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Unterwäschemodell im Eiskanal

Das Königreich Tonga wird in Sotschi erstmals bei Olympischen Winterspielen vertreten sein. Wie der internationale Rodelverband (FIL) am Dienstag mitteilte, hat Bruno Banani aus dem Inselstaat im Südpazifik die in Park City ausgetragene Qualifikation für die Spiele geschafft.

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Der als Fuahea Semi geborene Banani war ursprünglich Rugbyspieler und wollte schon 2010 als Rodler an den Olympischen Spielen teilnehmen. Der Informatikstudent verpasste damals allerdings die Qualifikation. Er ist aber seit 2011 stets bei der WM dabei und hatte auch einige Auftritte im Weltcup.

Rodler Bruno Banani (Tonga) beim Start

APA/AP/The Canadian Press/Jonathan Hayward

Banani kann den Blick nun nach Sotschi richten

Umstrittene Namensänderung

Als eine Werbeagentur auf ihn aufmerksam wurde, änderte er seinen Namen auf Bruno Banani, was wohl nicht zufällig auch der Name einer deutschen Unterwäschefirma ist. Diese nahm den Rodler dann auch prompt unter Vertrag.

Die Namensänderung sorgte auch schon für einige Aufregung, denn bei Olympischen Spielen ist jede Werbung verboten. Der jetzige IOC-Präsident Thomas Bach hatte sich schon vor einigen Jahren über die Marketingidee, die zu weit gehe und geschmacklos sei, erregt. „Aber rechtlich haben wir keine Handhabe, ihn bei Olympia nicht starten zu lassen“, sagte Bach damals. „Wir können nichts machen, wenn dieser Name in seinem Pass steht.“ Ethisch sei das aber nicht in Ordnung.

Sportlich soll Banani aber über jeden Zweifel erhaben sein, wie sein Trainer Mathias Ihle erklärt. „In Bruno hat das Königreich Tonga einen außerordentlichen Botschafter. Er hat es geschafft, ein vollwertiges Mitglied der internationalen Rodelfamilie zu werden.“

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