Themenüberblick

Letzter Anlauf auf Olympiagold

Österreichs Slalom-Ass Marlies Schild hat ihre Verletzungen überwunden und geht topfit und mit vollem Elan in die neue Saison, die für sie mit dem Slalom in Levi am 17. November beginnt. Die 32-jährige Salzburgerin will im Februar zum wohl letzten Mal in ihrer Karriere Anlauf auf Olympiagold nehmen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die vergangene Saison war für Schild „durchwachsen“, die Salzburgerin hatte nicht nur mit den Nachwirkungen ihres im Dezember erlittenen Innenbandrisses, sondern auch mit Rückenproblemen zu kämpfen gehabt. „Das Knie und der Rücken haben mir zu schaffen gemacht“, gab die 32-Jährige im Rahmen einer Pressekonferenz zu. Umso größer war die Freude über ihre bisher gelungene Saisonvorbereitung: „Das Ziel war, das alles in den Griff zu kriegen. Es ist gut gelaufen, die Freude am Skifahren ist wieder da.“

Marlies Schild auf der Slalompiste

APA/EPA/Olivier Hoslet

Ihren letzten Slalom-Auftritt hatte Schild bei der WM in Schladming im Februar

„Heuer gibt es kein Bremsen“

In der Vorbereitung verzichtete Schild bewusst auf einige Trainingseinheiten. „Ich habe die Reisen nach Übersee ausgelassen, um mir die Strapazen zu ersparen und Zeit zu gewinnen“, erzählte die Salzburgerin. „In Summe waren meine bisherigen Verletzungen zu viel für meinen Körper. Daher habe ich das Training umgestellt und mehr Wert auf Regenerationsphasen gelegt. Jetzt geht es mir sehr gut, und ich bin auf einem guten Weg“, betonte die Weltmeisterin von 2011.

Die Slalom-Spezialistin, die bisher 33 Weltcup-Siege in ihrer Paradedisziplin feiern durfte, will heuer wieder voll durchstarten. „Es geht mir heuer viel besser als letztes Jahr um diese Zeit. Ich freue mich auf den Beginn der Saison wie selten zuvor. Heuer gibt es kein Bremsen, sondern volle Attacke“, unterstrich Schild, der auf den Rekord der Schweizerin Vreni Schneider nur noch ein Erfolg fehlt.

Schild fliegt aus erster Startgruppe

Dieses Vorhaben dürfte sich jedoch ein wenig erschweren, da die Salzburgerin durch ihren Start beim WM-Slalom in Schladming ihren Verletztenstatus verlor und auf Rang 17 der Slalom-Weltrangliste zurückfiel - und damit zunächst nicht in der ersten Gruppe starten darf. „Ich sehe das nicht als Handicap. Startnummer 17 war zuletzt 2002 der Fall, seitdem war ich immer in der ersten Gruppe. Wieder was Neues“, schmunzelte Schild.

Für die Olympischen Spiele in Sotschi gab die 32-Jährige kein konkretes Ziel an, eine Medaille ist aber bei ihrem wohl letzten Olympiaauftritt durchaus im Rahmen des Möglichen. „Ich nehme alles mit, was ich erreichen kann. Da sag ich nicht Nein“, betonte Schild, die sich heuer wieder auf den Slalom konzentriert und den Riesentorlauf nur fahren will, „wenn es passt“.

Benjamin Raich bei einer Pressekonferenz

GEPA/Mario Kneisl

Benjamin Raich geht in die wohl letzte Olympiasaison seiner Karriere

Raich peilt Olympiamedaille an

Benjamin Raich, mit dem die Salzburgerin seit mittlerweile neun Jahren liiert ist, geht ebenfalls in seine letzte Olympiasaison. „Ganz klar: Nach Sotschi fahren und eine Medaille machen“, gab der Doppelolympiasieger von 2006 die Marschroute für den kommenden Winter vor. Auch er war mit seiner bisherigen Vorbereitung zufrieden und will sich heuer auf seine „Wurzeln“ konzentrieren: „Ich werde Slalom und Riesentorlauf forcieren, was dann in den anderen Disziplinen passiert, entscheiden wir im Laufe des Winters. Das ist ein sehr klarer und logischer Weg“, erklärte der 35-jährige Tiroler.

Auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel verfolgte die bisherigen Trainingsleistungen seiner beiden Routiniers mit Wohlwollen. „Ich bin froh, dass Marlies und Benni wieder in guter Verfassung sind. Alle sind voll motiviert, und es geht in eine gute Richtung. Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass beide heuer ganz kräftig aufzeigen werden“, war der Tiroler überzeugt. „Die Vorbereitung war optimal“, betonte Schröcksnadel, der traditionell mit „sechs bis acht Medaillen“ bei den Spielen in Russland rechnet.

Linda Ellerich, ORF.at

Links: