„Reds“ haben ihren Traum in der Hand
Der FC Liverpool darf auch nach dem Schlager gegen Manchester City vom ersten Titel seit 24 Jahren träumen. Die „Reds“ setzten sich am Sonntag in einer packenden und hochklassigen Partie vor 44.000 Fans an der Anfield Road mit 3:2 durch und brachten sich im Titeldreikampf mit City und Chelsea, das am Sonntagabend noch bei Swansea City mit 1:0 gewann, in eine hervorragende Position.
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Die Treffer beim zehnten Sieg in Serie gelangen Raheem Sterling (6.), Martin Skrtel (26.) und Philippe Coutinho (78.). David Silva (57.) und ein Eigentor von Glen Johnson (62.) sorgten für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Liverpool führt die Tabelle vier Spieltage vor Saisonende mit 77 Punkten an. ManCity (70) ist Dritter, hat aber zwei Spiele weniger ausgetragen. Sollte das Team von Coach Brendan Rodgers aber die ausstehenden vier Partien gegen Norwich, Chelsea, Crystal Palace und Newcastle gewinnen, wäre der 19. Meistertitel perfekt.

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Der Siegestreffer von Philippe Coutinho ließ die Emotionen hochgehen
Auch „Blues“ weiter voll im Rennen
Chelsea jedenfalls blieb Liverpool auf den Fersen. Nach dem „Kracher“ der Runde setzte sich die Mannschaft von Trainer Jose Mourinho mit 1:0 in Swansea durch und vergrößerte bei den Walisern die Sorgen um den Klassenerhalt. Stürmer Demba Ba avancierte erneut zum Matchwinner. In Swansea traf er in der 68. Minute zum Sieg. Am Dienstag hatte er Chelsea in der Champions League mit seinem Treffer zum 2:0 gegen Paris Saint-Germain ins Halbfinale geschossen. In der Tabelle bleibt Chelsea mit zwei Punkten Rückstand auf dem zweiten Rang.
Der Hochstimmung in Liverpool tat das freilich keinen Abbruch. „Das ist ein sehr emotionaler Sieg, aber wir müssen Ruhe bewahren, denn wir haben noch vier sehr schwere Spiele vor uns. Noch haben wir nichts gewonnen. Das nächste Spiel ist immer am schwersten, und das ist Norwich“, sagte Liverpool-Kapitän Steven Gerrard, der nach dem Schlusspfiff erleichtert war. „Das waren vielleicht die längsten 90 Minuten, die ich je gespielt habe. Während einiger Phasen des Spiels hatte ich das Gefühl, dass die Uhr rückwärts läuft.“
Schneller Torjubel nach Schweigeminute
Die Partie begann wie alle anderen Begegnungen am Wochenende in den acht oberen Spielklassen aufgrund der Hillsborough-Katastrophe vor 25 Jahren mit sieben Minuten Verspätung. Darunter war auch eine Schweigeminute, in der der 96 Todesopfer bei der Massenpanik im FA-Cup-Halbfinale gegen Nottingham Forest 15. April 1989 gedacht wurde. Davor und danach herrschte an der Anfield Road ein prickelnde Atmosphäre, die dem Schlüsselspiel um den Meistertitel gerecht wurde.

