Jukic-Konflikt hat wieder Folgen
Während die österreichischen Athleten bei der WM in Barcelona kein einziges Semifinale erreicht und damit sportlich nur für wenige Schlagzeilen gesorgt haben, kommt auch der Österreichische Schwimmverband (OSV) weiter nicht zur Ruhe. Der Konflikt Dinko Jukics mit dem OSV hat nicht einmal elf Monate nach dem Rücktritt von Paul Schauer weitere Folgen. Präsident Christian Meidlinger erklärte am Sonntagabend seinen Rücktritt.
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Der 49-Jährige war zuletzt oft, besonders von Jukic, hart kritisiert worden. Während bereits Spekulationen in Umlauf waren, meldete sich Meidlinger nun von seinem Aufenthalt in Brasilien und machte den Rücktritt offiziell. Als Grund für seinen Entschluss gab er familiäre Gründe an. Seine von Jukic zuletzt ebenfalls heftig kritisierte Ehefrau Karin Meidlinger gab zudem ihren Rückzug von der Sektionsleitung des ASV Wien und allen ihren weiteren Funktionen bekannt.

APA/Rubra
Im September 2012 rechnete Meidlinger wohl mit einer längeren Amtszeit
Christian Meidlinger war am 14. September 2012, dem Tag nach dem ebenso von Jukic „mitverschuldeten“ Rücktritt von Schauer, als Kandidat des OSV präsentiert worden, als Gegenkandidat des Wirtschaftsmannes David Ungar-Klein. Am 15. September wurde Meidlinger beim Verbandstag in Linz bei drei Enthaltungen mit 104 zu 32 Stimmen gewählt. Elf Tage später legte Meidlinger wie geplant seine Funktion als Präsident des Wiener Landesverbandes zurück.
Konflikt mit Jukic uferte aus
Den seit Mai 2012 schwelenden OSV-Disput mit Jukic bekam Meidlinger fortan nicht in den Griff, er uferte vielmehr aus. Jukic ist aus Protest gegen den Verband seit dem Olympiasemifinale am 2. August 2012 über 100 m Delfin außer im März bei einem Meeting in Trnava nicht mehr wettkampfmäßig geschwommen, auch aus Protest gegen den Verband.
Und das, obwohl seine vom Linzer Verbandstag bestätigte Sperre Ende November per einstweilige Verfügung und im März in erster Instanz aufgehoben wurde. Die Berufung des OSV in dieser Causa läuft zwar, der nationale Verband musste vor Gericht in den vergangenen Monaten aber einige weitere Niederlagen hinnehmen. Die Kritik am OSV kam daher immer mehr auch von anderer Seite auf.
Jukic hatte den Verzicht auf ein WM-Antreten damit begründet, dass ihm der Verband jegliche staatliche Unterstützung gestrichen habe, er wolle dem OSV mit seinen Ergebnissen daher keine Fördermittel zukommen lassen. Dafür hat der 24-Jährige von seinem derzeitigen Aufenthaltsort in Übersee medial schwer geschossen.
Gegenseitige Angriffe
Jukic griff u. a. Meidlingers Ehefrau Karin an. Diese hatte in Barcelona eine WM-Akkreditierung als „Support Staff“, wogegen Trainer von Athleten nicht akkreditiert worden waren. Christian Meidlinger legte daraufhin Jukic u. a. den Verbandsaustritt nahe. „All jene, denen lediglich an der Befriedigung ihrer persönlicher Eitelkeiten gelegen ist, sollten dem OSV so rasch wie möglich den Rücken kehren“, hieß es am Mittwoch auszugsweise.
Meidlinger deutete auch an, dass Jukic Probleme mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) haben solle. Es handelt sich dabei aber „nur“ um einen - oft vorkommenden - erstmaligen Meldepflichtverstoß. Jukic dazu zur APA: „Sie haben bei mir am 25. April um 6.00 Uhr in der Früh an der Gegensprechanlage geläutet. Ich habe es nicht gehört. Ich war gerade erst aus den USA zurückgekommen und hatte Jetlag. Am 28. April habe ich dann eine weitere Kontrolle ganz normal gemacht.“
Auch Ehefrau in Konflikt mit Jukic
Schon am Dienstag hatte sich Karin Meidlinger in ihrer Funktion als Leiterin der Sektion Schwimmen des Clubs ASV Wien auf der Homepage des Vereins auf zwei A4-Seiten gegen ihrer Meinung nach Rufschädigung, Lüge und Verleumdung gewehrt, Jukic scharf angegriffen und ihre WM-Akkreditierung als Notwendigkeit dargestellt. Sonst hätte sie sinngemäß nicht mit ihrem Mann essen, mit ihm im Bus fahren und nicht neben ihm auf der Zuschauertribüne sitzen können.
Hinter vorgehaltener Hand sorgte das bei vielen namhaften Personen für Unverständnis und Kritik an der Funktionärin. Die zog am Sonntag über die ASV-Wien-Homepage ihre Konsequenz und gab nach rund vierjähriger Tätigkeit den Rückzug von allen ihren Funktionen im Schwimmsport bekannt. „Täuschung, Verrat, Hintergehung, Verleumdung und Hass. Treffen einen diese Begriffe persönlich und in geballter Form - fehlt oftmals die Luft - um nochmals aufzustehen“, so Karin Meidlinger.
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