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Probleme einen Monat vor der WM

Im Eröffnungsstadion der Fußball-WM in Sao Paulo ist 25 Tage vor Beginn des Turniers ein erstes offizielles Spiel vor mehr als 36.000 Zuschauern ausgetragen worden - und das, obwohl die Arena noch nicht fertiggestellt ist. So fehlten nach wie vor die Tribünen für rund 20.000 Zuschauer sowie ein Teil der Dachkonstruktion. Für Brasiliens Fußballlegende Pele ist dieser Zustand „inakzeptabel“.

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Beim Meisterschaftsspiel am Sonntag unterlag der Erstligaclub Corinthians dem Tabellenletzen Figueirense mit 0:1. Am 12. Juni wird die WM in der Corinthians Arena mit dem Spiel Brasilien gegen Kroatien angepfiffen, zuvor wird das Stadion bereits zur Eröffnungsfeier mit rund 68.000 Fans seine „Maximallast“ erreichen. Noch fünf weitere WM-Begegnungen, darunter ein Semifinale, finden in dem Stadion statt.

WM-Arena muss ohne Dach auskommen

Teile der Dachkonstruktion des Stadions würden erst nach der WM fertiggestellt werden, da ein für die Errichtung notwendiges spezielles Glas aus Frankreich nicht rechtzeitig eintreffen werde, hieß es im brasilianischen Fernsehen während der Übertragung des Spiels. Viele Zuschauer waren daher dem gegen Ende der ersten Hälfte einsetzenden heftigen Regen ausgeliefert.

Testspiel bei Regen im Sao-Paulo-Stadion

APA/AP/Andre Penner

Die Organisatoren hoffen auf gutes Wetter - das Dach wird erst nach der WM fertig

Pele fand aufgrund der zahlreichen Verzögerungen harte Worte für die WM-Organisatoren. „Es ist inakzeptabel, dass einige Stadien nicht fertig geworden sind. Wir hatten viele Jahre Zeit - weit mehr als genug. Das ist eine Schande“, sagte Pele der deutschen „Bild“-Zeitung. „Ich bin voller Vorfreude auf die Spiele, aber wenn ich an das Drumherum denke, mache ich mir Sorgen. Das frustriert mich.“

Todesfälle überschatten WM-Vorbereitungen

Drei der zwölf Stadien sind nicht fertiggestellt. Die Arena Corinthians ist erheblich in Verzug, der ursprüngliche Abgabetermin im Dezember 2013 ist längst verstrichen. Grund für die Verzögerungen war unter anderem ein schwerer Kranunfall im November 2013 mit zwei Toten, bei dem auch die Dachkonstruktion beschädigt wurde. Der Bau der temporären Tribüne wurde nach einem weiteren Todesfall Ende März für elf Tage eingestellt.

Sao-Paulo-Stadion

Reuters/Paulo Whitaker

Die Tribünen für 20.000 Zuschauer könnten erst in letzter Sekunde fertig werden

Wegen Unregelmäßigkeiten bei der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften für die Arbeiter drohte die Staatsanwaltschaft vergangene Woche sogar mit einem neuerlichen Baustopp. Auch kommt es immer wieder zu Protesten von WM-Gegnern, die Immobilienspekulationen in dem Stadtteil Itaquera kritisierten.

Blatter sieht keinen Grund zur Sorge

Probleme werden auch bei der Telekommunikation und dem Transport zwischen den teilweise mehrere tausend Kilometer entfernten Spielorten erwartet. In sechs WM-Stadien wird es beispielsweise Schwierigkeiten mit dem drahtlosen Internetzugang geben. Brasiliens Kommunikationsminister Paulo Bernardo sagte, für die Hälfte der Stadien seien noch keine Verträge zur WLAN-Einrichtung unterzeichnet worden. Es sei zeitlich kaum noch möglich, in diesen Arenen bis zur WM noch ein gut funktionierendes WLAN bereitzustellen.

Für FIFA-Präsident Joseph Blatter stellen die teilweise erheblichen Mängel nicht einmal einen Monat vor der Eröffnung aber offenbar kein großes Problem dar. „Ja, sicher macht man sich vorher ein bisschen Sorgen. Das ist jetzt meine zehnte WM. Und vor der WM gibt es immer Probleme, bis alles fertig ist“, gab sich der Schweizer gelassen und versicherte gleichzeitig: „Die Stadien werden fertig sein.“

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