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Große Namen sollen folgen

Die Formel E wird immer konkreter: Bereits im nächsten Jahr soll eine Rennserie mit Rennwagen, die ausschließlich elektrisch angetrieben werden, in zehn Metropolen weltweit an den Start gehen. Die ersten Teams stehen bereits fest, nun sollen auch die großen Namen der Königsklasse Formel 1 ins Elektro-Boot geholt werden.

„Ich bin sicher, dass Rennställe wie Ferrari oder Red Bull eines Tages auch Formel-E-Teams stellen werden“, sagte Formel-E-Geschäftsführer Alejandro Agag in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ (Donnerstag-Ausgabe). Mit dem britischen Traditionsteam McLaren gebe es bereits Gespräche.

Veranstalter verspricht „klingende Namen“

Auch in Sachen Fahrer versprach Agag, „dass sowohl in Deutschland als auch auf der ganzen Welt klingende Namen dabei sein werden“. Es seien auch ehemalige Formel-1-Piloten dabei - wer genau, verriet er nicht. De facto sind rund ein Jahr vor der Premiere der Serie zwei Teams gemeldet: Drayson aus England und China Racing.

Lucas di Grassi fährt mit einem Formel-E-Wagen durch Los Angeles

AP/Forumla E Holdings/Rene Macura

Im April testeten die Teams ihre Formel-E-Boliden in Los Angeles

Dennoch gibt die Serie in Sachen Werbung ordentlich Gas. Am 27. August vergangenen Jahres hatte die Formula E Holdings (FEH) eine entsprechende Vereinbarung mit FIA-Chef Jean Todt unterzeichnet. Dem ehemaligen Rallye-Piloten an der Spitze des Automobilweltverbandes liegt die Umweltfreundlichkeit des Motorsports am Herzen. „Diese spektakuläre Serie wird sowohl Unterhaltung als auch eine neue Gelegenheit bieten, die Werte der FIA wie saubere Energie, Mobilität und Nachhaltigkeit mit einer breiten Öffentlichkeit zu teilen“, sagte Todt.

Zehn Stationen auf der ganzen Welt

20 Piloten in zehn Teams sollen um den WM-Titel kämpfen, so die Zielsetzung. Die 42 Boliden, die die Formel E bei Spark Racing Technology bestellt hat, kommen nur mit Elektroantrieb aus, die Batterien liefert der Formel-1-Rennstall Williams. Im Gegensatz zur Königsklasse, wo Pirelli die Reifen liefert, soll hier Michelin zum Zug kommen. Die Rennen sollen nur rund eine Stunde dauern. In der Zeit müssen die Fahrer zweimal das Auto wechseln, weil die Batterien bisher nur für 15 bis 20 Minuten reichen. Die Boliden beschleunigen von null auf 100 km/h in drei Sekunden und sollen eine Spitzengeschwidigkeit von bis zu 220 km/h erreichen.

Zu den Städten, die sich als Austragungsort beworben haben, zählen London, Rom, Los Angeles, Miami, Peking, Putrajaya (Malaysia), Buenos Aires und Rio de Janeiro, auch in Berlin soll gefahren werden. Im Gegensatz zur Formel 1 sollen die Rennen aber auf reinen Stadtkursen absolviert werden. Der von Ex-Formel-1-Pilot Emerson Fittipaldi angeführten Fahrerkommission gehören u. a. Rallye-Champion Sebastien Loeb und der ehemalige Formel-1-Star Nigel Mansell an.

Keine Konkurrenz aus den eigenen Reihen

Als Konkurrenz, die die Formel 1 irgendwann einmal verdrängen will, sehen die Verantwortlichen der Formel E die Serie aber nicht. „Darum geht es uns nicht“, bekräftigt Agag. „Ich bin ein großer Formel-1-Fan, ich hoffe, sie wird nie verschwinden. Sie ist ein globales Sportevent mit Millionen Fans, in dem es um viel Geld geht. Die Formel E ist eine andere Art von Rennserie.“

Aber auch die Formel E möchte Gewinne erzielen. Für das Rennen in Berlin, das auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof stattfinden soll, hofft man auf 30.000 bis 50.000 Zuschauer. 50.000 Fans kamen am vergangenen Sonntag auch zum ersten Formel-1-Heimsieg von Dreifachchampion Sebastian Vettel auf dem Nürburgring. „Irgendwann wären wir auch gern so groß wie die Formel 1, doch der Fokus ist ein anderer“, sagte Agag.

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