Themenüberblick

Tränen der Enttäuschung

Zlatan Ibrahimovic, Gareth Bale, Radamel Falcao und David Alaba. Die WM-Endrunde in Brasilien muss auf einige Große des Fußballs verzichten. „Eine WM ohne mich, die ist es nicht wert, dass man sie sich anschaut“, tönte Ibrahimovic, der mit Schweden die Quali nicht schaffte. Andere wie Frankreichs Samir Nasri wurden nicht berücksichtigt, wieder andere wie Kolumbiens Star Falcao müssen verletzt passen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

60-Millionen-Euro-Stürmer Falcao von AS Monaco ist das jüngste Verletzungsopfer, andere prominente Namen könnten noch folgen. Insbesondere Frankreich zittert, laboriert Mittelfeldstar Franck Ribery doch immer noch an Rückenproblemen. Auch um die Torjäger Diego Costa (Spanien) und Luis Suarez (Uruguay) gibt es große Sorgen.

Franck Ribery

APA/AP/Christophe Ena

Auch hinter Riberys Fitness steht noch ein Fragezeichen

Mit Tränen in den Augen teilte Falcao am Montagabend seinen Landsleuten das WM-Aus mit. „Ich bin heute in einem guten Zustand, aber mir ist bewusst, dass mir noch etwas fehlt, um spielen zu können, und ich wollte nicht einem Kameraden den Platz wegnehmen, der bei 100 Prozent ist“, sagte der Torjäger. Es war ein Schock für die Kolumbianer, deren Spiel auf Falcao ausgerichtet ist.

Auch Spanier im Verletzungspech

Das Verletzungspech traf allerdings auch Welt- und Europameister Spanien. So musste Mittelfeldstar Thiago wegen eines wiederholten Innenbandrisses im Saisonendspurt genauso passen wie Torhüter Victor Valdez (Kreuzbandriss), der als Backup des nicht mehr so souveränen Ex-Welttorhüters Iker Casillas vorgesehen war.

Und es könnte für Coach Vicente del Bosque noch schlimmer kommen. Stürmerstar Costa von Atletico Madrid ist weiter angeschlagen. Für das Champions-League-Finale vor eineinhalb Wochen hatte es trotz der Behandlung durch eine „Wunderheilerin“ in Belgrad mit Pferdeplazenta nicht gereicht.

Kreuzbandrisse, Schienbeinbrüche

Aber auch Spaniens Auftaktgegner Niederlande - bereits am 13. Juni kommt es zur Neuauflage des WM-Endspiels von 2010 - kann nicht sein bestes Team aufbieten. Insbesondere der Ausfall von Kevin Strootman im Mittelfeld wiegt schwer, auch der Mann von AS Roma fehlt wegen eines Kreuzbandrisses. Ein prominenter Zuschauer ist bei „Oranje“ außerdem Rafael van der Vaart. Gemessen an seinen schwachen Auftritten beim HSV war aber schon die Nominierung ins vorläufige WM-Aufgebot eine Überraschung.

Ein weiterer Kreuzbandpatient ist Englands Flügelstürmer Theo Walcott. Auch bei ihm reichte die Zeit nach einem im Jänner erlittenen Kreuzbandriss nicht. Immerhin schaffte es sein Arsenal-Kollege Jack Wilshere nach überstandenem Fußbruch rechtzeitig ins Aufgebot. Teammanager Roy Hodgson kann jeden guten Mann gebrauchen, schließlich warten in der Hammergruppe D mit Uruguay und Italien zwei weitere Ex-Weltmeister.

Und Uruguay hofft immer noch auf Treffer von Premier-League-Torschützenkönig Suarez, der nach seiner Knie-OP den Wettlauf gegen die Zeit gewinnen könnte. Das war für Riccardo Montolivo dagegen unmöglich. Am Samstag erlitt er im Testspiel gegen Irland einen Schienbeinbruch. Gleiches unterlief Mexikos Luis Montes im Duell mit Ecuador (3:1).

WM-Träume frühzeitig beendet

Für einige Stars wie Ibrahimovic wiederum endete der WM-Traum bereits im Herbst. So scheiterte nicht nur Alaba mit Österreich, sondern u. a. auch Real-Transferkönig Bale mit Wales, Goalie Petr Cech (Chelsea) mit Tschechien und der künftige Bayer Robert Lewandowski mit Polen. Auch die Abwehrspezialisten Mahdi Benatia (Marokko) und Branislav Ivanovic (Serbien) kamen nicht durch die Quali.

Noch länger ist die Liste prominenter Namen, die den Sprung in die 23-Mann-Kader ihrer Länder erst gar nicht schafften. So verzichtet Frankreichs Teamchef Didier Deschamps auf Unruheherd Nasri, obwohl dieser mit Manchester City den englischen Meistertitel holte. Auch Argentiniens Enfant terrible Carlos Tevez muss zuschauen, in Deutschland ist Mario Gomez am Ende der „hässlichsten Saison meiner Karriere“ nicht mehr gefragt. Italiens Trainer Cesare Prandelli verzichtet auf die Dienste von Alberto Gilardino, 2006 mit der „Squadra Azzurra“ Weltmeister, US-Coach Jürgen Klinsmann befand Routinier Landon Donovan anlässlich einer „sehr schweren Entscheidung“ der Auswahl nicht mehr für würdig.

In Brasilien sind Kaka, Robinho und Ronaldinho kein Thema mehr, bei den Engländern gab Ashley Cole nach der Nichtnominierung das Ende seiner Teamkarriere bekannt. Die Kaderdichte der Spanier wiederum spiegelt sich auch in den Ausgebooteten wider: Fernando Llorente, Jesus Navas oder Alvaro Negredo würden andere Teamchefs mit Handkuss nehmen.

Link: