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Reichelt „ohne Killerinstinkt“ Dritter

Bode Miller hat sich am Donnerstag mit einer überlegenen Trainingsbestzeit für den Abfahrtsklassiker in Kitzbühel am Samstag (ab 11.05 Uhr live in ORF eins und im Livestream, Start: 11.45 Uhr) in den Kreis der Topfavoriten katapultiert. Der Rückstand von Aksel Lund Svindal (NOR) auf den US-Amerikaner betrug schon fast eine Sekunde, Hannes Reichelt fehlten als Drittem bereits 2,35 Sekunden.

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Dabei war der Salzburger der einzige Österreicher, der halbwegs mithalten konnte, seine Teamkollegen kamen mit der geänderten Streckenführung und den schwierigen Verhältnissen nicht gut zurecht. Matthias Mayer wurde als zweitbester Österreicher mit fast vier Sekunden Rückstand 18., Klaus Kröll und Georg Streitberger erreichten die Plätze 20 bzw. 22.

Hannes Reichelt

APA/Robert Parigger

Hannes Reichelt staunte wie die Konkurrenz über Bode Miller

Wegen der prekären Witterungsverhältnisse mussten die Abfahrer den Umweg über den Ganslernhang nehmen, da sich der Schnee auf der Hausbergkante und in der Traverse nicht genug gefestigt hatte. Durchziehende Nebelschwaden sorgten für Sichtprobleme. Auch die Abfahrt am Samstag wird definitiv nicht über die Hausbergkante und die Traverse, sondern über den Umweg Ganslernhang gefahren.

Kitz-Sieg Motivation für Millers Comeback

Im Ziel konnten alle Miller für seine Bestzeit nur Anerkennung zollen. „Bode hat mir gesagt: ‚Kitz gewinne ich heuer‘“, erzählte etwa der geschlagene Svindal, der im Gesamt- und Abfahrtsweltcup führt. Der Norweger ging sogar noch einen Schritt weiter: „Das ist sicher ein Grund, warum Bode zurückgekommen ist.“ Miller hat in Kitzbühel zwar schon zweimal die Kombination, aber noch nie den Abfahrtsklassiker gewonnen.

Der 36-Jährige berichtete, dass er mit seinem Head-Servicemann Chris Krause, der bereits Kitz-Rekordsieger Didier Cuche (SUI) betreut hatte, schon den gesamten bisherigen Winter immer wieder am idealen Set-up für Kitz getüftelt habe. „Ich konnte in den Schlüsselpassagen sehr viel Geschwindigkeit mitnehmen, meine Ski waren unglaublich schnell“, sagte Miller nach seiner Machtdemonstration.

Österreicher ziehen den Hut

Reichelt konnte als Dritter ebenfalls nur über die Fahrt des US-Amerikaners staunen: „Der Miller ist perfekt gefahren. Bode war sehr, sehr genial.“ Mit seiner Trainingsleistung zeigte sich der drittplatzierte Salzburger nicht zufrieden: „Generell die Passagen oben - da hat der Killerinstinkt gefehlt.“ Aber: „Zählen tut’s am Samstag.“ Die neue Streckenführung, in der Hausbergkante und Traverse fehlen und der Umweg über den Ganslernhang genommen wird, sehe zwar „easy aus“, aber: „Es ist total schwer, da schnell zu sein. Es wird nicht leichter, das Rennen zu gewinnen, es ist vielleicht im unteren Teil etwas weniger Überwindung nötig“, sagte Reichelt.

Auch Matthias Mayer, als 18. zweitbester Österreicher, zog den Hut vor seinem Markenkollegen Miller: „Keine Ahnung, wo er die Zeit her hat. Da kommt wieder der alte Routinier durch, da hat er wieder einen ausgepackt.“

Kröll mitten durchs Tor

Für eine kleine Schrecksekunde sorgte Klaus Kröll, der als 20. mit über vier Sekunden Rückstand drittbester ÖSV-Läufer wurde. Der Steirer, der in Kitzbühel immer noch auf einen Abfahrtssieg wartet, sprengte ein Tor, indem er direkt durchfuhr. „Es stimmt schon, dass ich etwas grad hineingekommen bin. Die Position war sicher nicht optimal. Dann ist der Schlag noch gekommen, und es war vorbei. Die Fahrt war sonst nicht so schlecht, ich habe mich viel besser gefühlt als in den letzten Trainings. Ich denke, ich kann aufbauen auf das. Ich fühle mich nicht so schlecht“, ist Kröll für das Rennen zuversichtlich.

Bis dahin wird er wahrscheinlich wie die weiteren ÖSV-Herren die Fahrt von Miller genau studieren. „Das werden sich heute noch viele, viele Leute anschauen“, war auch ORF-Experte Armin Assinger von der Bestzeit des US-Amerikaners beeindruckt. „Man kann nur sagen: ‚Hut ab‘.“

Herren-Abfahrt in Kitzbühel

Erstes Training am Donnerstag:
1. Bode Miller USA 2:02,93
2. Aksel Lund Svindal NOR + 0,96
3. Hannes Reichelt AUT 2,35
4. Rok Perko SLO 2,37
5. Christof Innerhofer ITA 2,40
6. Travis Ganong USA 2,54
7. Carlo Janka SUI 2,95
8. Kjetil Jansrud NOR 2,98
9. Adrien Theaux FRA 3,04
10. Dominik Paris ITA 3,21
. Didier Defago SUI 3,21
12. Andrew Weibrecht USA 3,27
13. Johan Clarey FRA 3,30
14. Brice Roger FRA 3,47
15. Stephan Keppler GER 3,65
16. Maxence Muzaton FRA 3,77
17. Andrej Sporn SLO 3,89
18. Matthias Mayer AUT 3,99
19. Werner Heel ITA 4,00
20. Klaus Kröll AUT 4,23
22. Georg Streitberger AUT 4,27
30. Joachim Puchner AUT 4,61
31. Markus Dürager AUT 4,64
34. Max Franz AUT 4,81
35. Otmar Striedinger AUT 4,82
37. Florian Scheiber AUT 4,89
42. Romed Baumann AUT 5,22
56. Manuel Kramer AUT 6,81

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