Kern soll gehalten werden
Seit Montag ist es fix: Erstmals seit Kurt Jaras Abgang 2006 wird Red Bull Salzburg wieder von einem Österreicher trainiert. Adolf „Adi“ Hütter wurde als siebenter Trainer in der Ära Red Bull beim Meister präsentiert. Mit dem Schwung der sensationellen Saison in Grödig soll der Vorarlberger den erfolgreichen Weg von Roger Schmidt fortführen - und die heuer so dominante Mannschaft noch verbessern.
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Nur eine Viertelstunde mit dem Auto trennen den bisherigen Arbeitsplatz Hütters, die Untersbergarena in Grödig, von der „Bullen“-Arena in Wals-Siezenheim. Die geografische Nähe war für Sportdirektor Ralf Rangnick auch ein Hauptgrund, ein Auge auf Hütter zu werfen. Allein durch die räumliche Nähe zum Aufsteiger habe man die Arbeit dort intensiv verfolgt. Dazu kamen ähnliche Vorstellungen, wie man erfolgreich Fußball spielen solle. „Die Spielphilosophie, wie Grödig aufgetreten ist, ist nicht so weit weg von unserer“, sagte Rangnick.
Nächster Anlauf auf die Champions League
Hütter wurde daher bald kontaktiert, nachdem Salzburgs Meistertrainer Schmidt seinen Abgang Richtung Bayer Leverkusen verkündet hatte. Nach einem Treffen mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, bei dem Differenzen aus der Vergangenheit ausgeräumt wurden, war der Weg für einen Salzburg-Trainer Hütter frei. 2009 war der Vorarlberger, damals Trainer der RB Juniors, nach einem internen Machtkampf nicht im Guten von den Salzburgern geschieden.

GEPA/Mathias Mandl
Rangnick (r.) sah Hütter zwei Jahre beim erfolgreichen Arbeiten zu
Das ist nun Schnee von gestern. Was zählt, ist die Zukunft. Und die soll im Herbst endlich auch die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League beinhalten. Dass er keine Angst vor dem hoch gesteckten Ziel habe, an dem seine vom Namen her deutlich prominenteren Vorgänger wie Giovanni Trapattoni und Huub Stevens allesamt scheiterten, betonte Hütter bei seiner Vorstellung in Salzburg immer wieder. „Ich bin ein Mensch, der hohe Ziele hat und diese klar verfolgt“, sagte der 44-Jährige.
Emotionale Bindung wichtig
Wichtig wird es für den neuen Trainer sein, einen guten Draht zu seinen neuen Mitarbeitern zu finden. Bei den Spielern stand Trainer Schmidt hoch im Kurs. Den gleichen Respekt muss sich Hütter erst erarbeiten. „Roger Schmidt hat Spuren hinterlassen, ganz klar. Aber ich bin ein Trainer, der nicht in den Spuren von anderen geht, sondern neue Wege sucht“, sagte Hütter, der bereits am Montag Dinge ansprechen wollte, „die wichtig sind. Wie ich als Trainer ticke und welche Zielsetzung der Club hat“.
Viel ändern muss Hütter beim heuer gut geschmierten Salzburger Werkl nicht. Dennoch gibt es laut Hütter in der Balleroberung und im technischen Element noch Potenzial zur Weiterentwicklung. „Ich vertraue auf meine Arbeit und auf das, was ich als Trainer gelernt habe“, sagte Hütter, der seine Philosophie auch den im Vergleich zu Grödig prominenteren Salzburgern beibringen will. „Ich weiß, dass es eine andere Aufgabe wird, aber auch hier sind die Spieler nur Menschen“, sagte Hütter.
Um den Draht zu seinen Spielern zu finden, will der neue Trainer seine Schützlinge nicht nur auf dem Trainingsplatz kennenlernen. „Für mich ist auch die emotionale, soziale Bindung zu den Spielern sehr wichtig“, sagte Hütter. Wie wichtig Zusammenhalt zwischen Trainer und Spielern ist, zeigte sich während der vom Wettskandal rund um Dominique Taboga überschatteten Wochen mit Grödig. Die Salzburger verloren auch im Trubel rund um den gefallenen Teamkollegen nicht den Faden.
Fragezeichen hinter Kampl
Keinen Anlass sah Hütter hingegen für ein Gespräch mit Vorgänger Schmidt, der das Team noch bis zum Cupendspiel am Sonntag gegen Zweitligist St. Pölten betreut. Sein erster Ansprechpartner bleibe Rangnick. Mit diesem wird auch die Planung für die kommenden Aufgaben vorangetrieben. Die Kernmannschaft soll mit Blick auf die Qualifikation zur Champions League gehalten werden, punktuelle Verstärkungen sollen kommen.
Ein Fragezeichen steht allerdings hinter Kevin Kampl. Der slowenische Teamspieler besitzt eine Ausstiegsklausel, um kolportierte zwölf Millionen Euro soll er den Club verlassen dürfen. „Kampl ist der einzige Spieler, der theoretisch gehen könnte“, sagte Rangnick. Selbst werde man zunächst einmal den österreichischen Markt sondieren. Rapids Marcel Sabitzer bezeichnete Rangnick wiederholt als „interessanten Spieler“.
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