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Verband baut Kader um

Die Olympiasaison hat für einige namhafte Wintersportler mit einem herben Rückschlag begonnen. In den Mitte Mai vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) bekanntgegebenen offiziellen Kaderlisten sind mehrere Routiniers nicht mehr in den Nationalmannschaften zu finden. Mit Andrea Fischbacher und Manfred Pranger erwischte es eine Olympiasiegerin und einen Weltmeister.

Fischbacher und Pranger finden sich ab dieser Saison nur noch im A-Kader des ÖSV wieder. Beiden fehlten in der jüngsten Vergangenheit die großen Ergebnisse. Fischbacher feierte ihren letzten Weltcup-Erfolg im Februar 2009 in der Abfahrt im bulgarischen Bansko. Danach schaffte es die 27-jährige Salzburgerin aber nur noch einmal auf die oberste Stufe des Podestes. Dafür gab es aber gleich eine olympische Goldmedaille. Beim Super-G in Whistler Mountain holte sich Fischbacher 2010 überraschend den Olympiasieg. Seitdem fand die Salzburgerin aber nie mehr zu ihrer Topform.

Streitberger steigt auf

In der vergangenen Weltcup-Saison landete Fischbacher nur einmal in den Top Ten. Bei der Heim-WM heuer in Schladming schaffte sie mit Platz acht in der Abfahrt und Platz neun im Super-G zumindest kleine Achtungserfolge. Für einen weiteren Platz im Nationalteam reichte das jedoch nicht aus. Mit Eva-Maria Brem, Bernadette Schild und Nicole Schmidhofer sind gleich drei Neue in der Nationalmannschaft zu finden. Ihre Karriere beendet hat Margret Altacher. „Aufgrund meiner Hüftprobleme ist Leistungssport nicht mehr möglich“, sagte die Salzburgerin.

Bei den Herren ist Georg Streitberger in die Nationalmannschaft aufgestiegen, in den A-Kader abgerutscht ist im Gegenzug Pranger. Der 35-jährige Slalom-Spezialist feierte seinen letzten Weltcup-Erfolg ebenfalls 2009. Damals holte sich der Tiroler den Sieg beim Klassiker von Wengen. 2009 feierte Pranger auch den größten Erfolg seiner Karriere. Beim WM-Slalom von Val d’Isere holte Pranger damals die einzige Goldmedaille der ÖSV-Herren.

Manfred Pranger (AUT)

GEPA/Christian Walgram

Pranger konnte zuletzt an seine große Zeit nicht mehr anschließen

Koch wird degradiert

Bei den Skispringern fiel mit Martin Koch ebenfalls ein prominenter Name aus dem Nationalteam. Der Kärntner wurde so wie David Zauner und Michael Hayböck in den A-Kader degradiert. Nach dem Aufstieg von Stefan Kraft ist das Nationalteam der Springer nur noch sechs Mann stark. Jene der Damen umfasst nach dem Aufrücken von Chiara Hölzl jetzt drei Athletinnen. Die Nordischen Kombinierer sind durch die Zugänge von Tomaz Druml und Mario Seidl nun zu sechst im Nationalteam. Bei den Biathleten tauschten Julian Eberhard und Sven Grossegger die Plätze.

Im Damen-Langlauf sind Junioren-Weltmeisterin Teresa Stadlober und Veronika Mayerhofer in den ÖSV-Schoß zurückgekehrt. 2012 hatte sich das Duo nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Verband in Eigenregie vorbereitet und war aus sämtlichen Kadern gestrichen worden. Nun habe man einen Kompromiss gefunden, die Trainingsplanung erfolge aber nach wie vor individuell, da es unverändert keinen Damen-Cheftrainer gebe, so der zuständige Sportdirektor Markus Gandler. Der Skicross-Nationalkader besteht nur noch aus Andrea Limbacher. Der Olympiazweite Andreas Matt und Katrin Ofner wurden zurückgestuft.

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