„Das Feuer brennt nicht mehr so“
Die zweifachen Rodelolympiasieger Andreas und Wolfgang Linger haben am Sonntag in Wien das Ende ihrer Karriere verkündet. Das Doppelsitzer-Brüderpaar aus Tirol hatte 2006 in Turin und 2010 in Vancouver Gold bei den Winterspielen geholt. Im Februar in Sotschi eroberten sie nach einer durchwachsenen Saison Silber.
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Fünf WM-Medaillen, davon drei in Gold, siebenmal EM-Edelmetall, 15 Erfolge im Weltcup und ein Gesamtsieg haben sie neben ihren Erfolgen bei Olympia zu Buche stehen. Der Traum vom Olympiatriple ging Mitte Februar in Sotschi nicht in Erfüllung, mit Silber setzten sie nach zwei schwierigen Saisonen dank akribischer Vorbereitung und präzisem Timing aber noch einmal einen Glanzpunkt.
Familie rückt in den Vordergrund
Zum Weitermachen konnten sie sich nach dem Husarenstück jedoch nicht mehr durchringen. Die Familie habe bei der Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt, betonte das Duo bei der Verkündung ihres Karriereendes am Sonntag in Wien. „Wir sind beide Familienmenschen, und auch das Feuer brennt nicht mehr so, wie es brennen müsste. Wenn man nicht mehr bereit ist, 100 Prozent herauszuholen, sollte man nicht weiterfahren“, erklärte Wolfgang Linger. Der 31-Jährige hat zwei kleine Kinder. Der eineinhalb Jahre ältere Andreas wurde einen Tag nach dem Medaillengewinn in Russland zum ersten Mal Vater.

GEPA/Mario Kneisl
Andreas (l.) und Wolfgang Linger mit der Silbermedaille in Sotschi
Vordermann Andreas galt immer als der ruhigere, nüchternere, Hintermann Wolfgang als der lustigere der beiden Rodelstars. Trotz unterschiedlicher Charaktereigenschaften gab es im Hause Linger nur selten Streit. Das Duo harmonierte meist perfekt und brachte diesen Einklang sehr oft auch auf die Bahn. „Wenn Brüder zusammen arbeiten, verwandeln sich Berge in Gold.“ Dieser Leitspruch ziert seit Jahren ihre Website.
Beratende Funktion im Verband
Zwar haben beide - wie im Rodelsport üblich - zunächst mit dem Einsitzer begonnen, doch schon im Alter von 14 bzw. 15 Jahren nahmen sie 1997 in Igls bereits an den Weltmeisterschaften der allgemeinen Klasse im Doppelsitzer teil. Als sehr junges Gespann profitierten sie von ihren damaligen Vorbildern, den Cousins Tobias und Markus Schiegl, und bald stellten sich erste internationalen Erfolge ein.
Mit ihrem ersten WM-Gold 2003 traten sie endgültig in die Fußstapfen der Schiegls. Als sie drei Jahre später in Cesana auch noch ihren Traum von Olympiagold verwirklichten, war schon bald der Fokus auf die nächsten Spiele gelegt. Denn in einer Randsportart wie Rodeln gerät auch die mediale Aufmerksamkeit nach dem Höhepunkt schnell wieder ins Hintertreffen, und das mussten die Linger-Brüder auch spüren. Damit müssen sie sich in Zukunft nicht mehr herumschlagen. Dem österreichischen Verband werden sie aber als Berater erhalten bleiben. In welcher Form das Erfolgsduo künftig mitarbeiten wird, ist noch offen.
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