Themenüberblick

„Immer den Arsch aufreißen“

Bei den ersten Frühjahrstestspielen des US-Nationalteams im WM-Jahr 2014 ist Terrence Boyd nicht dabei gewesen. Mit seinem zweiten Bundesliga-Doppelpack in Serie - zum 2:1 des SK Rapid am Samstagabend gegen Salzburg nach jenem zum 2:2 in Grödig in der Vorwoche - unterstrich der 23-jährige Stürmer aber seine Ambitionen, mit den Amerikanern doch noch zur WM-Endrunde 2014 im Juni in Brasilien zu fahren.

Rapids nun bereits 13-facher Saisontorschütze Boyd kämpft beherzt um einen WM-Kaderplatz in der US-Auswahl von Teamchef Jürgen Klinsmann und Assistent Andreas Herzog. Und wieder betrieb Boyd beim Heimerfolg über den Meister Werbung in eigener Sache. „Mal klappts, mal klappts nicht. Du musst immer Gas geben und dir den Arsch aufreißen. Diesmal wurde ich belohnt, nächste Woche kann es aber schon wieder ganz anders sein“, sagte der Rapid-Angreifer.

Terrence Boyd (USA) im Spiel gegen Österreich

ORF.at/Dominique Hammer

Im Herbst hatte Boyd beim 0:1 gegen Österreich in Wien seinen letzten US-Einsatz

Boyd traf am Samstag nach 15 Minuten nach einem Corner von Steffen Hofmann per Kopf. Später sorgte der US-Profi nach einem Zuspiel von Deni Alar in Minute 84 für die Entscheidung. „Zwei Doppelpacks hintereinander habe ich nicht einmal in der B-Jugend geschafft. Tore sind meine einzige vernünftige Chance, mich für die WM zu empfehlen, es wird schwer, man wird sehen, ob es reicht“, sagte Boyd.

„Er pusht die Mannschaft“

Die Spieler und Trainer Barisic würden ihm die „Saisonverlängerung“ gönnen. „Sein Entwicklungspfeil zeigt nach oben. Er ist torgeil, aber auch teamfähig, was ins Portfolio eines Strikers eigentlich gar nicht passt. Auch wenn er nicht spielt, pusht er die Mannschaft“, unterstrich der 43-jährige Barisic die Vorzüge von Boyd. Mario Sonnleitner ergänzte: „Terrence ist mit seiner körperlichen Präsenz und seinem Willen ein ganz wichtiger Spieler.“ Großes Lob kam zudem von Gästecoach Roger Schmidt: „Bei Flanken ist er der beste Spieler der Liga.“

Jubel von Trainer Zoran Barisic und Terrence Boyd (Rapid)

GEPA/Christian Ort

Coach Barisic ist mit Boyd in jeder Hinsicht zufrieden

Das Saisonziel Europacup-Platz hat Rapid nun geschafft. Bei sechs Punkten Vorsprung und einem um 22 Treffer besseren Torverhältnis kann der Rekordmeister nur noch theoretisch vom Vierten Grödig eingeholt werden. In den letzten beiden Runden der Bundesliga will man aber nicht lockerlassen, gilt es doch, Platz zwei vor dem Lokalrivalen Austria zu verteidigen. Platz eins war für die Hütteldorfer dieses Jahr weit entfernt, immerhin konnte der Rückstand auf Meister Salzburg im direkten Duell auf 21 Punkte verkürzt werden.

Zweiter Platz vor Austria soll gehalten werden

„Wir sind glücklich, aber es ist unglaublich schade, dass es in dem Spiel nicht mehr um die Meisterschale gegangen ist“, sagte Rapids Innenverteidiger Sonnleitner. Für die Rapidler war es der zweite 2:1-Heimerfolg gegen die „Bullen“ in Serie, sie holten diese Saison vor eigenem Publikum gegen den Champion das Punktemaximum.

Für Rapid scheint es auch gut zu sein, vor Heimspielen gegen Salzburg wichtige Personalentscheidungen zu treffen. Das 2:1 am 24. November 2013 war die erste Partie in der Ära von Vereinspräsident Michael Krammer. Diesmal hatten die Hütteldorfer am Freitag die erwartete Vertragsverlängerung mit Barisic um ein Jahr bekanntgegeben. „Ich nehme an, dass wir den Europacup-Platz geschafft haben“, so Barisic.

Drei Punkte und zwei Tore beträgt der Vorsprung auf die Austria, die am Sonntag in Grödig bestehen muss. „Unser Ziel ist einmal geschafft, aber wir wollen jetzt nicht lockerlassen, unbedingt vor der Austria bleiben und den zweiten Platz einbetonieren“, gab Offensivspieler Guido Burgstaller die Marschroute vor. Das sah auch Sonnleitner so. „Wir wollen den zweiten Platz auch behalten. Wenn wir ungeschlagen (Anm.: aktuell neun Partien in Folge unbesiegt) aus dieser Saison rauskommen, ist es eine richtig gute Saison gewesen.“

Links: