„Habe nichts gegen Kritik“
Für Österreichs Skilegende Karl Schranz ist die Kritik an Russland kurz vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi heuchlerisch und entbehrlich. Der gute Freund von Russlands Präsident Wladimir Putin rechnet mit einem Sportfest der Superlative. „Das werden super Winterspiele, die besten aller Zeiten“, sagte Schranz im Gespräch mit der APA.
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Als Verteidiger von Putin in den vor den Spielen aufgeflammten Diskussionen über Politik und Menschenrechtssituation in Russland sieht sich der Tiroler keinesfalls. „Ich bin kein Russe, und ich bin auch nicht ein Vertreter Russlands. Und ich habe auch nichts gegen Kritik.“ Auch sein Freund Putin wäre für Anregungen und Kritik durchaus empfänglich: „Putin ist ein intelligenter Mann, der konstruktive Kritik sehr wohl annimmt.“

GEPA/M. Oberlaender
Schranz (l.) kennt Putin schon seit Jahren
„Das ist nicht fair“
Laut Schranz würden die aktuellen Debatten aber vor allem den unschuldigen Sportlern schaden, deren Vorfreude getrübt und deren Leistungen in den Hintergrund gerückt würden. „Je näher die Spiele rücken, umso mehr will man Unruhe hineinbringen. Das ist nicht fair und auch nicht angebracht“, so der 75-Jährige, der auf die Vergabe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an Sotschi verwies: „Das IOC, ein Riesengremium mit Vertretern aus aller Welt, hat Sotschi die Spiele zugesprochen. Was will man jetzt auf einmal?“
„Lassen wir doch die Sportler ihren Sport betreiben. Wir sollten den Gastgebern freundlich entgegentreten, die Spiele abwarten und dann urteilen“, sagte der dreifache Weltmeister, der überhaupt vielerorts eine schnelle Vorverurteilung ortet: „Derzeit ist es in Mode, Russland zu kritisieren. Wer das tut, sollte sich aber zuerst vor Ort ein Bild gemacht haben.“
Anruf von Putin
Schranz verwies auch darauf, dass die Spiele für die Region Krasnodar und ihre 5,3 Millionen Einwohner einen Riesenschub darstellen. „Diese Region war verarmt, dank Olympia lebt sie jetzt auf“, erklärte Schranz, der vor allem grundlegende Modernisierungen in den Bereichen Infrastruktur und Kanalisierung hervorstrich.
Der Vater von drei Töchtern aus St. Anton am Arlberg ist Putin bereits in der Frühphase der Bewerbung mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Eigentlich hätte Schranz ja der Salzburger Bewerbung helfen wollen, diese habe sich aber „nicht mehr gemeldet“. „Und dann hat Putin mich angerufen, ob ich ihm helfen kann“, berichtete Schranz. „Zunächst habe ich es für unmöglich gehalten, in einer Stadt auf der Höhe von Cannes und Nizza Winterspiele zu machen. Doch dann hat mich Putin nach Russland eingeladen und mich von der Idee überzeugt.“
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