Themenüberblick

Solider Auftritt mit Chance auf Siegestor

David Alaba ist Champions-League-Sieger. Österreichs Fußballer des Jahres gewann mit Bayern München am Samstag das Finale im Londoner Wembley-Stadion gegen Borussia Dortmund 2:1 und setzte sich als 20-Jähriger die europäische Krone auf. Trotz seines Alters bot Alaba eine abgeklärte Leistung, blieb als Linksverteidiger fehlerlos und kam in der 76. Minute sogar einem Torerfolg nahe.

Im ausgelassenen Freudentanz nach dem Schlusspfiff jubelte Alaba mit umgebundener Fahne, auf der drei Flaggen zu sehen waren: Jene der Philippinen für das Herkunftsland seiner Mutter, jene von Nigeria für das Herkunftsland seines Vaters und natürlich die österreichische.

Bayern-Spieler jubeln mit Pokal

APA/AP/Kirsty Wigglesworth

David Alaba (ganz links) jubelte über den größten Triumph seiner jungen Karriere

Alaba startete mit einer gelungenen Aktion ins Spiel - in der zweiten Minute wurde er von Jakub Blaszczykowski im eigenen Strafraum unter Druck gesetzt, konnte sich aber souverän befreien. Schwerstarbeit hatte der 20-Jährige auch danach zu leisten, denn die Dortmunder fokussierten ihre Angriffsbemühungen auf die linke Bayern-Seite.

Keine Entlastung von Ribery

Neben Blaszczykowski bekam es Alaba oft mit Marco Reus zu tun, der sich gerne vom Zentrum auf den Flügel fallen ließ. Zu allem Überdruss kam vom ansonsten kongenialen Partner Franck Ribery wenig Entlastung im Offensivspiel: Der Franzose machte gegen Lukasz Piszczek keinen Stich, war sich aber immerhin nicht zu schade, Defensivarbeit zu verrichten.

Dennoch wurde es auf der linken Bayern-Seite das eine oder andere Mal gefährlich - so etwa in der 15. Minute, als Reus einen Querpass auf Blaszczykowski spielte, der wiederum an Neuer scheiterte. Die Chance entstand aber dadurch, dass ein Alaba-Kollege im Zentrum das Abseits aufgehoben hatte. In der 30. Minute jedoch war es der ÖFB-Internationale, der den Dortmundern eine gute Gelegenheit ermöglichte.

Nur wenige Vorstöße des ÖFB-Youngsters

Nach einem Ballverlust Alabas in der Vorwärtsbewegung marschierte Robert Lewandowski Richtung Bayern-Tor, ehe er in Manuel Neuer seinen Meister fand. Ansonsten verzichtete Alaba weitgehend auf Vorstöße. Eine seiner Offensivaktionen hätte aber beinahe das 1:0 für die Bayern bedeutet. Österreichs Fußballer des Jahres spielte in der 30. Minute auf Thomas Müller, der Arjen Robben einsetzte - der Niederländer konnte BVB-Goalie Roman Weidenfeller allerdings nicht überwinden.

Robert Lewandowski (Dortmund) und David Alaba (Bayern)

GEPA/Witters/Matthias Hangst

Alaba gewinnt das Luftduell mit Robert Lewandowski

In der zweiten Hälfte wurden die Bayern stärker, und Alaba mit ihnen. Zwei Minuten nach der Führung der Münchner durch Mario Mandzukic (60.) schlug der Österreicher einen 60-Meter-Pass quer über das Spielfeld - ähnlich wie bei seiner Torvorlage für Robben in Barcelona -, doch Weidenfeller parierte den Schuss von Mandzukic. Am Ausgleich durch den Gündogan-Elfmeter (68.) traf Alaba keine Schuld.

Siegestor auf dem Fuß

Dafür wäre er in der 76. Minute fast zum Bayern-Helden avanciert, doch sein Weitschuss wurde von Weidenfeller entschärft. So blieb es Robben in der 89. Minute vorbehalten, die Münchner zum Titel zu schießen. Alaba ist damit der zweite Österreicher nach Franz Hasil (1970 im Meistercup mit Feyenoord Rotterdam), der den wichtigsten europäischen Clubtitel gewann. Bei den Bayern-Finalniederlagen 2010 (nicht in den Kader berufen) und 2012 (gesperrt) hatte er auf der Tribüne sitzen müssen.

Links: