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Huspek hält Aufsteiger im Rennen

Scholz Grödig hat am Sonntag in der 35. Runde der tipp3-Bundesliga im Kampf um das Europacup-Ticket für ein Fotofinish gesorgt. Der Aufsteiger setzte sich im Heimspiel gegen eine vor allem defensiv indisponierte Austria völlig verdient mit 2:1 (2:0) durch. Zum Matchwinner avancierte Philipp Huspek, der einen Doppelpack (2., 31.) erzielte.

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Ein herrliches Tor per Fallrückzieher von Ola Kamara (82.) konnte die erste Auswärtsniederlage unter Austria-Coach Herbert Gager nicht mehr verhindern. Mit dem dritten Sieg im vierten Saisonduell zog Grödig an Punkten mit den Wienern gleich. Vor dem letzten Spieltag am kommenden Sonntag liegen die Salzburger, die zum Abschluss bei Absteiger Wacker Innsbruck gastieren, nur aufgrund der um 18 Treffer schlechteren Tordifferenz weiter auf dem vierten Platz. Austria empfängt im Heimspiel Puntigamer Sturm Graz.

Philipp Huspek (Groedig) und Fabian Koch (A.Wien)

GEPA/Mathias Mandl

Die Abwehrleistung der Austria gegen Grödig war beschämend

Grödig-Führung nach 81 Sekunden

„Wir müssen von Anfang an da sein, von der ersten Sekunde an konzentriert sein“, hatte Coach Gager gesagt. Seine Spieler durften das nicht wirklich wahrgenommen haben, denn schon mit der ersten Offensivaktion gingen die Hausherren nach 81 Sekunden in Führung. Tomi gab einen Querpass zur Mitte, der von Austria-Kapitän Manuel Ortlechner an die Innenstange abgelenkt wurde. Von dort sprang der Ball zu Huspek, der abstaubte (2.).

Die Austria musste sich erst einmal von dem Anfangsschock erholen. Die eher offensiv ausgerichteten Wiener hatten danach zwar ein spielerisches Übergewicht, aber Probleme, echte Torchancen zu erspielen. Bezeichnend dafür war, dass die beste Gelegenheit der Austria aus einer Einzelaktion resultierte. Alexander Gorgon tankte sich in den Strafraum, der Schuss fiel aber zu zentral aus (8.).

Huspek mit dem Doppelpack

Defensiv präsentierte sich die Austria indes nicht sattelfest. Nach einer Flanke setzte Ione Cabrera den Ball per Kopf an die Stange (30.), Sekunden danach konnte Markus Suttner im letzten Moment gegen Hannes Sigurdsson klären. Bei der nächsten Aktion war der ÖFB-Teamverteidiger aber nicht im Bilde. Bei einem Lochpass verlor Suttner Huspek aus den Augen. Der Grödiger lief alleine auf Goalie Heinz Lindner zu und vollendete mit einem Flachschuss ins kurze Eck (31.).

Huspek hatte danach sogar die Chance auf den Hattrick. Ein geblockter Abschlag von Lindner landete aber wieder in den Händen des Austria-Goalies (39.). Für die „Veilchen“ jagte Thomas Salamon einen Schuss über das Tor (40.), ein Stanglpass von Alexander Grünwald ging an Freund und Feind vorbei (41.), und ein Hosiner-Schuss fiel in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zu unplatziert aus.

Austria-Abwehr völlig kopflos

Mit dem Rücken zur Wand brachte Gager zur Pause Stürmer Kamara für Grünwald. In erster Linie musste sich die Austria aber wesentlich aggressiver präsentieren als in Hälfte eins. Das Gegenteil war aber der Fall. In der Abwehr reagierte weiter die Kopflosigkeit. Nach einem Koch-Fehler „scheiterte“ James Holland mit seinem Klärungsversuch an Lindner (48.). Für Grödig schoss Sigurdsson alleine vor dem Austria-Goalie aus fünf Metern über das Tor. Zur Strafe machte der Isländer ein paar Liegestütze (50.).

Grödig hatte gegen die wie aufgescheuchte Hühner agierende Austria-Abwehr Chancen im Minutentakt. Tomi tanzte durch den Strafraum, vom scharfen Querpass war Sigurdsson überrascht und verfehlte den Ball (55.). Danach wurde Dieter Elsneg sträflich vernachlässigt, aber auch der ehemalige Italien-Legionär schaffte es nicht, den längst fälligen dritten Treffer der Grödiger zu erzielen (57.).

Traumtor von Kamara zu wenig

Das Spielgeschehen beruhigte sich danach ein wenig, die Austria war aber weiter weit davon entfernt, den Anschlusstreffer zu erzielen. In den letzten zehn Minuten nahm die Partie wieder Fahrt auf, wobei die Austria förmlich um den dritten Treffer bettelte. Tomi verpasste aber den endgültigen K.-o.-Schlag (80.), was sich umgehend rächen sollte. Nach einem Konter scheiterte Hosiner an Grödig-Goalie Cican Stankovic. Den Abpraller versenkte Kamara per Fallrückzieher im kurzen Eck (82.).

Statt den Ausgleich zu erzielen, wandelte die Austria weiter am Rande einer höheren Niederlage. Lindner konnte aus kurzer Distanz gegen Elsneg klären (83.), kurz darauf wurde ein Elsneg-Schuss gerade noch abgeblockt (85.). Der eingewechselte Sascha Boller lief alleine auf das Tor (87.), verzog aber seinen Versuch ebenso wie Elsneg (91.). In der 94. Minute hatte die Austria noch einen Freistoß. Lindner stürmte in den Strafraum, Grödig brachte den verdienten Sieg aber über die Zeit.

Stimmen zum Spiel:

Adi Hütter (Grödig-Trainer): „Das Einzige, was wir tun brauchten, war gewinnen, das war der Auftrag und Plan. Es hätte natürlich nicht besser laufen können, es war ein klar verdienter Sieg. Wir haben die klar besseren Chancen, schon vor dem Anschlusstreffer hätten wir die Partie entscheiden müssen. Die Austria hat noch immer die besseren Karten, wir müssen in Innsbruck auch erst gewinnen.“

Herbert Gager (Austria-Trainer): „Das Spiel ist für uns enttäuschend verlaufen. Der Sieg für Grödig geht auf alle Fälle in Ordnung. Es darf nicht passieren, dass wir immer den Start verschlafen. Nach eineinhalb Minuten bekommen wir ein Gegentor in einem Spiel, in dem es um viel für uns geht. Wir müssen nun unsere ganze Konzentration auf dieses Finalspiel nächste Woche legen und da eine bessere Leistung bringen. Wir haben es selbst in der Hand, das ist das Wichtigste.“

Christian Wagner, ORF.at

Tipp3-Bundesliga, 35. Runde

Sonntag:

Grödig - Austria 2:1 (2:0)

Untersbergarena, 2.436 Zuschauer, SR Hameter

Torfolge:
1:0 Huspek (2.)
2:0 Huspek (32.)
2:1 Kamara (82.)

Grödig: C. Stankovic - Hart, Cabrera, Tschernegg, Potzmann - M. Leitgeb, Nutz (85./Perchtold) - Huspek, Tomi, Elsneg - Sigurdsson (65./Boller)

Austria: Lindner - F. Koch, Ramsebner, Ortlechner, Suttner - Holland, A. Grünwald (46./Kamara) - Gorgon (75./Royer), Horvath, Salamon (56./Jun) - Hosiner

Gelbe Karten: Tschernegg, Cabrera, Hart bzw. Suttner, Ramsebner, Koch

Die Besten: Huspek, Tomi, Cabrera bzw. keine

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