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Drei Spiele beeinflusst

Im österreichischen Fußball-Wettskandal dürften die Ermittlungsbehörden einen Schritt weitergekommen sein: Wie die „Oberösterreichischen Nachrichten“ („OÖN“, Donnerstag-Ausgabe) berichteten und die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte, hat Ex-Teamspieler Sanel Kuljic eine Beteiligung an Spielmanipulationen zugegeben. Außerdem wurde ein weiterer mutmaßlicher Hintermann von Deutschland ausgeliefert.

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Der in Untersuchungshaft sitzende ehemalige Spieler der SV Ried, der von dem - mittlerweile wieder enthafteten - Dominique Taboga belastet worden war, gab laut Zeitung in einem Verhörprotokoll vom Jänner zu, an der Manipulation von drei Spielen (SV Ried - DSV Leoben am 13.5.2005, Kapfenberg - Salzburg am 17.3.2012 und Wacker Innsbruck - Kapfenberg am 31.3.2012) beteiligt gewesen zu sein und von einer Manipulation (Grödig - Kapfenberg am 31.8.2012) gewusst zu haben.

Weiterer Verdächtiger ausgeliefert

Involviert waren neben Taboga auch wiederholt ein zuletzt als Teammanager eines Regionalliga-Vereins tätiger, damaliger Leoben-Spieler und ein albanischer Mittelsmann, die beide ebenfalls in U-Haft sitzen. Zumindest 5.000 Euro sollen an Kuljic geflossen sein.

Sanel Kuljic im Kapfenberg-Dress

GEPA/Hans Oberlaender

Geständnis: Kuljic war im Kapfenberg-Dress bei Manipulationen dabei

In U-Haft befinden sich derzeit noch fünf Verdächtige - neben Kuljic vier mutmaßliche Hintermänner, zwei aus Albanien und ein Russe. Ein weiterer Verdächtiger, ein Serbe, wurde kürzlich von Deutschland ausgeliefert: Er soll sowohl an einer Spielmanipulation als auch an der Erpressung von Taboga mitgewirkt haben, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hansjörg Bacher.

Insgesamt 45 Beschuldigte

Wie Bacher außerdem sagte, werde gegen insgesamt 45 Beschuldigte ermittelt. Teilweise sollen dieselben Akteure auch eine Rolle im deutschen Wettskandal von 2010 gespielt haben, in dessen Gefolge noch gegen 14 Personen ermittelt werde. Wegen dieser Überscheidung war das Verfahren im österreichischen Wettskandal Ende des Vorjahres von Salzburg nach Graz verlegt und dort zusammengezogen worden. Laut Bacher soll noch vor dem Sommer über eine Anklage entschieden werden.

Taboga plante Selbstmord

Taboga wiederum sagte in einem TV-Interview am Donnerstag, dass er kurz vor seiner Verhaftung sogar an Selbstmord gedacht habe, den aber seine Frau vereitelt habe. „Ich habe einen Abschiedsbrief verfasst, meiner Frau übergeben und mich von ihr und den Kindern verabschiedet. Ich habe schon abgeschlossen gehabt“, erklärte Taboga.

Doch seine Frau habe ihn „da rausgeholt“, indem sie ihm „Fotos von den Kindern aufs Handy geschickt“ habe. Seine Gattin habe ihn auch dazu aufgefordert, reinen Tisch zu machen. „Meine Frau hat gesagt, entweder du packst komplett aus oder es hat auch private Konsequenzen.“

„7.000 Euro fürs Nichtstun“

Als er dann zur Polizei ging, weil er um das Wohl seiner Familie gefürchtet habe, um Anzeige gegen die Hintermänner der Spielmanipulationen zu erstatten, habe er übertrieben. Damit habe er erreichen wollen, dass die Verantwortlichen „in Haft kommen“, nachdem er bis zu 37 SMS und 15 Anrufe pro Tag mit Drohungen gegen sich und seine Familie erhalten hatte. Aber: „Zu 80 Prozent hat meine Aussage gestimmt.“

Begonnen hatte alles vor acht Jahren, als Taboga als 23-Jähriger beim DSV Leoben unter Vertrag gestanden war. „600 Euro“ habe damals die Siegprämie betragen, jeweils „7.000 Euro“ erhielten er und andere Spieler für eine Manipulation, also „fürs Nichtstun“. „Das war eine sehr, sehr schöne Sache für den damaligen Zeitpunkt, aber im Nachhinein ein sehr großer Fehler“, gestand der 31-Jährige.

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