„Wasserqualität sehr, sehr schlecht“
Die anhaltenden Umweltprobleme im künftigen Segelrevier der Olympischen Spiele 2016 in Rio sorgen für Bedenken beim internationalen Weltseglerverband ISAF und bei den Athleten. Rio will bis 2016 rund 80 Prozent der bisher ungefiltert in die Guanabara-Bucht eingeleiteten Abwässer behandeln. Derzeit liegt der Anteil lediglich bei 40 Prozent.
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Die Guanabara-Bucht gilt als eines der Hauptsorgenkinder der Olympiaorganisatoren. Die „New York Times“ („NYT“) hat am 18. Mai unter dem Titel „Hinweis für olympische Segler: Fallt nicht in Rios Wasser“ über die zum Teil katastrophale Verschmutzung der Bucht berichtet, in die oft auch Hausmüll abgekippt wird. Im „Independent“ beanstandet der frühere brasilianische Olympiamedaillengewinner Lars Grael die Verschmutzung durch Fäkalien, Hundekadaver und Leichen.
„Im Vergleich zu den meisten Segelrevieren ist die Wasserqualität in der Guanabara-Bucht sicher sehr, sehr schlecht. Wenn das IOC keine Wasserqualitätstests durchführt, denke ich, ist es sehr wahrscheinlich, dass die ISAF das macht“, zitierte die Nachrichtenagentur AP ISAF-Wettbewerbschef Alastair Fox aus einer E-Mail. Und das Internationale Olympische Komitee (IOC) hegt derzeit keine Absichten, unabhängige Wasserkontrollen durchzuführen.

APA/AP/Felipe Dana
Der Müll in der Guanabara-Bucht wird notdürftig zusammengehalten
„Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen“, wird Österreichs Segler Nico Delle Karth in der „NYT“ zitiert. Er habe noch nie an einem derart dreckigen, stinkenden Ort trainiert. Die Wasseroberfläche sei voller Müll - von Autoreifen bis hin zu umherschwimmenden Matratzen. Er habe Angst, ins Wasser zu steigen. Brasiliens Olympiasegler Thomas Low-Beer berichtete davon, im ersten Olympiaqualirennen nach dem Zusammenprall mit einem größeren Gegenstand gekentert zu sein. Er vermutet, dass es sich dabei um ein Sofa gehandelt hat.
„Ein schrecklicher Ort“
Auch der dänische Bronzemedaillengewinner von 2012 Allan Norregaard ist entsetzt: „Das ist ein schrecklicher Ort, überall schwimmen Plastikteile umher. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier Olympische Spiele über die Bühne gehen.“ Ende März beklagten sich auch die deutschen Segler: „Unvorstellbar, wie hier olympische Segelwettbewerbe stattfinden sollen. (...) Es bleibt die Frage, wie die Organisatoren das in den Griff bekommen wollen. Das Problem ist ja nicht nur der Müll, der schon im Wasser ist. Ohne Kläranlagen wird auch weiterhin tonnenweise neuer Müll ins Meer gespült, sobald es regnet.“
Müllentfernung garantiert
Die lokalen Organisatoren hatten der Chefin der IOC-Koordinierungskommission, Nawal El Moutawakel, bei einem Besuch im März eine Säuberung der Bucht zugesagt. „Wir haben die Garantie erhalten, dass es (in der Bucht) keinen Müll mehr geben wird und das Wasser sauber sein wird“, sagte Moutawakel. Auch der geschäftsführende Direktor des IOC, Gilbert Felli, hatte damals die Säuberung der Bucht als essenziell bezeichnet.

AP/Silvia Izquierdo
Spezielle Boote sollen den Müll an der Oberfläche der Bucht einsammeln
Bisher kam auch keine Antwort des IOC auf die Frage zu möglichen Gesundheitsrisiken für die Athleten. „Ich denke, wir könnten es uns nicht verzeihen, wenn wir die Athleten einen Wettkampf in einer Umgebung durchführen lassen, die nicht gefahrlos und sicher ist“, führte Moutawakel weiter aus.
In der Zwischenzeit wird der oberflächliche Müll mit Booten eingesammelt. Bisherige Anstrengungen, die Bucht zu säubern, brachten in den letzten Jahren keine befriedigenden Ergebnisse. Jetzt sollen laut Huffington Post weitere 70 Millionen Dollar in Abwasseraufbereitungsanlagen investiert werden.
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