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Hirscher zieht den Kürzeren

Der Erfolgslauf von David Alaba hat sich auch bei der Wahl zu Österreichs Sportler des Jahres fortgesetzt. Der Bayern-Legionär gewann das Rennen um die Trophäe gegen den Favoriten aus dem alpinen Skilager, Marcel Hirscher. Der 21-jährige Alaba ist der erste Fußballer seit Toni Polster 1997, der die Sportlerwahl für sich entschied. Bei den Damen rettete Anna Fenninger als Siegerin die ÖSV-Ehre.

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Die Galanacht des Sports am Donnerstagabend im Austria Center Vienna ging allerdings ohne Champions-League-Sieger Alaba in Szene, er bekam von seinem Arbeitgeber Bayern München zwei Tage vor dem Bundesliga-Spiel bei Hoffenheim nicht frei. Alaba wurde jedoch per Liveschaltung ins Austria Center Vienna zugeschaltet. Eine nach München gebrachte Trophäe wurde dem Wiener von seinem Teamkollegen Franck Ribery überreicht.

Franck Ribery, David Alaba

GEPA/Christian Walgram

Franck Ribery gratulierte seinem Bayern-Kumpel David Alaba zum Sieg

556 Mitglieder von Sports Media Austria, der Vereinigung der österreichischen Sportjournalisten, sorgten für eine Rekordbeteiligung bei dieser Wahl und eine spannende Entscheidung. Alaba gewann mit 2.516 Punkten und 315 ersten Plätzen vor Hirscher (1.871/130). Dritter wurde Skispringer Gregor Schlierenzauer (1.161/38) vor Österreich-Radrundfahrt-Sieger Riccardo Zoidl und Golfer Bernd Wiesberger.

Fußball schlägt Skisport

„Das ist unglaublich, eine Riesenehre. Ich freue mich riesig. Ich hatte starke Konkurrenz, Marcel und Gregor haben heuer Unglaubliches geleistet“, sagte Alaba, der aus dem Bayern-Trainingszentrum zugeschaltet war und mit seinem Kumpel Ribery die Gala verfolgte. Trainer Josep Guardiola hatte ihm die Reise nach Wien untersagt.

Im Duell der Stars der beiden populärsten Sportarten in Österreich zählte bei den Journalisten der Erfolg in der Champions League, in der deutschen Bundesliga und im DFB-Pokal mit Bayern mehr als Hirschers Sieg im Gesamtweltcup und Slalom-Gold bei der Heim-WM in Schladming und der Weltcup-Gesamtsieg von Schlierenzauer, der auch zum Weltcup-Rekordsieger geworden ist.

Drei würdige Kandidaten

„Rein sportlich hatte ich die Saison meines Lebens“, sagte Hirscher, der im Vorjahr gewonnen hatte. „Aber das ist schon Fußball, das ist schon Champions League, das ist deutsche Bundesliga, das sind richtige Großereignisse, Events, die die Welt kennt. Wenn einer mit 21 Jahren das so souverän runterspielt, hat er sich das wohl verdient. Es war eine gewaltige Leistung. Trotzdem bleibe ich dabei, es hätte drei erste Preise geben sollen. Gregor ist ja auch der beste Skispringer, den es je gegeben hat“, sagte Hirscher.

Auch Schlierenzauer, der noch immer auf seine erste Auszeichnung als Sportler des Jahres warten muss, nahm die „Niederlage“ sportlich: „Ich bin extrem stolz, dass ich wieder unter den Nominierten war, ich bin ja fast jedes Jahr dabei. Dieses Jahr war es extrem schwierig, da hatte man wirklich die Qual der Wahl.“

Fenninger siegt vor Kirchgasser

Bei den Damen entschied Fenninger das Rennen gegen ihre Teamkollegin Michaela Kirchgasser für sich. Die Salzburgerin erhielt als vierte alpine Skirennläuferin in Folge nach Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl und Marlies Schild die begehrte Trophäe. Fenninger gewann in der abgelaufenen Saison WM-Bronze im Riesentorlauf, wurde Dritte im Gesamtweltcup und fuhr drei Weltcup-Saisonsiege ein.

