit dem Spielfluss nach Junuzovics Verletzung vorbei. „Man hat aber gesehen, wie wichtig er ist, welche Rolle er zurzeit spielt. Es war daher sicher ein Rückschlag für uns, dass er so früh ausgeschieden ist“ sagte auch Emanuel Pogagetz.

Der Steirer selbst spielte, während Junuzovic behandelt wurde, beim Ausgleich der Iren eine Hauptrolle. Der Verteidiger hatte Shane Long mit einem unglücklichen Tackling im Strafraum an der Toroutlinie zu Fall gebracht, Jonathan Walters bedankte ich mit dem Ausgleich per Elfmeter. „Ich habe gedacht, dass hinter mir noch ein Ire mitläuft. Aber ich hätte mich umsehen müssen und dann gesehen, dass Long alleine auf weiter Flur war“, so Pogatetz.

Alleine auf weiter Flur war auch Walters knapp vor der Pause nach einem Eckball. Für den 29-Jährigen fühlte sich am langen Eck niemand zuständig. Das Resultat war das 2:1 für Irland. Auch hier fehlte Junuzovic. „Er steht normalerweise am zweiten Pfosten, und die Zuteilung war daher nicht optimal“, sagte Pogatetz, der von einer „Kleinigkeit, die wir noch lernen müssen“, sprach.

Dranbleiben wird belohnt

Teamchef Koller führte den Rückfall seiner Mannschaft nach der frühen Führung auch auf den Gegner zurück. „Das irische Team ist mit viel Wucht und weiten Bällen gekommen. Sie waren sehr aggressiv, haben das Zentrum zugemacht, die Räume geschlossen und waren bei der Ballannahme gleich da“, sagte der Schweizer, „vor dem Elfmeter und beim Eckball war die Organisation nicht gut. Dass wir so kurz vor der Pause in Rückstand geraten sind, war auch sehr unglücklich.“

Heinz Lindner, Aleksandar Dragovic (AUT), Shane Long (IRL) und Christia Fuchs (AUT)

GEPA/Christian Ort

Mit vollem Einsatz kämpfte sich die ÖFB-Auswahl zurück ins Spiel

Zur Pause redete Koller seiner Mannschaft ins Gewissen. „In der Pause haben wir gesagt, dass wir dranbleiben müssen und mit mehr Leidenschaft in die Zweikämpfe gehen, aber auch weiter Fußball spielen“, so Koller. Dank eines offenbar von Trainer Giovanni Trapattoni verordneten Rückzugsgefechts der Iren erspielten die Österreicher auch eine Überlegenheit, die am Ende im Ausgleich gipfelte, aber auch nur, weil Torhüter Heinz Lindner in der 67. Minute mit einer Glanzparade den dritten irischen Treffer verhinderte.

„Finale“ gegen Schweden

Mit dem Punkt in Dublin eroberte Österreich Platz zwei in der Gruppe C hinter Deutschland, das sich bereits entspannt nach einem Quartier für die WM in Brasilien umsehen darf. Die Zuversicht der ÖFB-Spieler, vielleicht doch noch zur WM zu fahren, erhielt nach dem hart erkämpften Remis gegen die Iren Auftrieb. „Mit dieser Einstellung können wir noch einiges erreichen“, sagte Fuchs.

Junuzovic freute sich trotz schmerzenden Andenkens aus Dublin bereits auf das nächste Qualispiel am 7. Juni. Denn dann könnte sich bereits der Kampf um das Ticket für die WM-Barrage entscheiden. „Jetzt haben wir ein echtes Finalspiel im Juni in Schweden“, sagte Junuzovic, der angesichts der 2.700 mitgereisten Fans in Dublin bereits jetzt dem Heimspiel entgegenfiebert: „Da wird es kochen.“ Koller stieg hingegen gleich wieder auf die Bremse: „Es gibt keinen Grund für Euphorie. Es warten noch harte Duelle, und es ist noch ein weiter Weg.“

Karl Huber, ORF.at aus Dublin

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