„Jetzt bin ich wirklich ein Römer“
Die entscheidenden Momente für den Startrekord der AS Roma hat Rudi Garcia direkt neben der Fankurve erlebt. „Jetzt bin ich wirklich ein Römer“, sagte der Trainer des Hauptstadtclubs schmunzelnd. Die letzte halbe Stunde des 2:0-Erfolges bei Sampdoria Genua hatte er nahe der Roma-Anhänger auf der Tribüne verbracht, mit ihnen gezittert und die beiden Treffer der Gäste bejubelt.
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In der 60. Minute war Garcia wegen Schiedsrichterkritik auf die Tribüne geschickt worden. Seine Mannschaft ließ sich davon nicht irritieren, gewann auch ihr fünftes Spiel in der italienischen Meisterschaft und festigte die Tabellenführung in der Serie A. „Die Giallorossi hängen alle ab“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ am Donnerstag nach dem besten Saisonstart und kommentierte: „Garcia geht in die Geschichte ein.“

Reuters/Alessandro Bianchi
Auch einen Sieg über Lazio im Derby schenkte Garcia den Roma-Fans schon
Dem vor der Saison vom OSC Lille gekommenen Franzosen reicht der Traumstart jedoch noch lange nicht. „Ich bin glücklich über die fünf Siege in Serie, aber ich möchte gerne zum Ende der Saison in die Geschichte des Vereins eingehen, nicht jetzt“, stellte der 49-Jährige klar. Nach dem sechsten Platz im Vorjahr, der knapp verpassten Qualifikation für die Europa League und der Niederlage im Pokalfinale gegen den Lokalrivalen Lazio war die Stimmung bei den Römern alles andere als gut.
Warten soll nach 13 Jahren enden
In diesem Jahr ist die Gefühlslage der Fans schon nach fünf Spieltagen eine ganz andere: Makelloser Auftakt, Stadtderby gewonnen, Tabellenführung - besser könnte es kaum laufen für die Römer. Zudem hat Kapitän Francesco Totti seinen Vertrag vor kurzem vorzeitig um zwei Jahre bis 2016 verlängert.
Prompt beginnen die Fans zu träumen, erste Rufe nach dem „Scudetto“ werden laut. Die bisher letzte Meisterschaft gewann AS Roma in der Saison 2000/01 - es folgten finanzielle Schwierigkeiten und der Verkauf des Clubs an einen amerikanischen Investor 2011. Umso größer ist die Sehnsucht der Fans nach neuen Erfolgen: Bei der Rückkehr des Teams nach Rom Donnerstagfrüh empfingen mehr als 100 Fans die Spieler auf dem Flughafen.
Verfolger Napoli stolpert
Der Club peilt einen Platz im internationalen Geschäft an, betonte Garcia: „Unser Ziel ist es, nach Europa zurückzukehren, unter die ersten fünf zu kommen.“ Ausschließen wollte der Coach aber nichts: „Wir können Fünfter, Vierter, Dritter, Zweiter, Erster werden“, zählte er auf. Und auch Stürmer Marco Borriello betonte: „Wir haben große Lust, hier oben zu bleiben.“ Der „Corriere dello Sport“ titelte begeistert: „Es sind fünf! Siegrekord der Giallorossi, die alleine an der Spitze sind.“
Roms bisher ärgster Verfolger SSC Napoli stolperte am Mittwoch zudem überraschend beim zuvor punktelosen Schlusslicht Sassuolo Calcio, das gegen die Neapolitaner nach dem Aufstieg im Sommer seinen ersten Serie-A-Zähler überhaupt holte. „Wir haben kein gutes Spiel gemacht, wir haben nicht auf dem Niveau der vorherigen Partien gespielt“, gab Trainer Rafael Benitez nach dem 1:1 seines Teams gegen den Liganeuling zu. „Wir müssen aus diesem Spiel lernen.“
Serie A
38. Runde
| Samstag, 17. Mai: |
| Udinese |
Sampdoria Genua |
3:3 |
| Sonntag, 18. Mai: |
| Juventus Turin |
Cagliari |
3:0 |
| FC Genoa |
AS Roma |
1:0 |
| Catania |
Atalanta |
2:1 |
| Napoli |
Hellas Verona |
5:1 |
| Fiorentina |
Torino |
2:2 |
| Chievo Verona |
Inter Mailand |
2:1 |
| Parma |
Livorno |
2:0 |
| AC Milan |
Sassuolo |
2:1 |
| Lazio Rom |
Bologna |
1:0 |
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