Abschied aus Melbourne
Für Dominic Thiem ist das Abenteuer Australian Open seit Mittwoch vorbei. Der 20-jährige Niederösterreicher musste sich bei seinem ersten Grand-Slam-Turnier in der zweiten Runde dem als Nummer 19 gesetzten Südafrikaner Kevin Anderson nach 1:47 Stunden Spielzeit mit 4:6 3:6 4:6 geschlagen geben.
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Österreichs Einzel-Hoffnungen in Melbourne ruhen damit nur noch auf der Vorarlbergerin Yvonne Meusburger. Für Thiem zahlte sich die Reise nach „down under“ aber auf jeden Fall aus, nach erfolgreich überstandener Qualifikation hatte er in der ersten Runde den Weltranglisten-50. Joao Sousa aus Portugal bezwungen und sah auch gegen Anderson nicht schlecht aus.
Jeweils ein Break genügt Anderson
Österreichs Nummer drei hatte bei seinem ersten Aufschlaggame zwar einige Probleme, stellte sich dann aber rasch auf seinen 2,03 Meter großen Gegner ein und zeigte gegen den starken Aufschläger einige sehenswerte Returns. Das erste Match zwischen den beiden verlief in der Folge völlig offen, doch ausgerechnet in der entscheidenden Phase holte sich Anderson bei 5:4 zwei Breakbälle. Den ersten konnte Thiem noch mit einer starken Aktion abwehren, beim zweiten landete sein Ball aber an der Netzkante, und der erste Satz war nach 39 Minuten beendet.

GEPA/Matthias Hauer
Thiem konnte noch nicht ganz mit Anderson mithalten
Im zweiten Durchgang kassierte der Österreicher dann rasch das Break zum 1:3, ließ sich dadurch aber nicht entmutigen und kämpfte unverdrossen weiter. Allerdings hatte er bei den Aufschlaggames seines Gegners nur Teilerfolge, in die Nähe eines Breaks kam er vorerst nicht. Bei 3:5 war es dann plötzlich so weit, Anderson wehrte jedoch beide Breakbälle ab und holte sich nach weiteren 37 Minuten auch Satz Nummer zwei.
Der dritte begann wieder mit erfolgreichen Aufschlagspielen auf beiden Seiten, im fünften Game musste Thiem sein Service aber zu null abgeben. Damit war die Partie entschieden, der Weltranglisten-21. Anderson ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.
„Anderson, einfach besser“
„Gratulation an Kevin Anderson, der einfach der bessere Spieler war“, präsentierte sich Thiem auf Facebook als fairer Verlierer. „Das hat man vor allem in den wichtigen Situationen gesehen, beim Break zum 4:6 im ersten, beim Ausservieren im zweiten Satz.“ Er bezeichnete Anderson als besten Aufschläger, gegen den er bisher in einem Turniermatch gespielt habe. „Gegen einen so guten Spieler reicht ein schlechtes Aufschlagspiel pro Satz, und du bist weg.“
Auch sei es für das österreichische Ausnahmetalent eine neue Erfahrung gewesen, so wenige Chancen in einem Match zu bekommen. „Und die habe ich nicht nützen können. Ich kann viel aus dem Match lernen, weil man gesehen hat, dass bei der Konstanz, bei der Beinarbeit und beim Return noch viel Arbeit wartet.“ Die Enttäuschung aufgrund der Niederlage sei zwar gegeben, die Turnierbilanz in Summe aber nicht negativ.
36 Grad bei Spielbeginn
Thiem hatte am Vortag wegen der Hitze nur relaxt und Kräfte gesammelt. Bei Spielbeginn der Partie um 17.33 Uhr Ortszeit hatte es immerhin noch 36 Grad, ein Wind von 15 km/h verschaffte wenigstens ein bisschen Abkühlung. Für das Anderson-Match hatte sich der ÖTV-Jungstar ein Rezept zurechtgelegt. „Gut spielen, aggressiv bleiben, mein Bestes probieren“, hatte er seine Devise ausgegeben. „Wenn das für die Sensation nicht reicht, habe ich mir nichts vorzuwerfen.“
Im Endeffekt kam sein Aufschlag nicht so zur Geltung, wie er es gebraucht hätte. Nur sechs von zehn Aufschlägen waren im Feld, so konnte er seinen routinierten Gegner nicht in Bedrängnis bringen. Bei den Winnern lag Thiem mit 28 aber nur zwei hinter seinem Gegner, bei den unerzwungenen Fehlern mit 21 sogar um einen besser als der 27-jährige 2,03-Meter-Mann. Anderson kam auf insgesamt 15 Asse und trifft in Runde drei auf den Franzosen Edouard Roger-Vasselin.
Auf dem Weg in die Top 100
Für Thiem ist das Abenteuer seines ersten Grand Slams zu Ende, hat er doch weder für Doppel noch für Mixed genannt. Nach drei Siegen in der Qualifikation und einem im Hauptbewerb kassiert er jedenfalls umgerechnet knapp 33.000 Euro und 70 ATP-Punkte. Von Platz 136 aus wird der zweifache ATP-Viertelfinalist damit sein Karrierehoch von 121 um einige Plätze verbessern. Auf die Top 100 fehlen noch gut 60 Punkte, bis Mitte März hat Thiem aber nichts zu verteidigen.
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