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Bann gebrochen

Tina Maze hat den Bann gebrochen: Nach ihrer Rekordsaison mit Siegen in allen Disziplinen und der ewigen Bestmarke von 2.414 Punkten gelang der Slowenin am Samstag in der zweiten Abfahrt auf der klassischen Tofana-Strecke in Cortina d’Ampezzo (ITA) ihr erster Saisonsieg. Maze zeigte ein fehlerloses Rennen und konnte sich von den Konkurrentinnen deutlich absetzen.

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Während die Plätze zwei bis zehn nur durch knapp eine halbe Sekunde getrennt waren, holte Maze mit 0,27 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierte Schweizerin Marianna Kaufmann-Abderhalden ihren 23. Weltcup-Sieg insgesamt und ihren dritten Erfolg in der Abfahrt. Dritte wurde Tina Weirather (LIE/+0,38).

Das Cortina-Siegerpodest mit Marianne Kaufmann-Abderhalden, Tina Maze und Tina Weirather

APA/AP/Marco Trovati

Eingerahmt von Kaufmann-Abderhalden (l.) und Weirather (r.) feierte Maze

Im dritten Teil des Speed-Vierpacks in Cortina d’Ampezzo hat es am Samstag für den ÖSV erstmals nicht zu einem Podestplatz gereicht. Der Speed-Marathon von Cortina wird am Sonntag (ab 11.50 Uhr live in ORF eins und im Livestream, Start: 12.00 Uhr) mit Super-G fortgesetzt und abgeschlossen.

Schmidhofer trotz „Schweinshaxn“ schnell

Beste Österreicherin wurde Anna Fenninger (+0,56), die als Fünfte ihre stabile Form bestätigte. Die Salzburgerin wusste im ORF-Interview auch, wo sie die Zeit für einen Podestplatz liegen gelassen hatte: „Ich habe mir schon im Training oben immer schwergetan, dass ich mithalten kann. Heute war es auch so.“ Nicole Schmidhofer, die am Freitag in der ersten Abfahrt auf der Tofana als 39. ins Rennen gegangen war und mit dem dritten Endrang überraschte, klassierte sich diesmal 0,73 Sekunden hinter Maze an neunter Stelle.

Nicole Schmidhofer bei der zweiten Abfahrt in Cortina

GEPA/Thomas Bachun

Schmidhofer war auch durch „Schweinshaxn“ zum Abendessen nicht zu bremsen

Dabei war ihre Vorbereitung auf die Samstag-Abfahrt alles andere als gut. „Ich habe sehr schlecht geschlafen“, schilderte die 24-jährige Steirerin, „vielleicht war es die ‚Schweinshaxn‘ zum Abendessen, die ich nicht vertragen habe. Noch dazu habe ich in Italien ein Problem, ich bin keine Nudelesserin. Aber am Start war dann alles verflogen. Da war ich wieder locker.“ Sie hat sich damit auch wieder dick in das Notizbuch für die Olympianominierung, die am Montag erfolgen wird, eingetragen. „Wenn ich dabei bin, wäre es super. Aber warten wir mal den Super-G morgen noch ab“, machte sich Schmidhofer keinen Stress.

Bangen um Olympia

Andrea Fischbacher fuhr auf Platz elf, Super-G-Siegerin Elisabeth Görgl auf 14, Cornelia Hütter auf 17 unmittelbar vor Regina Sterz. Nicole Hosp, im Super-G noch Dritte, hatte auch in der zweiten Abfahrt eine große Schrecksekunde, verspielte damit einen Top-Ten-Platz und wurde nur 19. Cornelia Hütter, die nach ihrem dritten Platz in der Abfahrt von Val d’Isere bereits fix im Olympiateam zu sein schien, muss als 17. vom Samstag wieder um Sotschi zittern.

Abfahrtsfixstarterin bei den Winterspielen in Russland ist neben Fenninger auch Görgl. „Es war ein sehr gutes Rennen und eine engagierte Fahrt, aber zwei bis drei Zehntel Zeitunterschied machen in Cortina halt schon zehn Plätze aus“, nahm es Görgl nach Platz 14 locker und freute sich bereits auf den Super-G am Sonntag: „Die Kraft ist jedenfalls noch vorhanden.“ Außerdem gratulierte sie Maze zum Sieg.

„Wirklich Spaß macht nur das Siegen“

Die Slowenin strahlte im italienischen Nobelskiort mit der Sonne um die Wette. Die überragende Weltcup-Siegerin des Vorjahres feierte am Samstag im 22. Saisonrennen ihren ersten Sieg. Zuvor war sie im Olympiawinter nur dreimal auf dem Podium gelandet: Im Slalom von Levi und im Riesentorlauf von St. Moritz wurde sie jeweils Dritte, in der Abfahrt von Val d’Isere Zweite.

„Es war eine harte Zeit mit viel Leiden seit Sölden. Aber man lernt nur durch Niederlagen“, betonte Maze. Dementsprechend befreit wirkte sie am Samstag: „Denn wirklich Spaß beim Skifahren macht nur das Siegen.“ Die Gratulationen ihrer Gegnerinnen ließen nicht lange auf sich warten. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder gewinnt“, sagte Weirather.

Schwung holen für Sotschi

Ihr Headcoach und Manager Andrea Massi gestand, dass sich der Trainerwechsel zu Mauro Pini bezahlt gemacht habe: „Das steigert ihr Selbstvertrauen und auch das Vertrauen in den Trainer.“ Rechtzeitig vor Olympia ist die 30-Jährige, die vor vier Jahren in Vancouver zweimal Silber (Super-G, RTL) geholt hat, damit wieder in Schwung gekommen.

Damen-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo

Endstand:
1. Tina Maze SLO 1:37,79
2. Marianne Kaufmann-Abderhalden SUI 1:38,06
3. Tina Weirather LIE 1:38,17
4. Maria Höfl-Riesch GER 1:38,33
5. Anna Fenninger AUT 1:38,35
. Stacey Cook USA 1:38,35
7. Julia Mancuso USA 1:38,42
8. Dominique Gisin SUI 1:38,46
9. Nicole Schmidhofer AUT 1:38,52
10. Lara Gut SUI 1:38,58
11. Andrea Fischbacher AUT 1:38,65
12. Lotte Smiseth Sejersted NOR 1:38,66
13. Johanna Schnarf ITA 1:38,67
14. Elisabeth Görgl AUT 1:38,70
15. Kajsa Kling SWE 1:38,78
16. Verena Stuffer ITA 1:38,79
17. Cornelia Hütter AUT 1:38,92
18. Regina Sterz AUT 1:38,93
19. Nicole Hosp AUT 1:39,02
20. Viktoria Rebensburg GER 1:39,06
21. Carolina Ruiz Castillo ESP 1:39,10
22. Nadja Jnglin-Kamer SUI 1:39,15
23. Stefanie Moser AUT 1:39,20
24. Fränzi Aufdenblatten SUI 1:39,21
25. Daniela Merighetti ITA 1:39,32
26. Leanne Smith USA 1:39,43
. Nadia Fanchini ITA 1:39,43
28. Marusa Ferk SLO 1:39,47
29. Jacquline Wiles USA 1:39,50
30. Marie Marchand-Arvier FRA 1:39,59
Nicht in den Punkterängen u. a.:
39. Ramona Siebenhofer AUT 1:40,65
40. Stefanie Köhle AUT 1:40,72
44. Stephanie Venier AUT 1:40,93

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