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„Wir sind sehr gut aufgestellt“

Seefeld bewirbt sich etwas überraschend bereits um die Austragung der Nordischen Ski-WM 2019. Der Tiroler Ort war 1985 bereits einmal WM-Gastgeber. Die jüngste nordische WM in Österreich fand 1999 in Ramsau statt. Ursprünglich wollte sich der ÖSV erst für 2021 um die WM bemühen, nach den nötigen Vorarbeiten in den vergangenen Monaten entschied man sich nun aber für die frühere Bewerbung.

Die Vergabe der Titelkämpfe 2019 erfolgt am 5. Juni 2014 beim FIS-Kongress in Barcelona. Die Konkurrenten von Seefeld sind Oberstdorf, Planica und Almaty, wobei sich die Tiroler bestens gerüstet für die Austragung des Großereignisses fühlen. „Wir sind sehr gut aufgestellt. Wir haben in den vergangenen Jahren viel in die Infrastruktur investiert, und wir haben Erfahrung als Veranstalter von Weltcups und den Jugend-Winterspielen“, erklärte Bürgermeister Werner Frießer am Freitagabend gegenüber der APA.

In Seefeld sollen die Skisprung-Bewerbe von der Normalschanze, die Konkurrenzen der Nordischen Kombination und die Langlauf-Rennen über die Bühne gehen. Der Bergisel in Innsbruck ist für die Springen von der Großschanzen vorgesehen.

ÖSV mit großer Mehrheit für Bewerbung

Über das WM-Budget und den Finanzierungsbedarf gab Frießer keine Auskunft, er verwies aber auf die Kosten vergangener nordischer Weltmeisterschaften von rund 16 bis 20 Millionen Euro. Der Geldbedarf sei im Vergleich zur alpinen WM im heurigen Februar in Schladming jedenfalls überschaubar, so Frießer.

Als Veranstalter der WM würde der Österreichische Ski-Verband (ÖSV) auftreten. Dessen Präsidium habe sich im Frühling mit großer Mehrheit für die Bewerbung ausgesprochen. ÖSV-Sportdirektor Ernst Vettori betonte, dass man sich den Entschluss zur Bewerbung gründlich überlegt habe. „Wenn man das macht, dann auch gescheit“, meinte Vettori, der nicht unmittelbar in die Vorarbeiten eingebunden ist.

Weil die Region Seefeld über 8.500 Gästebetten verfügt, sei man auch diesbezüglich bestens vorbereitet, betonte der bei den Weltcup-Bewerben als OK-Chef auftretende Frießer. Falls man den Zuschlag erhalten sollte, müsse man aber mit Land und Bund über Finanzierungszuschüsse für nötige Neuinvestitionen verhandeln.

„Das ist starke Konkurrenz“

Die Mitbewerber Seefelds sind mit den nordischen Traditionsorten Oberstdorf (zuletzt 2005 WM-Ausrichter) und Planica sowie der kasachischen Metropole Almaty hochkarätig. „Keine Frage, das ist starke Konkurrenz, das muss man anerkennen“, meinte Frießer. Oberstdorf ist bei den beiden jüngsten drei Vergaben leer ausgegangen, auch Planica hatte sich schon für 2017 erfolglos beworben.

Frießer zeigte sich aber zuversichtlich, dass man mit den Favoriten Oberstdorf und Planica mithalten kann. Bis zur Abstimmung beim FIS-Kongress in einem Jahr werde man alle Hausaufgaben erledigen. Zunächst gelte es, bis 1. September ein detailliertes Konzept vorzulegen.

Falls es für Seefeld im ersten Anlauf nicht klappen sollte, werde man es weiter versuchen, versicherte der Bürgermeister. „Wenn man sich einmal dazu entschlossen hat, dann muss man das auch durchziehen.“ Die nächsten nordischen Weltmeisterschaften gehen 2015 in Falun (SWE) und 2017 in Lahti (FIN) in Szene.

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