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Einstimmig wiedergewählt

Hans Rinner steht auch in den kommenden vier Jahren als Präsident an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Der 50-jährige Steirer wurde am Freitag auf der 17. Ordentlichen Hauptversammlung im Wiener Raiffeisen Forum einstimmig (80 Stimmen/50 Bundesliga, 30 Erste Liga) wiedergewählt.

„Angesichts der letzten Tage ist es schön, dass es ein einstimmiges Votum gegeben hat“, sagte Rinner. Und Bundesliga-Vorstand Georg Pangl ergänzte: „Es war ein sehr schneller Wahlvorgang. Die Vereine haben Geschlossenheit gezeigt, das ist wichtig in dieser Zeit.“

Präsident Hans Rinner (Bundesliga)

GEPA/Christian Ort

Hans Rinner bleibt bis 2017 Präsident der österreichischen Bundesliga

In der medialen Berichterstattung war in den letzten Tagen mehr und mehr Karlheinz Kopf als möglicher Gegenkandidat aufgetaucht. Der Altach-Aufsichtratsvorsitzende wäre auch tatsächlich für das Amt zur Verfügung gestanden, bekam aber im Vorfeld der Hauptversammlung kaum Zustimmung. „Es wurde anscheinend von ein, zwei Leuten initiiert, war ein möglicher Versuch, aber nicht unbedingt die Meinung der Clubs“, sagte Rinner.

Diskussion nach unglücklichen Aussagen

Der Bundesliga-Präsident hatte am 7. Oktober im Rahmen einer Clubklausur in Grödig eine große Zustimmung im Hinblick auf eine Wiederwahl bekommen. Die schriftlichen Wahlvorschläge der Clubs gingen am 7. November beim von Markus Kraetschmer angeführten Wahlkomittee ein, das daraufhin einen klaren Wahlvorschlag erarbeitete.

Nach etwas unglücklichen Aussagen Rinners im Zusammenhang mit dem Manipulationsskandal rund um Ex-Grödig-Spieler Dominique Taboga sowie dem Punkteabzug gegen Admira Wacker Mödling wurde in den vergangenen Tagen aber noch einmal viel diskutiert. „Ich habe mir persönlich auch Gedanken gemacht und auch 18 von 20 Clubs erreicht und das Thema besprochen. Einige haben gesagt, dass es Dinge gibt, wo ich wegen Aussagen nicht gut weggekommen bin, aber es hat wieder eine breite Zustimmung gegeben. Deshalb habe ich auch beschlossen, bei meiner Kandidatur zu bleiben“, verriet Rinner.

Kraetschmer verdeutlichte noch einmal, dass man als Komitee nur auf Basis von schriftlich eingegangenen Vorschlägen operieren konnte, und die hatte es eben nur für Rinner gegeben. „Wichtig ist, dass alle Clubs gemeinsam geschlossen auftreten, mit dem Votum haben wir einen ersten Schritt gemacht“, meinte Austrias Finanzvorstand. „Ich bin froh, dass unser Vorschlag so angenommen wurde.“

Kopf scheidet aus Aufsichtsrat aus

Kopf ist verständlicherweise im neuen Aufsichtsrat nicht mehr dabei. „Kopf hat heute in der Aufsichtsratssitzung deutliche, offene Worte gefunden. Jetzt gilt es in die Zukunft zu schauen“, meinte Kraetschmer. Ebenfalls nicht mehr dabei sind Werner Kuhn und Gerhard Stocker.

Kraetschmer (erster Vizepräsident) und Kapfenbergs Erwin Fuchs (zweiter Vize) wurden als Vertreter von Rinner gewählt. Zudem verblieben Volker Viechtbauer (Salzburg) und Hubert Nagel (Austria Lustenau) im Gremium. Neu dazu stoßen Michael Krammer (Rapid/statt Kuhn), Stefan Reiter (Ried) und Thomas Kronsteiner (Horn). „Es war den Vereinen in der Erste Liga wichtig, dass die Verteilung Ost, Mitte, West berücksichtigt wird“, erklärte Kraetschmer.

Suche nach neuem Sponsor

Die Bundesliga steht jedenfalls vor großen Aufgaben, gilt es doch etwa Licht in den Manipulationsskandal („Das Thema wird uns massiv fordern“) zu bringen und einen neuen Bewerbsponsor für die kommende Saison und darüber hinaus zu finden. „Es stehen große Aufgaben vor uns, es wird keine einfache Periode werden“, ist sich Rinner bewusst.

Ein großer Punkt in Rinners zweiter Ära ist auch das Thema Stadionsicherheit und Stadioninfrastruktur. Mit entsprechenden Maßnahmen soll auch dem Zuschauerschwund entgegengewirkt werden. „Wir haben von der Idee her zu wenig auf Infrastruktur Wert gelegt in den vergangenen Jahren. Man wird eine Infrastrukturoffensive benötigen. Das gilt generell für alle Clubs, auch für die, die ein funktionierendes Stadion haben“, betonte Rinner.

Als Beispiel nannte der Ex-Sturm-Graz-Präsident sein ehemaliges Heimstadion, die UPC-Arena. „Das Stadion in Graz war 1998 ein feines Schmuckstück, heute ist es veraltet, und wenn man in den nächsten zehn Jahren nichts macht, wird es dort wie in Hütteldorf aussehen.“ Man wolle die Infrastrukturkriterien Stück für Stück nach oben schrauben. „Aber nicht so weit, dass man die Vereine kaputtmacht“, stellte Rinner klar. Verpflichtende Rasenheizungen für alle Teams wird es also nicht so schnell geben, dann schon eher die Nominierung eines Ausweichstadions für den Fall von witterungsbedingten Problemen.

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