Viele Interessenten, noch keine Namen
Das bittere 1:2 gegen Sturm Graz, das der Austria am Sonntag in der letzten Bundesliga-Runde den Europa-League-Qualifikationsplatz gekostet hat, war gleichzeitig die Abschiedsvorstellung von Herbert Gager als Cheftrainer der Kampfmannschaft der Violetten. Wie Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer am Montagabend bei einer Pressekonferenz in der Generali Arena bekanntgab, wird Gagers Vertrag als Coach der Profis nicht verlängert.
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Der Entscheidung war laut Kraetschmer eine dreistündige Sitzung des Verwaltungsrates in der Austria-Geschäftsstelle vorangegangen. Der AG-Aufsichtsrat stimmte den gefassten Beschlüssen telefonisch zu. Der sportliche Neustart der Favoritner beinhaltet weiters, dass der Vertrag von Sportvorstand Thomas Parits noch um ein weiteres Jahr verlängert wurde. In den nächsten zwölf Monaten will Clubpräsident Wolfgang Katzian aber einen Nachfolger für den ehemaligen Austria-Spieler, Austria-Trainer (jeweils Meister) und nun Sportdirektor Parits finden.

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Thomas Parits wird noch ein Jahr als violetter Sportdirektor fungieren
Dank an Gager - Suche nach Neuem läuft an
Was den neuen Trainer und damit den Nachfolger Gagers betrifft, soll dieser laut Kraetschmer in den nächsten zwei bis drei Wochen unter Vertrag genommen werden. „Bis gestern haben wir mit niemandem gesprochen“, verwies der Wirtschaftsvorstand auf den ursprünglichen Plan, im Falle des Europacup-Erreichens zunächst mit Gager zu reden. „Wir danken ihm, dass er diese 13 Runden in der schwierigen Situation in Angriff genommen hat“, würdigte Kraetschmer die Verdienste Gagers, der nach 13 Runden mit sechs Siegen, vier Remis, drei Niederlagen und Rang vier in der Endtabelle bilanzieren muss.
Die Austria will Gager, der in den letzten zwölf Jahren in der Akademie sowie bei den Amateuren zahlreiche Spieler wie etwa David Alaba ausbildete, im Verein halten. „Tommy Parits und ich werden ihm ein Angebot machen, über das er 14 Tage nachdenken kann“, so Kraetschmer über Gagers Zukunft. Ob der ehemalige Bundesliga-Profi (u. a. Austria und Rapid) seinen Vertrag als Amateure-Trainer zu veränderten Bedingungen weiterführt oder andere Herausforderungen im Club annimmt, wird sich bis Ende Mai entscheiden.

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Kraetschmer will Gager im Verein halten
Kontinuität als Ziel
Zu diesem Zeitpunkt muss spätestens auch der neue Chefcoach feststehen, zumal dieser in die angekündigten Kaderumstrukturierungen eingebunden werden soll. „National und international“, definierte Kraetschmer den Bereich der Suche. Man habe eine „volle Inbox“ mit Bewerbungen von zahlreichen Managern interessierter Trainer. „Ein klares Anforderungsprofil steht“, so Kraetschmer. „Unser Anspruch ist, dass wir mit einem Trainer kontinuierlich über mehrere Jahre arbeiten. Dass der Meistertrainer nach einem Jahr verkauft wird und dann zwei Trainer in einer Saison folgen, entspricht diesem Anspruch nicht.“
Seit dem schmerzlichen Abgang von Erfolgscoach Peter Stöger vor einem Jahr zum 1. FC Köln waren also Nenad Bjelica und nun Gager an der Nachfolge gescheitert. Namen der möglichen Neuen werden in den nächsten Tagen ausreichend kolportiert werden - Franco Foda wird sicher wieder dabei sein. „Ich werde zu diesem Zeitpunkt keinem Namen kommentieren“, stellte Kraetschmer klar. Mindestziel der Austria sei in jeder Saison das internationale Geschäft. „Dementsprechend groß ist die Enttäuschung“, kündigte Kraetschmer die Fortsetzung der Analyse an.
Harald Hofstetter, ORF.at
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