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Herausragender Spieler und Kapitän

Für die schwedische Zeitung „Expressen“ ist David Alaba jener Spieler, der „ein ziemlich mittelmäßiges österreichisches Team auch zum Sieg in Schweden führen kann“. Als Replik könnte man allerdings anmerken, dass es sich bei den Skandinaviern durchaus nicht anders verhält. Auch bei Schweden sticht mit Zlatan Ibrahimovic ein Spieler aus einem ansonsten wohl eher durchschnittlichen Kader heraus.

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Deshalb setzt auch Coach Erik Hamren vor dem wohl entscheidenden WM-Qualispiel am Freitag in Stockholm gegen das ÖFB-Team große Hoffnungen in die außergewöhnlichen Qualitäten von Ibrahimovic, der bisher fünf der insgesamt 14 schwedischen Tore in dieser WM-Quali erzielt hat. „Er ist sehr, sehr stark und ein überaus wichtiger Aktivposten für uns. Damit meine ich nicht nur seine Spielweise, die herausragend ist, sondern auch die Art und Weise, wie er die Rolle des Kapitäns ausfüllt“, lobte der 56-jährige Teamchef seinen Superstar.

Zlatan Ibrahimovic und Pierre Bengtsson, Schweden

APA/Robert Jäger

Die jungen Spieler in Schwedens Team blicken zu Ibrahimovic auf

„Er wird immer besser“

In diesem Zusammenhang erwähnte Hamren die Bemühungen von Ibrahimovic, nachrückende Spieler ins Nationalteam zu integrieren. „Es ist einfach fantastisch, wenn man sieht, wie er sich insbesondere mit den jungen Spielern beschäftigt, sich um sie kümmert und als Führungsspieler Verantwortung übernimmt.“ Der Superstar von Paris Saint-Germain, der an einer Wadenverletzung laboriert, aber für das Match fit sein wird, habe damit alle Zweifler eines Besseren belehrt.

„Es gab durchaus kritische Stimmen, als ich ihn zum Kapitän machte. Aber ich habe stets an ihn geglaubt, und er hat bewiesen, dass ich richtig lag, indem er das Team mit seinen erstklassigen Leistungen führt und auch abseits des Feldes sehr viel Verantwortung übernimmt“, sagte Hamren, der glaubt, dass Ibrahimovic noch wichtiger werden wird. „Ich denke, dass er immer noch lernt, sich zu einer großen Führungspersönlichkeit zu entwickeln, denn es war für ihn eine ganz neue Rolle, als ich ihn zum Kapitän machte, und er wird immer besser.“

Fallrückzieher von Zlatan Ibrahimovic (SWE) im Testspiel Schweden gegen England

GEPA/Bildbyran/Marcus Ericsson

Ibrahimovics Tore sind ebenso legendär wie seine Sprüche

Zauberhafte Tore und loses Mundwerk

Was „Ibracadabra“ indes schon immer konnte, ist, zauberhafte Tore zu schießen und seinem für viele völlig abgehobenen Selbstvertrauen Ausdruck zu verleihen. Keine noch so große Sportpersönlichkeit ist vor seinen Verbalattacken sicher. Zuletzt verpasste er Josep Guardiola, seinem ehemaligen Trainer beim FC Barcelona, eine Breitseite. „Er hat mich für Messi geopfert. Und er hatte nicht den Mut, mir das zu sagen. Guardiola hat keine Eier. Seine philosophischen Ansprachen in der Kabine - das ist Scheiße für Fortgeschrittene“, schimpfte Ibrahimovic vor kurzem in einem „Spiegel“-Interview.

Bei allen anderen Clubs war der 32-Jährige der große Star, bei den Katalanen konnte er sich in der Saison 2009/10 indes nicht wirklich durchsetzen. Mit seinen Aussagen rief der Schwede auch Uli Hoeneß auf den Plan. Ibrahimovic sei wegen seines Scheiterns in Barcelona eine „gekränkte Primadonna“, ätzte der Bayern-Präsident. Die Antwort des Schweden ließ nicht lange auf sich warten. „Ich würde Hoeneß nicht als Steuerberater nehmen“, sagte Ibrahimovic in Anspielung auf die Probleme des Deutschen mit der Finanz.

„Er ist ein fantastischer Spieler“

Viele Fußballfans lieben den Schweden für seine direkte Art, genauso viele hassen ihn wohl ob seiner Arroganz und Selbstherrlichkeit. Wovor alle aber Achtung haben sollten, sind die sportlichen Leistungen von Ibrahimovic, der bei PSG kolportierte 15 Millionen Euro netto im Jahr kassiert und diesen Umstand auch hinterfragt („Das System ist krank. Die Verträge, die wir bekommen - irre“). Entsprechend großen Respekt hat auch ÖFB-Teamchef Koller vor dem Ausnahmekönner: „Schweden ist Ibrahimovic. Er ist ein fantastischer Spieler und wird daheim in Stockholm sicher noch dominanter auftreten als in Wien.“

„Wir wissen, dass er gut drauf ist, werden aber deswegen nicht alles auf den Kopf stellen“, erklärte Koller und warnte nicht nur vor dem Stürmer, über den in der Offensive der Skandinavier fast alle Aktionen laufen. „Es ist immer Gefahr da, wenn er am Ball ist. Sie haben aber auch andere gefährliche Offensivspieler. Elmander ist sehr beweglich und macht Tore. Auf den Außenbahnen verfügen sie mit Kacaniklic oder Larsson über sehr schnelle Spieler. Außerdem hat das gesamte Team sehr viel Erfahrung. Die wissen, wo der Hase läuft.“

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