Anna Fenninger (AUT) und Freund Manuel Veith

GEPA/Walter Luger

Anna Fenninger (vor der Gala) mit ihrem Freund Manuel Veith

Die 24-Jährige konnte ihre Auszeichnung aber wie Alaba nicht persönlich entgegennehmen. Fenninger war zwar nach Wien angereist, während der Gala machte sich jedoch eine Viruserkrankung bemerkbar. Die frisch gekürte Sportlerin des Jahres musste hinter der Bühne mit Infusionen behandelt werden. Die Auszeichnung nahm ihr langjähriger Trainer Herbert Mandl entgegen.

Fenninger siegte mit 1.568 Punkten (165 erste Plätze) vor Kirchgasser (1.055/85), die in Schladming WM-Silber im Slalom und Gold mit dem ÖSV-Team erobert hatte. Dritte wurde Kletter-Europameisterin und Weltcup-Gesamtsiegerin Anna Stöhr (751/54) vor Ruder-Weltmeisterin Michaela Taupe-Traer und Billard-Europameisterin Jasmin Ouschan.

Schwaiger-Schwestern im Team erfolgreich

Bei den Mannschaften ging die Vorherrschaft der ÖSV-Nordischen zu Ende, die in den letzten fünf Jahren durch die Skispringer (viermal) bzw. Nordischen Kombinierer (2010) gewonnen hatten. Der Sieg ging erstmals seit der Einführung 1978 an ein Frauen-Team und erstmals an Volleyball-Vertreter. Die Beachvolleyball-Europameisterinnen Doris Schwaiger-Robl und Stefanie Schwaiger gewannen mit 1.162 Punkten (116 erste Plätze) vor Fußballmeister Austria Wien (923/80) und dem Formel-1-Weltmeisterteam Red Bull Racing (887/88).

Doris Schwaiger, mit 28 ein Jahr älter als ihre Schwester Stefanie, war überglücklich: „Wir waren total überrascht, damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Als unser Name genannt wurde, war das total cool, denn die Anspannung war ganz anders als im Sport.“

Zoidl Aufsteiger des Jahres

Der Preis für den von den Fans gewählten Aufsteiger des Jahres ging an Zoidl. Der 25-jährige Überraschungssieger der Österreich-Rundfahrt gewann mit 6.392 Stimmen (41,1 Prozent) vor der Seglerin Lara Vadlau (5.167/33,2) und Tennis-Ass Dominic Thiem (4.002/25,7).

Behindertensportler des Jahres wurden mit Claudia Lösch und Matthias Lanzinger zwei alpine Skifahrer. Für Lösch war es bereits die dritte Auszeichnung, Lanzinger hatte 2008 nach seinem Unfall, nach dem ihm ein Bein amputiert werden musste, den Special Award gewonnen. Die Special-Olympics-Auszeichnung ging an Teresa Breuer und damit ebenfalls an eine Skifahrerin.

Erstmals geehrt wurde der „Sportler mit Herz“. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis ging an Ulf Arlati für das Projekt Handball-Marathon in Graz. Alle Sieger erhielten eine vom Salzburger Stefan Gahr gefertigte, fünf Kilogramm schwere Trophäe aus Messing und Stahl.

Schröcksnadel für Lebenswerk geehrt

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel erhielt den Special Award für sein Lebenswerk. Unter seiner Präsidentschaft haben die ÖSV-Athleten 22 Olympische Goldmedaillen und 75 WM-Titel gewonnen. Auch Schröcksnadel zog den Hut vor Alaba: „David hat es sich auch verdient, er hatte eine großartige Saison. Aber das hätte der Hirscher genauso und der Schlieri auch. Aber es kann eben nur einer sein.“

1.500 Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur erlebten einen launigen Abend. Für das Rahmenprogramm sorgten Jose Carreras, Opus und Aloe Blacc.

Sieger der Sportlerwahl 2013

Sportler des Jahres: David Alaba (Fußball)

Sportlerin des Jahres: Anna Fenninger (Ski alpin)

Team des Jahres: Doris und Stefanie Schwaiger (Beachvolleyball)

Aufsteiger des Jahres: Riccardo Zoidl (Radsport)

Behindertensportlerin des Jahres: Claudia Lösch (Ski alpin)

Behindertensportler des Jahres: Matthias Lanzinger (Ski alpin)

Special-Olympics-Sportler des Jahres: Teresa Breuer (Ski alpin)

Sportler mit Herz: Ulf Arlati (Handball)

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