Eistänzerin Geil wegen EM-Ausbootung zurückgetreten

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Die Nominierung des österreichischen Tanzpaars für die Eiskunstlauf-EM von 15. bis 19. Jänner in Budapest hat im Nachhinein für einige Aufregung und letztlich am Freitag zum Rücktritt von Kira Geil geführt. Die 28-jährige Partnerin von Tobias Eisenbauer zog damit die Konsequenz der Nichtnominierung für die EM, nachdem die beiden vor Weihnachten in Salzburg Staatsmeister geworden waren.

Während mit Viktor Pfeifer, Kerstin Frank sowie den Paarläufern Miriam Ziegler/Severin Kiefer die nationalen Titelträger in den anderen drei Bewerben gleich nach den Meisterschaften für die EM nominiert worden waren, wartete der österreichische Verband (ÖEKV) im Eistanz noch zu. Schließlich fiel am Heiligen Abend die Entscheidung zugunsten der Meisterschaftszweiten Barbora Silna/Juri Kurakin.

Kritik an ÖEKV-Entscheidung

Das wurde vom Cottage Engelmann Verein kritisiert, der Club von Geil/Eisenbauer. „Wir können die Entscheidung des Vorstands nicht nachvollziehen“, heißt es in dem von den beiden Sportlern, Trainerin Jana Hübler und Präsident Hans Gunsam, unterschriebenen offenen Schreiben. Der Sieg bei den Staatsmeisterschaften sowie die ansteigende Form hätten demnach für eine Entsendung ausreichen müssen.

Nach einer mehr als einwöchigen Nachdenkphase traf die gebürtige Britin Geil letztlich ihre Entscheidung. „Sie hat uns mitgeteilt, dass sie unter diesen Umständen keine Perspektive mehr sieht und ihre professionelle Karriere als Leistungssportlerin somit beendet“, hieß es. Dem Verband wird auch vorgeworfen, Beschlüsse ohne Experten wie Trainer und Sportler zu treffen.

Verband beharrt auf Kriterien

ÖEKV-Vizepräsidentin Carmen Kiefer verteidigte gegenüber der APA die Entsendung von Silna/Kurakin. „Das war klar nach den Kriterien. Und die waren allen bekannt“, sagte die Funktionärin. „Es wäre nicht glaubwürdig gewesen, wenn wir unsere eigenen Kriterien nicht erfüllt hätten.“

Es seien nicht nur die Staatsmeisterschaften für eine EM-Entsendung entscheidend, sondern auch Ergebnisse bei internationalen Bewerben. Und da hätten Silna/Kurakin in Nizza besser abgeschnitten, zu einem weiteren internationalen direkten Vergleich der beiden ÖEKV-Tanzpaare ist es nicht gekommen. „Letztlich war der Punkteunterschied so groß, dass die Entscheidung klar war.“ Kiefer räumte aber ein, dass künftig in einem Qualifikationsprozess mehr mit den Sportlern kommuniziert werden sollte. Der Rücktritt Geils wäre bedauerlich.