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Superstar Northug auf verlorenem Posten

Johannes Dürr hat am Sonntag die Tour de Ski der Langläufer auf dem dritten Gesamtrang beendet. Der im Val di Fiemme als Fünfter in die siebente Etappe gegangene Niederösterreicher fixierte den Coup am Schlussanstieg. Der 26-Jährige landete gesamt 1:05,9 Minuten hinter dem norwegischen Sieger Martin Johnsrud Sundby.

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Den zweiten Platz mit 36 Sekunden Rückstand auf Sundby belegte dessen norwegischer Landsmann Chris Jespersen. Dürr verhinderte einen norwegischen Dreifachsieg, den zuvor die Damen mit Therese Johaug, Astrid Jacobsen und Heidi Weng gefeiert hatten.

Langläufer Johannes Dürr mit Trophäe

GEPA/Andreas Pranter

Johannes Dürr freute sich über den bisher größten Erfolg seiner Karriere

Dürr war als Fünfter ins abschließende Bergrennen auf die Alpe Cermis gegangen und zündete einen Kilometer vor dem Ziel den Turbo. 500 Meter vor Schluss ließ er den bis dahin drittplatzierten Northug stehen. Mit seiner unglaublichen Leistung im kraftraubenden Schlussanstieg sicherte sich Dürr nicht nur Rang drei in der Gesamtwertung, sondern auch seinen ersten Weltcup-Sieg.

„Es ist einfach unglaublich“

„Ich habe gewusst, dass es zu schaffen ist. Ich hatte auch nie Angst, dass mich irgendjemand überholt, sondern habe nur nach vorne geschaut. Zum Schluss, als Northug kurz an mir drangeblieben ist, habe ich schon daran gezweifelt, dass es sich ausgeht, aber dann habe ich noch einmal alles, was in mir steckte, rausgeholt. Es ist einfach unglaublich. Endlich haben wir es geschafft“, sagte Dürr, der im Gesamtweltcup auf Rang sechs vorstieß.

ÖSV-Trainer Gerald Heigl war von Dürrs Leistung angetan. „Dass er bergauf laufen kann, haben wir gewusst. Dass er aber in der Gesamtwertung, wo auch zwei Sprints drinnen sind, Rang drei schaffen könnte, daran habe ich nicht geglaubt“, meinte Heigl, der sich auch von Dürrs aggressiver Fahrweise beeindruckt zeigte. „Wenn man sieht, wie er alleine attackiert, muss man von der Sportlerpsyche her fast schon sagen, er ist irre - einfach nur Wahnsinn, natürlich im positiven Sinn.“

Auch Teresa Stadlober stark

Bei den Damen gab es auf der Schlussetappe noch einen Wechsel an der Spitze. Johaug setzte sich auf dem letzten Teilstück vor ihrer bis zuletzt führenden Teamkollegin Jacobsen durch. ÖSV-Hoffnung Teresa Stadlober zeigte am Schlusstag eine tolle Leistung und verbesserte sich vom 34. noch auf den 27. Rang. Der Rückstand der 20-jährigen Salzburgerin nach sieben Stationen betrug 8:04 Minuten. Katerina Smutna, vor dem Schlusstag 20., trat nicht zum Finale an.

Tour de Ski

Endstand Herren:
1. Martin Johnsrud Sundby NOR 3:05:52,2
2. Chris Jespersen NOR + 36,0
3. Johannes Dürr AUT 1:05,9
4. Petter Northug NOR 1:49,5
5. Sjur Röthe NOR 1:55,7
6. Alexander Legkow RUS 2:33,6
7. Tord Asle Gjerdalen NOR 2:45,6
8. Ilja Tschernusow RUS 2:56,4
9. Calle Halfvarson SWE 3:06,5
10. Didrik Tönseth NOR 3:19,1
Endstand Damen:
1. Therese Johaug NOR 2:04,16
2. Astrid Jacobsen NOR + 20,4
3. Heidi Weng NOR 2:50,4
4. Krista Lähteenmäki FIN 2:56,1
5. Kerttu Niskanen FIN 3:18,1
6. Anne Kyllönen FIN 3:50,2
7. Elisabeth Stephen USA 4:02,4
8. Eva Vrabcova-Nyvltova CZE 4:05,3
9. Aino-Kaisa Saarinen FIN 4:18,5
10. Masako Ishida JPN 4:44,0
27. Teresa Stadlober AUT 8:04,0
Aufgabe: Katerina Smutna (AUT)

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