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Die Fans an der Anfield Road erinnerten an die 96 Todesopfer im Jahr 1989
Und es dauerte wenige Minuten, bis das Stimmungsbarometer noch einen Schub bekam. Nach einem tollen Lochpass von Luis Suarez kam Sterling im Strafraum an den Ball. Das 19-jährige Toptalent narrte mit einer Körpertäuschung Vincent Kompany und Goalie Joe Hart und schob zur 1:0-Führung ein (6.). Sterling war auch an der nächsten gefährlichen Aktion der überlegenen „Reds“ beteiligt. Nach Stanglpass des Flügelspielers schoss Daniel Sturridge knapp vorbei (15.).
Liverpool legt mit Kopftor nach
Der nächste Rückschlag, den City hinnehmen musste, war personeller Natur, denn Yaya Toure musste verletzt vom Platz (19.). Liverpool hielt das Tempo hoch und wurde belohnt. Zunächst konnte Hart seinen Fehler beim 1:0 noch gutmachen und drehte einen Kopfball von Steven Gerrard mit einem Reflex über die Latte. Beim nachfolgenden Corner schepperte es aber erneut. Skrtel stieg hoch und verlängerte den Ball per Kopf ins lange Eck (26.) zu seinem siebenten Saisontor.
City brauchte lange, um sich von dem Fehlstart zu erholen. In den letzten Minuten vor der Pause fanden die Gäste dann aber mehrere Chancen auf den Anschlusstreffer vor. Silva setzte einen Kopfball neben das Tor (44.). Kompany verlängerte einen Corner Richtung Tor, doch der nur 1,70 Meter große Sterling rettet mit dem Kopf auf der Linie (44.) Nach einem Heber von Jesus Navas übernahm Fernandinho den Ball volley, doch Goalie Simon Mignolet war auf dem Posten (45.).
Doppelschlag bringt City zurück
Nach dem Seitenwechsel übernahm ManCity das Kommando und kam mit einem Doppelschlag zum Ausgleich. Der eingewechselte James Milner spielte einen Doppelpass mit Fernandinho und passte zur Mitte. Silva stand goldrichtig und verlängerte ins Tor zum Anschlusstreffer (57.). Noch bitterer wurde es für die „Reds“ in der 62. Minute. Nasri setzte Silva in Szene. Die Hereingabe des Spaniers wurde von Johnson unhaltbar für Mignolet ins eigene Tor gelenkt.

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David Silva hatte bei beiden City-Toren seine Beine im Spiel
Das Momentum schien endgültig zu kippen, aber Liverpool blieb gefährlich. Nach einem Foul von Kompany an Suarez verweigerte Schiedsrichter Mark Clattenburg den fälligen Elferpfiff (65.). Der Uruguayer hatte allerdings auch schon jeden Kredit beim Referee verspielt, wollte er doch in der 51. Minute mit einer dreisten Schwalbe einen Freistoß an der Strafraumgrenze schinden. Clattenburg verschonte ihn überdies mit der Gelb-Roten Karte.
Siegestor sorgt für Tränen
Die Partie blieb unglaublich packend, denn jedes der beiden Teams suchte die Entscheidung zu seinen Gunsten. Zunächst kam ManCity einem Treffer sehr nahe, doch Silva verfehlte einen Stanglpass nur um Zentimeter und traf den Ball nicht richtig (75.). Den Ball rasierte danach auch Kompany, allerdings hatte der Fehler weitreichende Folgen. Der missglückte Abschlag landete vor den Beinen von Coutinho, der die Nerven behielt und Goalie Hart zur neuerlichen Führung bezwang (78.).
Liverpool hatte danach noch einmal Glück, denn ein Handspiel von Skrtel im Strafraum wurde nicht gegeben. In der Nachspielzeit sah „Reds“-Spieler Jordan Henderson nach einem brutalen Foul an Samir Nasri noch die Rote Karte. Am Spielstand änderte sich aber nichts mehr. Bei Gerrard, dessen zehnjähriger Cousin bei der Hillsborough-Katstrophe das jüngste Opfer gewesen war, vergoss Tränen. Die Spieler bildeten einen Kreis und schworen sich wohl bereits auf die letzten vier Spiele ein.
Premier League
34. Runde und Nachtrag
| Samstag, 12. April: |
| West Bromwich |
Tottenham |
3:3 |
| Sunderland |
Everton |
0:1 |
| Crystal Palace |
Aston Villa * |
1:0 |
| Stoke ** |
Newcastle |
1:0 |
| Southampton |
Cardiff |
0:1 |
| Fulham |
Norwich |
1:0 |
| Sonntag, 13. April: |
| Liverpool |
Manchester City |
3:2 |
| Swansea |
Chelsea |
0:1 |
| Dienstag, 15. April: |
| Arsenal |
West Ham |
3:1 |
| Mittwoch, 16. April: |
| Everton |
Crystal Palace |
2:3 |
| Manchester City |
Sunderland |
2.2 |
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