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„Es geht mir saugut“

Der Parallel-Weltcup der Snowboarder geht wie 2013 an einen Österreicher. Ein Jahr nach dem Triumph des Salzburgers Andreas Prommegger holte am Samstag beim Weltcup-Finale in Sudelfeld der Vorarlberger Lukas Mathies die „große Kugel“. Mit Rang zwei nahe der österreichischen Grenze gewann der 22-jährige auch die Riesentorlauf-Wertung. Bei den Damen wurde die Burgenländerin Julia Dujmovits Dritte.

Fünf Tage nach der Nominierung für seine ersten Olympischen Winterspiele nahm Mathies den Schwung von seinem Premieren-Weltcup-Sieg am 18. Jänner in Rogla/Slowenien mit und markierte mit dem Finaleinzug sein zweitbestes Weltcup-Ergebnis. In den Endläufen musste er sich mit dem Franzosen Sylvain Dufour letztlich seinem einzigen verbliebenen Parallel-Weltcup-Konkurrenten um 62 Hundertstelsekunden geschlagen geben.

„Mit einem richtig guten Gefühl nach Sotschi“

„Es geht mir saugut. Weltcup-Sieg, jetzt guter zweiter Platz. Riesentorlauf-Kugel und Gesamtweltcup - das klingt nur gut“, sagte Mathies in einer ersten Stellungnahme. Nach vier Podestplätzen in sechs Rennen fährt der Senkrechtstarter überaus motiviert zu Olympia: „Da gehe ich mit einem richtig guten Gefühl nach Sotschi. Ich fühle mich dort nicht als Favorit, aber ich möchte meine Leistung abrufen. Warum es so gut funktioniert, kann ich nicht sagen.“

Speziell in diesem Re-Run-Format war Mathies’ Achtelfinale gewesen. Der Ausgang der Qualifikation hatte es mit sich gebracht, dass der da zweitplatzierte Mathies auf den auf Rang 15 gelandeten Siegfried Grabner traf. Für den Kärntner war es nach Verpassen seiner fünften Olympiateilnahme das Abschiedsrennen. Aus diesem Anlass fuhr der knapp 39-Jährige mit Frack und dazu passenden Handschuhen. Dennoch verlor er nur um 0,10 Sekunden.

Snowboarder Siegfried Grabner

GEPA/Mathias Mandl

Zum letzten Mal zog Grabner seine Snowboardschuhe im Weltcup an

Finaleinzug reichte Mathies zur großen Kugel

„Die erste Runde gegen Sigi war sehr, sehr schwierig“, schilderte Mathies. „Ich habe gewusst, er ist ein guter Carver und ein Routinier.“ Nach Überwinden dieser Hürde lief es aber viel besser. Der Montafoner schaltete den Südtiroler Aaron March und den Schweizer Kaspar Flütsch souverän aus. Immer aber musste er dem davor aufgestiegenen Dufour nachziehen. Mit dem Sieg gegen Flütsch gehörte der Gesamtweltcup aber bereits Mathies.

Klarer war die Entscheidung um die Riesentorlauf-Kugel, war doch der vor diesem Rennen mit Mathies gleichauf gelegene Slowene Zan Kosir in der Qualifikation ausgeschieden. Ingemar Walder wurde als zweitbester Österreicher Siebenter, Alexander Payer Elfter und Grabner 16. Vom neben Mathies restlichen ÖSV-Olympiatrio überstand keiner die Qualifikation. Anton Unterkofler wurde 20., Prommegger 21., Benjamin Karl wurde gar disqualifiziert.

Dujmovits setzt Podestserie fort

Dujmovits markierte ihren dritten Weltcup-Podestplatz in Folge, nachdem sie im Slalom von Bad Gastein Zweite und in Rogla bei Mathies’ erstem Weltcupsieg Riesentorlauf-Dritte gewesen war. Im Duell um das Podest holte sie gegen die Kanadierin Caroline Calve im zweiten Lauf einen „Penalty“ auf. Damit katapultierte sich die Ostösterreicherin im Gesamtweltcup noch auf Platz drei, im Riesentorlauf-Weltcup wurde sie ebenso als beste Österreicherin Vierte.

„Es ist so ein geiles Gefühl, wenn man 1,5 Sekunden aufholt“, sagte Dujmovits über ihre Aufholjagd erfreut. Vor den Spielen steht nun noch Videostudium an. „Ich werde mir noch einmal die letzten Rennen anschauen und versuchen, aus den Fehlern zu lernen. Dann kann es für ganz oben reichen. Ich weiß, dass ich extrem schnell und gut drauf bin.“ Die Steirerin Marion Kreiner wurde im Rennen Neunte und im Weltcup Sechste.

Der Sieg in Sudelfeld ging an Patrizia Kummer, die Schweizerin luchste mit dem Finalsieg gegen Tomoka Takeuchi der Japanerin noch den Riesentorlauf-Weltcup ab. Den Parallel- und Slalom-Weltcup hatte sie schon gewonnen, womit sie in dieser Saison noch erfolgreicher als Mathies abschnitt. Der Slalom-Weltcup der Herren ging an Dufour.

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