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Sechster Anlauf auf Weltgruppe II

Zum sechsten Mal in Folge bemüht sich Österreichs Fed-Cup-Team um den Aufstieg in die Weltgruppe II. Seit 2009 sind Österreichs Tennisdamen immer am Aufstieg aus der Europa/Afrika-Zone I gescheitert, von Mittwoch bis Sonntag soll aber nun in Budapest die Basis dafür geschaffen werden. Bedingung dafür sind der Gruppen- und ein Play-off-Sieg, ehe noch ein Duell gewonnen werden muss.

Die Voraussetzungen sind mit der Nominierung des derzeit stärksten verfügbaren Teams gegeben. Österreichs neuer Fed-Cup-Kapitän Clemens Trimmel reiste am Sonntag mit Top-40-Spielerin Yvonne Meusburger, Top-90-Spielerin Patricia Mayr-Achleitner, Tamira Paszek sowie der Doppel-Weltranglisten-59. Sandra Klemenschits in die ungarischen Hauptstadt an. In der Gruppe C geht es gegen Slowenien (Mittwoch, 10.00 Uhr), Israel (Donnerstag, 16.00 Uhr) und die Ukraine (Samstag, 10.00 Uhr). Der Gruppensieger spielt am Sonntag Play-off.

Meusburger und Mayr-Achleitner zuversichtlich

„Ich habe ein ziemlich gutes Gefühl, dass wir es schaffen können“, sagte „Teamleaderin“ Meusburger, die sich am Montag über ein Karrierehoch in der Weltrangliste (Platz 38) freuen durfte. Die Vorarlbergerin hat im Vergleich zu den vergangenen Jahren einiges mehr an Erfolgen und Routine stehen. Darauf baut auch Mayr-Achleitner. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass diesmal einiges drinnen sein könnte“, meinte die Tirolerin. „Yvonne ist derzeit sehr gut in Form, ich bin auch gut drauf. Die Chancen stehen ziemlich hoch.“

Yvonne Meusburger

GEPA/Walter Luger

Österreichs Nummer eins, Yvonne Meusburger, ist derzeit gut in Form

Es gilt, sich in einem laut Papierform ausgeglichenen Pool durchzusetzen. Startgegner Slowenien verfügt in seinem Aufgebot als einziges Gruppe-B-Team über keine aktuelle Top-100-Spielerin, da Polona Hercog (67.) nicht dabei ist. Israel baut auf Schahar Peer (86.) und Julia Gluschko (90.), die Ukraine auf Elina Switolina (39.). Österreich steht mit Meusburger und Mayr-Achleitner (81.) die beiden Topspielerinnen betreffend also am besten da.

„Wir werden kämpfen, kämpfen, kämpfen“

Wichtig wird auch sein, ob Paszek endlich wieder einmal ein paar Partien gewinnt. „Die Fed-Cup-Woche mit den vielen Matches ist zwar ein sehr ‚toughes‘ Format“, sagte die Weltranglisten-218. „Aber wir werden kämpfen, kämpfen, kämpfen. Wir haben heuer keine allzu schlechte Gruppe erwischt. Ich bin sehr positiv darauf eingestellt, dass uns der Aufstieg gelingen kann, um wieder einmal einen Fed Cup vor heimischem Publikum spielen zu können.“

Zuletzt war das im April 2008 bei einem 2:3 in Dornbirn gegen die Schweiz der Fall. Der bisher letzte Auftritt in der Weltgruppe I war 2006. Klemenschits sieht die Chance, nach und nach dorthin zurückzukehren. „Wir haben aber nichts zu verlieren. Noch dazu, weil jede Einzelne von uns derzeit gut drauf ist.“

Trimmel warnt vor verfrühter Euphorie

Trimmel sieht es ähnlich. „Raus aus dieser Division, um langfristig wieder mit den weltweit besten Teams mitzuspielen“, gab der Wiener das Motto vor. Der Coach warnte aber auch vor verfrühter Euphorie, bevor noch der erste Aufschlag getan ist. „Das ist eine ausgewogene Gruppe, in der jedes Team jeden Gegner schlagen kann.“

Aus Sicht Meusburgers lauert die größte Gefahr in der Ausgewogenheit aller drei Teams. „Wir können jede dieser Mannschaften schlagen, werden dafür aber drei Tage brauchen, an denen jede unserer Spielerinnen top in Form sein muss“, erläuterte die 30-Jährige.

Trimmel sieht die Besinnung auf die eigenen Stärken auch als Grundlage für einen Erfolg. „Es gibt keine Spielerin, vor der unser Team Angst haben müsste, da alle in Reichweite sind“, argumentierte der Coach. „Wir sollten von Spiel zu Spiel denken und uns nicht auf irgendwelche Was-wäre-wenn-Chancen einlassen.“

Fed Cup - Europa/Afrika-Zone I in Budapest

Gruppe A: Belgien, Kroatien, Niederlande, Luxemburg

Gruppe B: Großbritannien, Ungarn, Rumänien, Lettland

Gruppe C: Österreich, Ukraine, Slowenien, Israel

Gruppe D: Weißrussland, Bulgarien, Portugal, Türkei

Modus: Die vier Gruppensieger nach dem Round-Robin-System ermitteln in zwei Play-off-Partien zwei Aufstiegsanwärter, diese kämpfen gegen die Erstrundenverlierer aus der Weltgruppe II um die Qualifikation für die Weltgruppe II 2015.

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