Themenüberblick

Trennung von Ligavorstand im Guten

Die Ära von Georg Pangl als Bundesliga-Vorstand ist nach neuneinhalb Jahren zu Ende gegangen. Am Freitag nahmen der Burgenländer und Ligapräsident Hans Rinner Stellung zur Trennung und waren dabei bemüht, die Einvernehmlichkeit hervorzustreichen. „Es war gar nix“, sagte Pangl. Das abschließende Gespräch am Mittwoch sei ein tolles gewesen. „Das kann man dick unterstreichen“, so Pangl.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Den Ausschlag für den Abgang gab schließlich die fehlende Entscheidungsgewalt. „Mir waren die Flügel gebunden“, sagte der 48-Jährige. Als Vorstand habe er lediglich Empfehlungen aussprechen können. Andere Gründe habe es nicht gegeben: „Ich schließe aus, dass die anstehenden Herausforderungen der Grund für die Trennung sind. Da hätte es in den vergangenen Jahren viele Möglichkeiten dafür gegeben, wie es Probleme gegeben hat“, sagte Pangl.

Liga-Präsident Hans Rinner und Liga-Vorstand Georg Pangl

GEPA/Josef Bollwein

Ein letztes Handshake zwischen Präsident Rinner und Ex-Vorstand Pangl

Auch ein kurz vor Weihnachten mit der „Sportwoche“ geführtes Interview, in dem sich Pangl kritisch zu den Themen Rasenheizung und Anstoßzeiten äußerte, habe nichts mit der Entscheidung zu tun gehabt. „Das war nicht ausschlaggebend. Und vom Inhalt her war es so zu sagen, vielleicht war es ein bisschen zu direkt“, sagte der Ex-Ligavorstand. „Manchmal braucht es im Leben Veränderung“, so Pangl, dessen berufliche Zukunft noch offen ist.

Hoffen auf positive Folgen

Ein neuer Vorstand ist noch nicht in Sicht. „Der Aufsichtsrat wird sich mit dieser Thematik am Donnerstag und Freitag im Rahmen einer Klausur auseinandersetzen“, sagte Rinner. Reinhard Herovits (Vorstand Finanz und Lizenzierung) sowie Christian Ebenbauer (Vorstand Recht und Spielbetrieb) werden die Agenden bis zur Klärung der Nachfolge interimistisch weiterführen. „Sie waren ja auch jetzt schon ins Tagesgeschäft involviert. Von einem Zusammenbruch oder einem kapitänslosen Schiff ist also nichts zu sehen“, beruhigte Rinner.

Sowohl Pangl als auch Rinner hoffen jedenfalls, dass der personelle Wechsel positive Folgen haben wird. „Vielleicht braucht es manchmal genau solche Entscheidungen, um bei Clubpräsidenten das eine oder andere Umdenken zu erreichen“, meinte Rinner. Pangl sagte: „Wenn mein Abgang der Anfang für fruchtende Reformen ist, dann war er es wert.“ Schon bei der Klausur könnte es einen ersten Schritt dazu geben. „Ich hoffe auf gute Ideen, und wenn es eine Mehrheit gibt, werden wir diese auch umsetzen“, sagte Rinner.

„Es herrscht kein Chaos in der Liga“

Pangl bezeichnete die Jahre seit September 2004 als „schön, fordernd und lehrreich“. Zwischen ihm und Rinner habe es natürlich auch Friktionen gegeben. „Wo viel gearbeitet wird, fallen auch viele Späne. Die Betrachtungsweise kann da ab und zu verschieden sein“, meinte Pangl. Rinner dankte seinem Ex-Vorstand jedenfalls für dessen Einsatz. „Wie Pangl gekommen ist, hat es in der Liga wirklich ein Chaos gegeben, da konnten nicht einmal die Löhne der Mitarbeiter gezahlt werden“, erinnerte der Steirer an die nicht rosige Vergangenheit.

Aktuell sei hingegen von einem Chaos nichts zu sehen. „Es herrscht kein Chaos in der Liga, es gibt kein Herumtümpeln, und schon gar nicht fahren wir gegen einen Eisberg“, sagte der Ligapräsident in Anlehnung an Medienkommentare in den vergangenen Tagen. Die Ära Pangl dürfe daher als sehr positiv dargestellt werden.

Sponsorensuche steht im Vordergrund

Schnell zu lösen gilt es in nächster Zeit die Sponsorenfrage. Die Verträge mit T-Mobile und tipp3 laufen ja mit Saisonende aus. „Wir stehen aktuell mit potenziellen Sponsoren im Gespräch“, sagte Rinner. Dass Pangl gerade jetzt abhandenkommt, stelle da kein allzu großes Problem dar. „Georg hat die Verhandlungen ja nicht ganz alleine geführt, und er steht uns auch weiterhin für Informationen zur Verfügung“, sagte der Ligapräsident.

Gut vorstellbar ist, dass Pangl weiter im Fußballgeschäft tätig sein wird. Entscheidung ist diesbezüglich aber noch keine gefallen. „Es gibt bis dato keine konkrete Jobaussicht für mich. Es liegt mir kein Vertrag vor“, betonte der 48-Jährige. Eine Tätigkeit bei der Vereinigung der europäischen Profiligen (EPFL) schloss er nicht kategorisch aus. „Ein Headhunter aus London hat mich kontaktiert, von einer Einigung sind wir aber weit entfernt“, sagte Pangl.

Link: