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Tops und Flops der Erste Bank Open

Bereits zum 39. Mal ist dem Wiener Publikum in der Stadthalle Weltklassetennis geboten worden, zum dritten Mal hat das Turnier als Erste Bank Open stattgefunden. Aus österreichischer Sicht sorgte Ausnahmetalent Dominic Thiem für positive Schlagzeilen und stellte einige Landsmänner in den Schatten. ORF.at schaut auf die Tops und Flops des Traditionsturniers in der Hauptstadt zurück.

Thiem eroberte in der vergangenen Woche die Herzen der Tennisfans im Sturm und wurde mit dem Viertelfinal-Einzug seinen Vorschusslorbeeren gerecht. Der 20-Jährige löste eine wahre Thiem-Mania aus und brachte die Stadthalle im „Spiel seines Lebens“ vor knapp 8.000 Zuschauern gegen Jo-Wilfried Tsonga zum Kochen. Auch wenn der französische Weltranglistenneunte im Tennisthriller gerade noch als Sieger vom Platz ging, ist für die Nummer 141 der Welt der Sprung unter die Top 100 nur noch eine Frage der Zeit.

Jubelnde Zuschauer bei den Austrian Open in der Wiener Stadthalle

GEPA/Walter Luger

Dominic Thiem sorgte für Standing Ovations in der Wiener Stadthalle

Straka über Zuschauerplus erfreut

Eng mit den Namen Thiem und Tsonga ist auch der zehnprozentige Zuschaueranstieg auf 47.000 Besucher verbunden. Herwig Straka, seit fünf Jahren Turnierdirektor, macht auch das „bunte Starterfeld“ (u. a. Gael Monfils und Lleyton Hewitt) für das rege Interesse verantwortlich. Straka hofft noch auf einen Superstar wie den Spanier Rafael Nadal, dessen Trainer und Onkel als Referent heuer in Wien war. Dazu müsste das Turnier aber wohl vom 250er- auf den 500er-Status angehoben werden.

Haas mit 35 in Hochform

Einer, der 2014 als Titelverteidiger sicher wieder nach Wien kommen wird, ist der 35-jährige Evergreen Haas. Der Deutsche mit steirischen Wurzeln krönte eine starke Woche mit dem Finalerfolg über Robin Haase und sicherte sich seinen zweiten Wien-Titel nach 2001. Lob gab es vom 26-jährigen Niederländer: „Ich fühle mich eher wie 35 und du wie 26.“ Haas ist im Spätherbst seiner Karriere topfit und will nach eigenen Angaben noch zwei Saisonen bis 2017 spielen.

Knowle und Co. im Doppel stark

Auch wenn US-Open-Finalist Alex Peya beim Comeback mit Bruno Soares (BRA) im Viertelfinale ausschied, drückten die ÖTV-Spieler dem Doppel ihren Stempel auf. Julian Knowle zog mit Daniel Nestor (CAN) in sein viertes Wien-Finale ein, muss aber nach der Niederlage gegen die Peya-Bezwinger Florin Mergea/Lukas Rosol weiter auf den ersten Wien-Titel warten. Auch die Überraschungshalbfinalisten Thiem/Max Neuchrist scheiterten am rumänisch-tschechischen Duo.

Daniel Nestor und Julian Knowle

APA/EXPA/Sebastian Pucher

Doppel-Spezialist Julian Knowle (r.) war Österreichs Beitrag am Finaltag

Thiems Davis-Cup-Zukunft gesichert

Nach jahrelangen Diskussionen konnte zwischen dem ÖTV und Thiem in puncto finanzieller Unterstützung eine Einigung erzielt werden. „Der Vertrag ist unterschrieben. Wenn ich ins Davis-Cup-Team einberufen werde, dann werde ich natürlich auch spielen“, sagte der 20-Jährige gegenüber ORF.at am ersten Turniertag in der Stadthalle. Die Freude ist auch bei ÖTV-Präsident Ronnie Leitgeb groß: „Wir wollen in Zukunft im Davis-Cup verstärkt auf ein junges Team setzen.“

Melzer im Verletzungspech

Einen Tag vor der Auslosung gab es für Straka eine Hiobsbotschaft. Österreichs Nummer eins Jürgen Melzer musste wegen einer Schulterverletzung für das Heimturnier absagen und die Saison vorzeitig beenden. Bis zu ein halbes Jahr Pause drohte dem ÖTV-Ass. Nach einer genauen Untersuchung gab es für den zweifachen Wien-Sieger Entwarnung. Da die Bizepssehne im Schlagarm nicht gerissen ist, kehrt er 2014 auf der ATP-Tour zurück.

Trio im Schatten von Thiem

Andreas Haider-Maurer (gegen den Deutschen Daniel Brands), Martin Fischer (gegen den Tschechen Radek Stepanek) und Gerald Melzer (gegen den Slowaken Lukas Lacko) waren bei der Auslosung zwar nicht vom Glück verfolgt, mit der einen oder anderen Überraschung durfte man dennoch spekulieren. Nach drei Erstrundenpleiten ohne einen einzigen Satzgewinn waren allerdings nicht nur die Veranstalter froh, dass Jungstar Thiem Österreichs Ehre im Einzel-Bewerb rettete.

Handshake zwischen Radek Stepanek und Martin Fischer

GEPA/Walter Luger

Routinier Radek Stepanek war für Martin Fischer (r.) eine Nummer zu groß

14 ÖTV-Spieler in Quali out

Gleich 14 Österreicher waren in der Qualifikation am Start, kein einziger erreichte jedoch den Hauptbewerb. Neun ÖTV-Spieler schieden gleich zum Start aus, für fünf weitere war in der zweiten von drei Qualifikationsrunden Endstation. Sehr bitter verlief die Partie für Nikolaus Moser, der gegen den Slowaken Miloslav Mecir fünf Matchbälle vergab. Der Sohn des Ex-Weltklassespielers nutzte die Gunst der Stunde und bot auch beim Achtelfinal-Aus gegen Haas eine gute Leistung.

Rainer Titsch, ORF.at

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