Schockzustand vor Derby
Auf dem Weg zur Busstation ist Valentin Grubeck am Donnerstagabend von rund 15 vermummten Männern spitalsreif geschlagen worden. Als wäre das nicht schon schlimm genug, bekommt die ungeheuerliche Attacke zusätzliche Brisanz: Der 19-Jährige ist Austria-Spieler, die Täter sind, wie die Polizei bestätigte, Rapid-Fans. Vor dem Derby am Sonntag macht sich nun Entsetzen breit.
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„Ich bin schockiert, und meine Spieler sind genauso schockiert wie ich“, sagte stellvertretend Austria-Trainer Herbert Gager. Während man sich bei Rapid ebenfalls entsetzt zeigt, aber noch die Ermittlungen der Polizei abwarten will, fordern die Austria, aber auch Bundesliga-Präsident Hans Rinner und ÖFB-Boss Leo Windtner sofortige Konsequenzen.
Laut Austria-Angaben wollte die Gruppe der Vermummten eigentlich die Arbeiten von Austria-Fans an einer Choreographie für Sonntag stören. Die Austria-Anhänger befanden sich jedoch offenbar an einem anderen Ort als erwartet. Dadurch kam Grubeck, der nach dem Training einen Austria-Rucksack bei sich hatte, laut Kraetschmer „völlig unbeteiligt zum Handkuss“. Grubeck zog sich laut ersten Untersuchungen unter anderem Prellungen im Rücken- und Brustkorbbereich zu. Die einzige positive Nachricht für den Oberösterreicher ist, dass er keine schwere Knieverletzung erlitt. Bis Samstag muss er im Spital bleiben.
Angriff auf Austria-Familie
„Das sind massive Angriffe gegen die Austria-Familie“, meinte Kraetschmer angesichts des Zwischenfalls vor einer Woche, bei dem der neue Mannschaftsbus der Violetten mit der Aufschrift „Tod und Hass dem FAK“ beschmiert worden war. „Jetzt wurden von einigen Idioten alle Grenzen des Zulässigen klar überschritten“, meinte Kraetschmer nach der brutalen Attacke.
Die Polizei hat kurz danach einen Verdächtigen festgenommen. „Die verhaftete Person ist ein Rapid-Fan“, erklärte Kraetschmer, der die Polizei, aber auch Rapid zum harten Durchgreifen aufforderte. Ein Stadionverbot für ganz Österreich sei das Mindeste: „Das ist eine schwere Körperverletzung, jetzt ist die Polizei gefordert, aber auch Rapid. Bei uns werden diese Leute Hausverbot bekommen, bei Rapid hoffentlich auch. Und wir werden bei der Bundesliga natürlich Stadionverbote für ganz Österreich vorschlagen.“
Bundesliga offen für Konsequenzen
Bundesliga-Präsident Hans Rinner verurteilte die Attacke „aufs Schärfste“ und drängt ebenfalls auf Konsequenzen: „Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass es sich bei den Tätern tatsächlich um Anhänger des SK Rapid Wien handelt, ist der Club gefordert, die bereits angekündigten Sanktionen mit sofortiger Wirkung zu ergreifen.“

GEPA/Walter Luger
Auch Bundesliga-Präsident Rinner verurteilte den Vorfall „aufs Schärfste“
Auch ÖFB-Präsident Leo Windtner zeigte sich schockiert und fordert eine harte Verurteilung der Täter: „Ich bin über diese unfassbare Aktion zutiefst erschüttert. Valentin Grubeck ist Teamspieler unseres U19-Teams. Jede Form der Gewalt im Fußball ist auf das Schärfste zu verurteilen, diese Art überschreitet jede Schwelle. Es ist undenkbar, dass sich ein Spieler außerhalb seiner Trainings nicht mehr sicher sein kann, und ich hoffe auf eine restlose Aufklärung dieses Vorfalls sowie eine harte Verurteilung der Übeltäter mit aller Konsequenz“, sagte der Oberösterreicher.
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