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Toptorjäger feiern Schützenfest

Mit dem zwölften Bundesliga-Sieg in Serie hat sich Österreichs Fußballdominator Red Bull Salzburg am Sonntag vorzeitig zum Meister gemacht. Das lockere 5:0 über Wiener Neustadt bescherte der Mannschaft des deutschen Trainers Roger Schmidt in ihrer Rekordsaison eine weitere Bestmarke. Nie zuvor seit Einführung der Dreipunkteregel war ein Club bereits nach 28 Runden als Champion festgestanden.

Tore von Alan (23., 57., 87.), Jonatan Soriano (45.) und Sadio Mane (70.) sorgten vor nur 7.074 Zuschauern in der Red Bull Arena in Wals-Siezenheim dafür, dass Salzburg den Rekord von Sturm Graz der Saison 1997/98 unterbot (Meister nach 29 Runden). Zudem blieben die „Bullen“ im 31. Bundesliga-Heimspiel in Folge ungeschlagen. Hätte „Verfolger“ SV Grödig, der acht Runden vor Schluss uneinholbare 27 Punkte Rückstand hat, nicht in Ried gewonnen (4:1), wären die fünften Meisterfeiern der Red-Bull-Ära schon am Samstag losgegangen.

„Wilder“ Start des Favoriten

So aber durften die nach dem Europa-League-Aus gegen den FC Basel am Donnerstag noch schwer enttäuschten Salzburger unmittelbar nach der gewonnenen Partie vor ihren Fans jubeln. Dass sie den Titel unbedingt zu Hause holen wollten, hatten die „Bullen“ von Beginn an gezeigt. Von Schmidt in nomineller Bestformation auf das Feld geschickt legten die Gastgeber aggressiv los. Martin Hinteregger, der gegen Basel gesperrt war, sorgte mit einem Kopfball (4.) über die Latte für die erste torgefährliche Szene.

Lukas Denner (Wr.Neustadt) und Alan (Salzburg)

APA/Krugfoto

Der dreifache Torschütze Alan und Co. fuhren einen souveränen Sieg ein

Die Niederösterreicher, die zwar zuletzt eine 0:3-Pleite im Derby bei der Admira einstecken mussten, ansonsten bisher aber ein gutes Frühjahr spielen, mussten sich auf vereinzelte Entastungsangriffe beschränken. Läuferisch und spielerisch war Salzburg wie erwartet überlegen. Die gewohnte Präzision im Passspiel fehlte allerdings in der Anfangsphase. Mit der Wut über das 1:2 gegen Basel im Bauch wirkte die Schmidt-Elf „wild“ und übermotiviert. Viele der ständigen Angriffe endeten vor dem Sechzehner mit Fehlpässen. 20 Minuten lang kehrte keine Ruhe ein.

Alan stellt Weichen auf Sieg

Dann kam Goalgetter Soriano der Führung recht nahe, nachdem ihm Sturmpartner Mane den Ball per Kopf ideal aufgelegt hatte (22.). Der Schuss des Spaniers blieb jedoch in der Abwehr hängen. Besser machte es nur eine Minuute später ein anderer Torjäger der Salzburger. Alan wurde von Stefan Ilsanker per Steilpass in den Strafraum geschickt. Der Brasilianer zog sofort ab und bezwang Neustadt-Keeper Thomas Vollnhofer flach zum 1:0. Es war Alans 22. Saisontor und die Weichenstellung zur Fixierung des Titels.

Auf dem Weg dorthin hatte man zunächst aber eine Schrecksekunde zu überstehen. Stefan Rakowitz (28.) scheiterte alleine vor dem Salzburger Tor an Keeper Peter Gulacsi. Von diesem Warnschuss zu erhöhter Konzentration gemahnt schaukelte Salzburg die Führung sicher in Richtung Pause. Mane (42.) hätte vielmehr nach Flanke von Alan per Kopf schon auf 2:0 erhöhen können. Kevin Kampl und Co. hatten das Geschehen jetzt wieder sicher im Griff. Torschützen-Leader Soriano blieb es vorbehalten, für die Vorentscheidung zu sorgen.

Soriano eröffnet Feierlichkeiten

Der überragende Alan glänzte diesmal als Vorbereiter, indem er Soriano im Strafraum perfekt freispielte. Der Spanier zog aus spitzem Winkel mit dem rechten Fuß ab, traf präzise ins lange Eck und bejubelte mit den Kollegen seinen 26. Saisontreffer. Wenige Augenblicke später ging es in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel bot sich den bereits in Feierstimmung befindlichen Zuschauern das gleiche Bild. Nur hatte Wr. Neustadt der individuellen Klasse in den Reihen des Meisters nun gar nichts mehr entgegenzusetzen.

Thomas Vollnhofer (Wr. Neustadt) und Torschütze Jonatan Soriano (Salzburg) beim 2:0

APA/Krugfoto

Chancenlos sah Neustadt-Goalie Vollnhofer dem Soriano-Schuss hinterher

Die Aussichtslosigkeit im ungleichen Duell lähmte die Bemühungen der Gäste. Salzburg tat nur noch das Nötigste. Als Alan nach schönem Pass von Christoph Leitgeb im Strafraum Dennis Mimm schwindlig spielte und trocken zum 3:0 (57.) einschoss, waren alle Messen gesungen. Im clubinternen Duell der Tormaschinen mit Soriano verkürzte der Südamerikaner auf 23:26 Saisontore. Soriano vergab in dieser Phase zwei, drei gute Möglichkeiten. Wirklich aufregen wollte sich Meistercoach Schmidt darüber aber nicht mehr.

Meisterliches Schaulaufen im Finish

Der Deutsche hatte noch einmal Grund zum Torjubel. Nach einer Kombination über Dauerläufer Kampl und den starken Klein landete der Ball bei Mane. Der Senegalese stellte mit dem 97. Saisontor der Salzburger in der 70. Minute auf 4:0. Für Mane selbst war es der 13. Treffer des triumphalen Red-Bull-Fußballjahres. Der Rest war befreites Schaulaufen. Der von Coach Heimo Pfeifenberger bei Wr. Neustadt eingewechselte Daniel Maderner vergab im Finish (82.) noch eine Riesenchance auf den Ehrentreffer. Alan zeigte noch einmal, wie es geht: Er krönte seine Leistung mit seinem dritten Tor zum 5:0 (87.). Als der Schlusspfiff ertönte, war Salzburgs Triumph endlich Gewissheit.

Harald Hofstetter, ORF.at

Tipp3-Bundesliga, 28. Runde

Sonntag:

Salzburg - Wiener Neustadt 5:0 (2:0)

Red-Bull-Arena, 7.074 Zuschauer, SR Muckenhammer

Torfolge:
1:0 Alan (23.)
2:0 Soriano (45.)
3:0 Alan (57.)
4:0 Mane (70.)
5:0 Alan (87.)

Salzburg: Gulacsi - Klein, Ramalho (86./Lazaro), Hinteregger, Svento (74./Schiemer) - Ilsanker - Kampl, Leitgeb (74./Berisha), Mane - Soriano, Alan

Wr. Neustadt: Vollnhofer - Berger, Mimm, M. Wallner, Denner (63./Terzic) - Freitag (80./Maderner), Hlinka - Pollhammer, M. Koch, Rakowitz - Pichlmann (73./Fröschl)

Gelbe Karten: Ramalho, Mane bzw.keine

Die Besten: Klein, Ilsanker, Leitgeb, Alan

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