„Es gibt keine Geheimnisse“
Die ausgelassene Meisterfeier am Wochenende in München ist bereits wieder Geschichte. Nach zwei Tagen Erholung hat der FC Bayern seinen Countdown für das große Champions-League-Finale gegen den Ligarivalen Borussia Dortmund gestartet. „Jetzt sind die Feierlichkeiten vorbei, jetzt wird im Training hart gearbeitet“, verkündete Kapitän Philipp Lahm.
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Die Bierdusche bei der Meisterfeier hat Alaba nicht unbedingt genossen
Elf Tage vor dem Kräftemessen präsentierte sich der deutsche Meister bei seinem Medientag am Dienstag in der Münchner Arena vor 190 Reportern aus aller Welt entschlossen, die Wunden der Endspielpleiten 2010 und 2012 am 25. Mai zu schließen. Trainer Jupp Heynckes pokerte nicht einmal - er präsentierte vor laufenden Kameras seine Startelf im Londoner Wembley-Stadion: „Beide Mannschaften kennen sich gut. Es gibt keine Geheimnisse“, erklärte der 68-Jährige.
Es ist zwar keine wirkliche Überraschung, aber David Alaba befindet sich in der Anfangsformation und wird damit als erster Österreicher ein Endspiel der Champions League bestreiten. Den Beweis trat Heynckes dann beim 20-minütigen Trainingsspiel an. Dort ließ er Neuer, Lahm, Boateng, Dante, Alaba, Martinez, Schweinsteiger, Robben, Müller, Ribery, Mandzukic als A-Team antreten, das gegen die „Reserve“ 1:1 spielte: Torschützen Mario Mandzukic und Mario Gomez.
Dritte Finalpleite? Nein, danke!
Überhaupt strotzen die Bayern vor dem Finale vor Selbstvertrauen und Motivation. Der größere Siegeswille könnte vielleicht den Ausschlag geben, denn zu einer dritten Finalpleite sagen die Münchner definitiv: Nein, danke! „Wir sind unheimlich stabil vom Mentalen her. Uns wirft überhaupt nichts um“, versicherte Heynckes: „Wir haben ein klares Ziel, den Henkelpott zu gewinnen. Davon lassen wir uns auch nicht abbringen.“
Gerade das Finaldrama 2012 im eigenen Stadion gegen Chelsea soll sogar zusätzliche Energien freigesetzt haben. „Mich persönlich hat die Niederlage hier sehr motiviert“, gestand Bastian Schweinsteiger. „Wenn man so aufsteht und so eine Saison spielt, aus solchem Holz sind besondere Menschen geschnitzt - und das sind meine Spieler“, schwärmte Heynckes: „Spieler der Generation Lahm, Schweinsteiger haben die Motivation, die Gier, das i-Pünktchen zu setzen.“

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Bayern-Coach Heynckes bereitet sein Team für das Spiel des Jahres vor
Dortmund als Extramotivation
Dabei zu sein im Endspiel reiche keinem mehr, erklärte Arjen Robben: „Es ist schön, ein Finale zu spielen. Am Ende muss man auch eines gewinnen.“ Die „einzigartige Konstellation“ (Heynckes) eines deutschen Endspiels wird zur besonderen Herausforderung mit einem Schuss Extramotivation. „Ich mag Würze, deswegen finde ich es gut, dass wir gegen Dortmund spielen, weil dann noch mehr Brisanz drin ist“, sagte Nationalspieler Thomas Müller voller Vorfreude.
Heynckes erwartet ein Duell mit offenem Visier. „Ich spüre bei den Spielern eine Stimmung, dass alle fokussiert sind“, erklärte Heynckes, der den BVB als Gegner sehr ernst nimmt: „Es ist ein Club, der nicht einfach zu spielen ist - das sind wir aber auch nicht.“ Schweinsteiger erwartet ein „enges Spiel“.
Letztes Bundesliga-Spiel für Heynckes
Zum Warm-up für Wembley wird das letzte Ligaspiel am Samstag, das gerade für Heynckes „nicht unbedeutend“ ist. In Mönchengladbach ist er vor 68 Jahren zur Welt gekommen und bei der Borussia als Spieler und Trainer groß geworden. „Es wird das letzte Bundesliga-Spiel für mich als Trainer“, bekräftigte er am Dienstag. Zudem schloss er erstmals aus, noch einmal einen Topclub in Europa zu übernehmen.
„Wenn ich zehn, 15 Jahre jünger wäre, würde ich ganz profund an ein Engagement im Ausland denken.“ Die Verkündung des Karriereendes rückt näher. Vielleicht äußere er sich „in der ersten Juni-Woche“. Abhängig macht Coach Heynckes das auch vom Ausgang der Endspiele gegen Dortmund und im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart: „Mal sehen, wie ich dann drauf bin, ob ich gut aufgelegt bin.“
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