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Abkühlung erst zum Wochenende

Wie schon in den Tagen zuvor war auch am Donnerstag die Hitze das bestimmende Thema bei den Australian Open. Das Thermometer stieg in Melbourne erneut auf 42 Grad Celsius, und eine Änderung ist nicht so schnell in Sicht. Erst ab dem Wochenende soll es deutlich kühler werden.

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Vorerst aber haben die Spieler nicht nur mit ihren Gegnern, sondern auch mit den Bedingungen auf dem Platz zu kämpfen. In der ersten Runde gab es insgesamt neun Aufgaben (acht Herren, eine Dame) womit der Rekord bei Grand-Slam-Turnieren eingestellt wurde. Am Mittwoch folgte mit dem Kroaten Ivan Dodig die Nummer zehn.

Kirsten Flipkens (BEL) nachdem sie sich Wasser über ihren Kopf geschüttet hat

Reuters/Bobby Yip

Die Hitze auf dem Platz macht allen schwer zu schaffen

Am Donnerstag wurden erstmals in diesem Jahr Spiele wegen der Hitze unterbrochen. Bei rund 42 Grad setzten die Veranstalter gegen 14.00 Uhr Ortszeit eine spezielle Regel in Kraft. Diese bemisst in einer Mischung aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit einen Wert, wann es für die Akteure zu gefährlich wird, zu spielen. Laut dieser Regel müssen in den Partien auf den Außenplätzen die begonnenen Sätze zu Ende gespielt werden, dann werden die Begegnungen unterbrochen. In den größeren Stadien wird nach dem Ende des angefangenen Satzes das Dach geschlossen. Zum letzten Mal hatten in Melbourne vor fünf Jahren Spiele wegen der brutalen Bedingungen unterbrochen werden müssen.

Scharapowa schwitzt dreieinhalb Stunden

Für Maria Scharapowa kam die Hitzeregel fast zu spät. Da die Veranstalter erst einschritten, als in der Partie der Russin der dritte Satz bereits lief, durfte das Dach in der Rod Laver Arena laut Reglement nicht geschlossen werden. Die ehemalige Nummer eins musste gegen Karin Knapp (ITA) deshalb in der Hitze weiterspielen, setzte sich nach 3:28 Stunden aber doch mit 6:3 4:6 10:8 durch. „Liebe die Hitze, Baby“, schrieb sie danach neben ihr traditionelles Autogramm auf die Fernsehkamera.

Danach kritisierte sie allerdings die Veranstalter wegen ihrem Umgang mit der Hitzeregel. „Niemand weiß genau, wo die Grenze liegt. Es liegen vielen Fragen in der Luft, die beantwortet werden sollten“, forderte Scharapowa. Die Russin will zudem, dass die Zeitspanne zwischen den Ballwechseln bei den extremen Bedingungen verlängert werden sollte. „Das sollte man zur Sicherheit der Spieler auf jeden Fall machen“, sagte Scharapowa, die eine Verwarnung bekam, weil sie sich zwischen zwei Ballwechseln zu lange Zeit gelassen hatte.

Glück hatte dagegen Jo-Wilfried Tsonga. In der Begegnung des Franzosen gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci wurde nach dem ersten Satz das Dach in der Hisense Arena geschlossen. Tsonga gewann 7:6 (8/6) 6:4 6:4.

„Unakzeptable Bedingungen“

Am Mittwoch mussten alle durchhalten - oder auch nicht. Dodig wurde in seinem Match gegen den Bosnier Damir Dzumhur im vierten Satz so sehr von Krämpfen geplagt, dass er aufgeben musste. „Ich dachte, ich sterbe da draußen“, sagte er. „Es ist nicht akzeptabel, unter diesen Bedingungen zu spielen.“

Zuschauer kühlen sich bei Ventilatoren ab

APA/EPA/AAP/Joe Castro

Wenigstens die Fans konnten sich etwas Abkühlung verschaffen

Andy Murray hatte die Veranstalter bereits am Dienstag heftig kritisiert, nachdem der Kanadier Frank Dancevic auf dem Platz kollabiert war und die Chinesin Shuai Peng sich übergeben musste. Auch Ballkinder und Zuschauer waren umgekippt. „Es muss nur einmal etwas passieren“, sagte der Brite. „Es sieht für den ganzen Sport furchtbar aus, wenn Leute zusammenbrechen, Ballkinder oder Zuschauer“, sagte Murray, der auf Todesfälle in anderen Sportarten verwies.

Auch geistige Stärke gefragt

Novak Djokovic, der vor fünf Jahren in Melbourne eine Partie gegen Andy Roddick wegen Problemen mit der Hitze hatte aufgeben müssen, ist heute besser darauf eingestellt als damals. „Man versucht, nicht zu viel Zeit in der Hitze zu verbringen und so schnell wie möglich zu gewinnen“, erklärte der als Nummer zwei gesetzte Serbe am Mittwoch nach seinem 6:0 6:4 6:4 gegen den Argentinier Leonardo Mayer. „Ich habe mich geistig darauf eingestellt. Es geht nicht nur um das Körperliche. Du musst geistig hart genug sein, um nicht aufzugeben oder darüber nachzudenken, was die Bedingungen dir antun können.“

Die Weltranglistenerste Serena Williams hatte am Mittwoch beim 6:1 6:2 gegen Vesna Dolonc (SRB) zwar keine Mühe mit ihrer Gegnerin, aber offenbar mit der eigenen Psyche. Sie habe eine schlaflose Nacht hinter sich, weil sie sich Gedanken über die Hitze gemacht habe, erklärte sie. „Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht, das war einfach paranoid.“ Aber sie hatte auch die Lösung parat: „Ich stelle mir einfach vor, ich bin in Hawaii und surfe auf einer Welle.“ Wichtig sei aber auch, viel zu trinken. „Das Letzte, was ich bei diesem Wetter will, ist ein Krampf. Das kann so einfach passieren. Ich habe einfach eine ungeheure Menge Wasser getrunken.“

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