Meister in Tor- und Feierlaune
Triple-Sieger Bayern München kommt immer mehr in die Galaform der vergangenen Saison. Pünktlich zum Auftakt des Oktoberfestes zeigte sich der deutsche Rekordmeister am Samstagabend im 100. Pflichtspielduell beim FC Schalke 04 mit einem 4:0 (2:0) in Tor- und Feierlaune.
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Vor 61.973 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena brachten Bastian Schweinsteiger (21.) und Mario Mandzukic (22.) mit ihrem Kopfball-Doppelschlag die Bayern früh auf die Siegerstraße. Die weiteren Treffer markierten Europas Fußballer des Jahres Franck Ribery (75.) und Claudia Pizarro (84.). ÖFB-Legionär David Alaba lieferte zwei Assists, der Wiener bediente Mandzukic ideal mit einer Flanke zum 2:0 und machte den Stanglpass auf Ribery zum 3:0.
„Wir haben das Spiel komplett dominiert“
Pep Guardiola sprach anschließend vom besten Spiel der Saison. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben das Spiel komplett dominiert. Wir haben das sehr gut gemacht“, sagte der Bayern-Trainer. Der Titelverteidiger zog nach dem 1:1-Patzer von Borussia Dortmund in Nürnberg punktemäßig (je 16) mit dem BVB gleich, bleibt aber aufgrund der weniger erzielten Treffer bei gleicher Tordifferenz weiter Zweiter.
Die Münchner ließen den Gastgebern kaum Raum zur Entfaltung. Schon nach einer Viertelstunde wies die Statistik einen Ballbesitz der Bayern von mehr als 70 Prozent auf. Ein tückischer 22-Meter-Flachschuss von Schalke-Neuzugang Kevin-Prince Boateng (5.), den der deutsche Teamgoalie Manuel Neuer mit den Fingerspitzen noch um die Stange drehte, und eine Chance von Adam Szalai (17.) nach Vorarbeit von Boateng markierten schon das Ende der königsblauen Herrlichkeit in der ersten Halbzeit.
Duell der Boateng-Halbbrüder an Jerome
Das mit Spannung erwartete Duell zwischen dem Schalke-Star Kevin-Prince Boateng und seinem Halbbruder Jerome, gewann der Bayern-Profi nach Punkten. Der Münchener Innenverteidiger machte keine Fehler, klärte das Wenige, was zu klären war, souverän. Dagegen hatte sein älterer Bruder nur zwei gute Szenen in dem dritten Aufeinandertreffen der beiden, deren Profikarriere einst bei Hertha BSC begann.

APA/AP/Martin Meissner
Die Boatengs tauschten bereits in der Pause ihre Trikots
„Wir sind das Spiel sehr seriös angegangen, die Mentalität war da. Wir sind glücklich, dass wir so gespielt haben. Phasenweise war das sehr gut“, sagte Schweinsteiger, und Abwehrspieler Jerome Boateng ergänzte: „Wir steigern uns von Spiel zu Spiel. Wir hatten viel Ballbesitz und haben den Ball sehr gut laufen lassen.“ Sein Halbbruder Kevin-Prince auf Schalker Seite war dagegen enttäuscht: „Es ist schwierig gegen eine Mannschaft wie die Bayern. Wir hatten unsere Chancen, aber wenn du sie nicht nutzt, dann kannst du nicht gewinnen.“
Die Schalker hatten sich nach der Erfolgsserie der vergangenen Wochen und vor allem nach dem souveränen 3:0 beim Auftakt der UEFA Champions League gegen Steaua Bukarest mehr gegen den Rekordmeister ausgerechnet. Doch weder der zuletzt in die Anführerrolle geschlüpfte Boateng noch der in die Startelf zurückgekehrte Jermaine Jones konnten dem Spiel ihrer Mannschaft entscheidende Impulse geben.
