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Verpasster Bus als Grund

Die Aufarbeitung der Partynacht einiger österreichischer Eishockeyspieler am Rande des olympischen Turniers von Sotschi geht in die nächste Runde. Nach dem „Outing“ der Sünder durch Verbandspräsident Dieter Kalt in einem offenem Brief wehren sich nun Matthias Trattnig und Thomas Pöck gegen die Anschuldigungen. Das Duo war laut Kalt ebenfalls zu spät ins olympische Dorf zurückgefahren.

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Bei Olympia in Sotschi hatten sieben Spieler vor dem letztlich mit 0:4 verlorenen Viertelfinal-Qualifikationsspiel gegen Slowenien bis spät in die Nacht gefeiert. Kalt nannte in seiner Aussendung die sieben Spieler, die nur teilweise bekannt waren. Neben den NHL-Spielern Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl machten laut Kalt auch Rene Swette, Mario Altmann, Stefan Ulmer und Florian Iberer die Nacht zum Tag. Allerdings schrieb Kalt, dass auch Trattnig und Pöck den Zapfenstreich überzogen hatten.

Trainer Emanuel Viveiros und Thomas Pöck

GEPA/Daniel Goetzhaber

Pöck (r. mit Teamchef Viveiros) kam laut Kalt ebenfalls zu spät ins Hotel

Retourkutsche für Interview?

Das Duo fuhr laut dem ÖEHV-Präsidenten ebenfalls nicht mit dem für 23.00 Uhr bestellten Bus ins Tal. Salzburg-Kapitän Trattnig wurde mit diesem Vorwurf beim Abgang nach dem dritten Finalspiel der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) gegen den HCB Südtirol auf dem Weg in die Kabine mit dem Vorwurf konfrontiert und reagierte trotz des 7:2-Erfolges über die Südtiroler dementsprechend.

„Ich verstehe nicht, dass so etwas im Play-off rauskommt. Ich spiele Play-off und werde mich danach noch einmal äußern“, sagte ein verärgerter Trattnig. Der Verteidiger bekräftigte noch einmal, dass er die nächtliche Eskapade nicht mitgemacht habe. „Ich war nicht dabei, man kann auch (Teamchef Manny, Anm.) Viveiros fragen“, sagte Trattnig.

Der Routinier hatte sich jüngst in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ sehr kritisch zu den Vorfällen in Sotschi und dem Umgang des Verbands damit geäußert. Das war einer der Gründe, warum Kalt letztlich am Dienstag in einer emotionalen Aussendung mit Namen an die Öffentlichkeit gegangen war. „Es kann nicht sein, dass Spieler in zehn Tagen dreimal einen Vollrausch haben. Am Ende spielen drei Betrunkene im Powerplay“, hatte Trattnig zu Protokoll gegeben, „mir hat Olympia den Spaß am Nationalteam genommen. Das ist einer der Gründe, warum ich heuer nicht für die B-WM zur Verfügung stehe.“

„Waren eine halbe Stunde zu spät“

Den von Kalt ebenfalls angesprochenen Pöck erreichte die Information in Boston, wo er mit seiner Familie während des Sommers wohnt. Der Verteidiger, der nach Olympia seine Karriere beendet hatte, war überrascht, dass sein Name in Zusammenhang mit der nächtlichen Eskapade und gemeinsam mit den richtigen Nachtschwärmern genannt wurde. „Der Grund, warum wir nicht im Bus waren, ist, weil wir geglaubt haben, dass er erst um 23.30 Uhr fährt und nicht um 23.00 Uhr. Wir waren eine halbe Stunde zu spät“, sagte Pöck gegenüber der APA.

Laut Pöck versäumten aber nicht nur er und Trattnig den Bus und nahmen daher den Zug ins Tal, sondern auch vier oder fünf weitere Spieler. „Wir haben Manny am nächsten Tag gesagt, dass wir den Bus versäumt haben und mit dem Zug gefahren sind“, sagte der Klagenfurter. Die Vorgehensweise des Präsidenten, ihn und Trattnig zusätzlich als Sündenböcke hinzustellen, konnte Pöck nicht nachvollziehen: „Zwei nennt er, die anderen nicht.“

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