Schwaches Frühjahr als Auslöser
Was die Spatzen in Graz schon länger von den Dächern gepfiffen haben, ist nun Gewissheit: Der SK Puntigamer Sturm Graz und Trainer Peter Hyballa gehen ab sofort getrennte Wege. Die Steirer zogen am Montag einen Schlussstrich unter die kurze Ära des Deutschen und beurlaubten den Trainer mit sofortiger Wirkung. Mit Markus Schopp übernimmt ein Liebling der Fans interimistisch die Trainingsleitung.
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Hyballa hatte sein Amt bei Sturm im Sommer 2012 angetreten. Zuvor war der 37-Jährige als Trainer bei den Red Bull Juniors in Salzburg tätig gewesen. Im Frühjahr schlitterte Sturm unter der Leitung Hyballas in ein Formtief, das nun den Ausschlag für die Beurlaubung gab. „Im vergangenen Sommer ist der SK Sturm mit sehr viel Elan gemeinsam mit Peter Hyballa gestartet. Leider ging dieser Spirit step by step verloren“, so General Manager Gerhard Goldbrich auf der Homepage des Vereins.

APA/Markus Leodolter
Hyballa konnte das Ruder bei Sturm nicht mehr herumreißen
Laut einer Pressemitteilung von Sturm am Montag wollte man auch Hyballa die Gelegenheit geben, sich auf einer Pressekonferenz zu äußern. Der 37-Jährige lehnte jedoch ab und wurde lediglich in der Aussendung zitiert: „Ich akzeptiere die Entscheidung des Gremiums und wünsche der Mannschaft, dem Trainerstab und dem SK Puntigamer Sturm Graz alles Gute für die restlichen Spiele der Saison.“
Mattersburg nicht der Auslöser
Davor hatte der Clubaufsichtsrat dem Antrag der Geschäftsführung zugestimmt, Hyballa seines Amtes zu entheben. „Vor sechs Wochen haben wir uns gemeinsam dazu entschieden, Hyballa nochmals den Rücken zu stärken, um alle Beteiligten in die Pflicht zu nehmen und allen als Team die Chance zu geben.“, so Goldbrich. Es half jedoch alles nichts. Erst am Samstag vermied Sturm in letzter Sekunde eine Heimniederlage gegen Abstiegskandidat SV Mattersburg und rettete mit dem 2:2 immerhin einen Punkt.
Trotzdem war das matte Remis gegen die Burgenländer nicht der Auslöser für die Trennung. „Wir möchten betonen, dass nicht das Spiel am vergangenen Samstag, sondern die gesamte Situation - die mangelnde Konstanz und Weiterentwicklung - diesen Schritt notwendig gemacht haben. Der Druck auf die Mannschaft, aber auch auf den Trainer und den Verein wurde so groß, dass wir diese schwere Entscheidung getroffen haben“, sagte Goldbrich und bedankte sich bei Hyballa, „der mit den neuen Spielformen und dem neuen System in schweren Zeiten Akzente zu setzen versuchte“.
Schwieriges Verhältnis
Hyballa betreute im Frühjahr 2012 die Red-Bull-Amateure, ehe er vom damaligen Sturm-Geschäftsführer Paul Gludovatz im vergangenen Sommer gemeinsam mit Ayhan Tumani nach Graz gelotst wurde. Das Duo lag des Öfteren in Clinch mit Spielern, Medien und Fans und schaffte es nicht, eine anhaltend positive Entwicklung in Gang zu setzen.
Erste Konsequenz war, dass Tumani bereits am 20. März gehen musste - nun erwischte es auch Hyballa. Unter dem Deutschen liegt Sturm nach 30 Runden auf Platz vier und damit auf einem Europacup-Platz. Die „Blackies“ warten aber schon seit vier Runden auf einen vollen Erfolg und holten in den ersten zehn Frühjahrspartien nur zehn Punkte.
Schopp steigt auf
Am Dienstag präsentierte Sturm mit Schopp den vorläufigen Nachfolger Hyballas. Der 39-Jährige betreute bisher die Amateurabteilung der Grazer in der Regionalliga. Schopp war eine der schillernden Figuren in der großen Zeit des Vereins unter Trainer Ivica Osim, als die Grazer zweimal Meister (1998, 1999) wurden und in der Champions League 2001 mit dem Einzug in die zweite Gruppenphase für Furore sorgten. In insgesamt 203 Spielen für die Grazer erzielte Schopp, der auch beim HSV, Brescia Calcio und Red Bull Salzburg spielte, 30 Tore.

GEPA/David Rodriguez Anchuelo
Schopp soll bei Sturm wieder für positive Stimmung im Team sorgen
Hyballas Entlassung ist die vierte Trainerentlassung der laufenden Saison. Vor dem 37-Jährigen hatten bereits Walter Kogler (Wacker Innsbruck/Nachfolger Roland Kirchler), Heinz Fuchsbichler (Ried/Michael Angerschmid) und erst in der Vorwoche Peter Schöttel (Rapid/Zoran Barisic) ihren Posten räumen müssen. Schon vor Saisonbeginn hatte Salzburgs Meistermacher Ricardo Moniz den Hut genommen und war durch Hyballas Landsmann Roger Schmidt ersetzt worden.
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