Schweinsteiger erstmals nach Verletzung in Startelf
Als richtige Entscheidung von Bayern-Chefcoach Pep Guardiola erwies sich, den deutschen Teamspieler Schweinsteiger erstmals nach seiner Verletzung wieder in die Anfangsformation zu beordern. Er dankte es mit seinem Kopfballtor nach einer Ecke von Arjen Robben. Der Führungstreffer verstärkte die Hilflosigkeit der Schalker, die wenige Sekunden nach diesem Schock das 2:0 durch einen wuchtigen Kopfball des Kroaten Mandzukic nach Alaba-Flanke von der Torauslinie kassierten.
Robben (29.) und Rafinha (38.) hatten danach noch weitere Großchancen, die Pausenführung zu erhöhen. Nach dem Wiederanpfiff verwalteten die Bayern die Führung clever und routiniert, echte Chancen der Schalker gab es nicht mehr. Dafür machte der insgesamt nicht sehr auffällige Ribery noch einmal auf sich aufmerksam, als er eine feine Vorarbeit von Alaba mit einem Trudelball ins Tor zum 3:0 nutzte. Der eingewechselte Pizarro würzte das 31. Ligaspiel der Bayern ohne Niederlage noch mit dem 4:0.
Stuttgart holt Remis gegen Frankfurt
Der VfB Stuttgart erreichte am Sonntag mit Martin Harnik im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt lediglich ein 1:1 (1:1). Durch das Remis versäumten es beide Clubs, sich in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen. Stuttgart liegt jetzt mit sieben Zählern auf Platz zwölf, die punktegleiche Eintracht unmittelbar dahinter.
Marco Russ brachte die Gäste in der 14. Minute in Führung, kurz darauf gelang dem erst 17-jährigen Timo Werner (16.) der Ausgleich. In der Nachspielzeit vergab VfB-Stürmer Vedad Ibisevic vom Elfmeterpunkt den möglichen Sieg (94.). Zuvor hatten sich im zweiten Sonntag-Spiel der SC Freiburg und Hertha BSC Berlin ebenfalls mit 1:1 (1:1) getrennt.
Deutsche Bundesliga, sechste Runde
Freitag:
Mönchengladbach - Braunschweig 4:1 (2:0)
Tore: Wendt (22.), Raffael (31., 76.), Kruse (72./Elfmeter) bzw. Boland (58.)
Stranzl (Gladbach) spielte durch
Samstag:
Schalke - Bayern 0:4 (0:2)
Tore: Schweinsteiger (21.), Mandzukic (22.), Ribery (75.), Pizarro (84.)
Alaba spielte bei Bayern durch
Hannover - Augsburg 2:1 (0:0)
Tore: Sobiech (60.), Huszti (89./Elfmeter) bzw. Verhaegh (51./Elfmeter)
Manninger spielte bei Augsburg durch, Holzhauser bis zur 57. Minute
Wolfsburg - Hoffenheim 2:1 (1:1)
Tore: Olic (44., 48.) bzw. Modeste (15.)
Nürnberg - Dortmund 1:1 (0:1)
Tore: Nilsson (52.) bzw. Schmelzer (38.)
Pogatetz spielte bei Nürnberg durch
Mainz - Leverkusen 1:4 (0:3)
Tore: Malli (82.) bzw. Kruse (19., 45.), L. Bender (38.), Kießling (59.)
Baumgartlinger (Mainz) wegen Knieproblemen nicht im Kader
Hamburg - Bremen 0:2 (0:1)
Tore: Petersen (33., 94.)
Prödl bei Bremen ab der 86. Minute, Junuzovic verletzt
Sonntag:
Freiburg - Hertha 1:1 (1:1)
Tore: Mehmedi (6.) bzw. Skjelbred (38.)
Stuttgart - Frankfurt 1:1 (1:1)
Tore: Werner (16.) bzw. Russ (14.)
Harnik (Stuttgart) spielte durch
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