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Premierensieg für „Village People“

Das neu formierte Team von Puntigamer Sturm Graz hat seinen Fehlstart in die neue Saison unter Neo-Coach Darko Milanic prolongiert. Nach dem blamablen Ausscheiden in der Europa League gegen den isländischen Club Breidablik mussten sich die Steirer auch am Sonntag in der zweiten Runde der tipp3-Bundesliga Aufsteiger Grödig bei brütender Hitze in der UPC-Arena mit 0:2 (0:0) geschlagen geben.

Während Sturm nach zwei Runden nur bei einem Punkt hält und auf dem drittletzten Platz liegt, haben die „Village People“, wie die Gäste im Vorfeld der Partie von den Grazern etwas unpassend bezeichnet worden waren, nach ihrem Premierensieg in der Bundesliga als Tabellendritter bereits vier Zähler auf ihrem Konto. Zum Matchwinner avancierte für die Salzburger Philipp Zulechner. Der „Joker“ erzielte nur knapp eine Minute nach seiner Einwechslung die Führung (79.) und auch noch das 2:0 (89.).

Jubel von Grödig-Spielern

GEPA/Patrick Leuk

Die Grödiger jubelten über ihren ersten Bundesliga-Sieg in der Vereinsgeschichte

Beric an die Außenstange

Coach Milanic zog aus der Blamage gegen Breidablik Konsequenzen. In der Innenverteidigung verlor Michael Madl seinen Platz und wurde durch Milan Dudic ersetzt. Im Mittelfeld kam Andreas Hölzl zurück in die Startelf und ersetzte Manuel Weber. Bei Grödig kam Mario Leitgeb nach seiner Sperre im ersten Spiel aufgrund des Ausschlusses im ÖFB-Samsung-Cup sein Bundesliga-Debüt.

Die Grazer konnten auch diesmal in der Anfangsphase kaum Akzente setzen. Grödig agierte aggressiv und war mehr im Ballbesitz. Die erste wirklich gute Chance hatte aber dann doch Sturm. Robert Beric verzog seinen Schuss aufs lange Eck aber knapp (13.). Wenig später war der slowenische Neuzugang, der gegen Breidablik eine Riesenchance auf das 1:0 vergeben hatte, abermals nicht vom Glück verfolgt und traf die Außenstange (19.).

Sturm bekommt Partie in den Griff

Sturm bekam danach die trotz der hohen Temperaturen von 45 Grad in der Sonne recht temporeiche Partie besser in den Griff. Wie schon in der Europa League konnten die Gastgeber aber keinen wirklichen Druck aufbauen. Beste Gelegenheit war ein Schuss von Florian Kainz nach Beric-Vorarbeit, der über das Tor ging (32.). Grödig präsentierte sich bei einem kontrollierten Spielaufbau ballsicher, vermochte es aber auch nicht, gefährlich in den gegnerischen Strafraum zu kommen.

In der Pause musste dann Hölzl als erstes Opfer der extremen Hitze mit einem nicht ungefährlichen Kreislaufkollaps in der Kabine bleiben. Patrick Wolf übernahm die Position auf dem rechten Flügel. Über diese Seite kam dann Grödig zur ersten guten Chance nach dem Seitenwechsel. Tadej Trdina tankte sich in den Strafraum, die Hereingabe schoss Dieter Elsneg im Rutschen am Tor vorbei (47.). Wolf meldete sich mit einem Versuch aus spitzem Winkel, der über die Latte strich, bei Grödig-Goalie Kevin Fend (55.).

Beric trifft einfach nicht

Unmittelbar danach konnte Beric neuerlich seinen Torknoten nicht lösen. Nach Vorarbeit von Anel Hadzic köpfelte der 22-Jährige Fend aus kurzer Distanz direkt in die Arme (56.). Der Führungstreffer wäre zu diesem Zeitpunkt für die Grazer verdient gewesen, wobei sie auch Glück hatten, nicht in Rückstand zu geraten. Ein Schuss von Grödig-Spielmacher Boller, der nicht seinen besten Tag erwischte und kurz darauf ausgewechselt wurde, streifte das Außennetz (62.).

Robert Beric (Sturm)

GEPA/Wolfgang Grebien

Beric konnte seine gepriesenen Qualitäten als Torjäger noch nicht beweisen

„Joker“ Zulechner sticht doppelt

Eine Trink- und Erfrischungspause in der 70. Minute läutete dann die Schlussphase der Partie ein. Beric setzte einen schwierigen Kopfball neben das Tor (74.). Auf der Gegenseite zeigte Zulechner, wie es besser geht. Trdina passte auf Tomi. Der Spanier ließ sich eigentlich viel zu lange Zeit, wurde aber auch nicht richtig attackiert und schupfte den Ball über Goalie Christian Gratzei vor das Tor. Dort leistete sich die Sturm-Abwehr den nächsten Schnitzer, denn Zulechner köpfelte den Ball aus wenigen Zentimetern ins Tor (79.).

Danach zeigte der 23-Jährige, dass er per Kopf auch aus großer Entfernung brandgefährlich ist. Im Luftduell mit Christian Klem köpfelte Zulechner von der Strafraumgrenze Richtung Tor, der Ball ging vorbei am verdutzten Gratzei via Innenstange ins Tor (89.). Damit erzielte Zulechner nicht nur die ersten Bundesliga-Tore für Grödig, sondern sorgte damit auch den ersten Bundesliga-Sieg in der Clubgeschichte. Die Grazer hingegen begleitete beim Abgang in die Kabine ein heftiges Pfeifkonzert der Fans.

Christian Wagner, ORF.at

Tipp3-Bundesliga, zweite Runde

Sonntag:

Sturm - Grödig 0:2 (0:0)

UPC-Arena, 5.376 Zuschauer, SR Drachta

Torfolge:
0:1 Zulechner (79.)
0:2 Zulechner (89.)

Sturm: Gratzei - Todorovski, Dudic, Vujadinovic, Klem - Hölzl (46./Wolf), Hadzic, Offenbacher (62./M. Weber), F. Kainz - Szabics (75./Beichler), Beric

Grödig: Fend - Schubert, Cabrera, Taboga, Zündel - M. Leitgeb, Tschernegg - Boller (63./Huspek), Elsneg (70./Tomi), Salamon (77./Zulechner) - Trdina

Gelbe Karten: Dudic bzw. Zündel, Schubert

Die Besten: Beric, F. Kainz bzw. Tschernegg, Cabrera, Zulechner

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