Vorbild Ried
Die tipp3-Bundesliga hat ab nächster Saison zwei Vereine aus Salzburg. Der SV Grödig hat schon vor fast zwei Wochen vorzeitig den Meistertitel in der Ersten Liga fixiert und wird sich nun kommende Saison mit dem großen Nachbarn Red Bull Salzburg und Co. matchen.
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Die Elf von Chefcoach Adi Hütter hatten zu Saisonbeginn nur wenige auf der Rechnung, und auch vor dem Frühjahrsstart war sie aufgrund von neun Punkten Rückstand auf Austria Lustenau nur Außenseiter gewesen. Der Erfolgslauf 2013 sowie die Schwäche der Konkurrenten brachten aber doch noch den Umschwung für den echten „Dorfclub“ Grödig.
Vor zehn Jahren noch ganz unten
Der Aufstieg in die Bundesliga ist der große Höhepunkt des am 20. März 1948 gegründeten Clubs der 7.000-Einwohner-Marktgemeinde. In der Saison 2002/03 hatten die Grödiger noch in der 1. Klasse und damit in der vorletzten Liga des Landesverbandes gespielt. Der damalige Meistertitel war der Startschuss auf dem Weg nach oben, es folgten Titel in der 2. Landesliga Nord (2004/05), der 1. Landesliga (2005/06) sowie der Regionalliga West (2007/08).
In der Ersten Liga lief es für die Salzburger nicht nach Wunsch, sie stiegen als Zehnter in der damaligen Zwölferliga sofort wieder ab. Ein Jahr später ging es nach dem neuerlichen Regionalliga-Titel (2009/10) aber wieder hinauf, es folgten die Platzierungen sechs (2010/11) und sieben (2011/12) sowie jetzt der Titel. Der Dreijahresplan des Vereins wurde damit übertroffen, war die Zielsetzung doch nur jene gewesen, im dritten Jahr im vorderen Bereich mitzuspielen. „Gott sei Dank ist es mehr geworden“, freute sich Grödigs Sportlicher Leiter, Christian Haas.
Stadionumbau noch offen
Da der Aufstieg nicht vorherzusehen war, steht jetzt viel Arbeit an. Die 1989 errichtete und 2008 sowie in der Saison 2010/11 umgebaute Untersberg-Arena war aufgrund des geringen Zuschauerinteresses mit einer Kapazität von 2.955 Zuschauern (1.065 Sitzplätze, 1.890 Stehplätze) für die Erste Liga nicht zu klein, ist allerdings klarerweise nicht bundesliga-tauglich. Ein Ausbau muss also her, in welcher Form dieser über die Bühne geht, ist noch nicht entschieden.

GEPA/Mathias Mandl
Diese Bergidylle empfängt nächste Saison die Gäste in der Untersberg-Arena
„Wir prüfen verschiedene Varianten“, sagte Haas zum Status quo. Ziel ist jedenfalls, dass am Ende 5.000 Zuschauer im Stadion Platz finden. Fraglich ist, ob das Stadion auch gefüllt werden kann. Trotz starker Leistungen kamen zu den Erste-Liga-Heimspielen zum Großteil weniger als 1.000 Besucher. „Wir müssen uns halt alles hart erarbeiten. Es ist aber auch ein Unterschied, wenn wir dann gegen Vereine wie Rapid oder Austria spielen, da werden auch in Grödig 4.000 bis 5.000 Zuschauer kommen. Da bin ich mir sicher“, blickte Haas optimistisch voraus. Ein Zuschauerschnitt von 3.000 Besuchern wird angepeilt.
Weg frei für Zuschauer
Gearbeitet muss auch rund ums Stadion werden, die enge Zufahrtsstraße verlangt den Busfahrern alles ab, zudem stehen aktuell nur 500 Parkplätze zur Verfügung. Die Parkplatzfrage ist allerdings im Gegensatz zu einigen anderen Dingen schon geklärt, da gibt es nach einer Einigung mit einem Bauern keine Probleme mehr.
„Wollen uns qualitativ verstärken“
Aus sportlicher Sicht hat der seit dieser Saison tätige Trainer Hütter einen Vertrag bis Sommer 2014, von den Spielern sind 13 Akteure auch für die nächste Saison schon vertraglich gebunden. „Sechs bis sieben Spieler werden dazukommen, wir wollen uns ganz klar qualitativ verstärken, eine Mannschaft aufstellen, die in der Bundesliga bestehen kann“, sagte Haas. Als Neuzugang steht bisher nur Mittelfeldspieler Sascha Boller von Ligakonkurrent Austria Lustenau fest.
Die jüngsten Aufsteigerbeispiele machen Grödig Mut: Der WAC spielt aktuell um die Europa-League-Plätze mit, zuvor hatten auch Admira Wacker Mödling (3.), Wacker Innsbruck (6.) und Wiener Neustadt (5.) in ihrer Premierensaison gute Platzierungen erreicht.
Keine finanziellen Abenteuer
Mit allen Mitteln zum Erfolg kommen wollen die Grödiger aber nicht, finanzielle Abenteuer wird es keine geben. „So lange wir am Ruder sind im Verein, wird es keine Schulden geben“, betonte Haas, der die Höhe des Saisonbudgets nicht preisgeben wollte. Vorbild der Salzburger ist jedenfalls die SV Ried, die sich genauso als „Dorfclub“ im Oberhaus etabliert hat. „Was die aus ihren finanziellen Mitteln gemacht haben, da können sich die angeblich Großen einiges abschauen“, meinte Haas voller Wertschätzung für Rieds Manager Stefan Reiter und sein Team.
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